Freitag, 17. November 2017

Freitags | Rebus #152

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

An Spotify mag ich, dass man sowohl immer wieder über längst vergessene Musik stolpert als auch schöne neue entdeckt. Heute suchen wir keinen alten Song ("Black Velvet" wäre für Euch Rebus-Profis aber auch viel zu einfach gewesen), sondern einen neuen - unkompliziert, süß und sommerlich-leicht gegen den November-Blues.

Dienstag, 14. November 2017

Projekt Buntstifte-Quilt

Vor einiger Zeit habe ich den Rainbow Heart Quilt von AnnieGetYourGlueGun entdeckt und mich davon zu einem Geburtstagsquilt-Projekt für meine demnächst neunjährige Tochter inspirieren lassen, die unheimlich gerne malt und zeichnet.

Der Quilt soll eine Tagesdecke für ihr Bett werden, ca. 1,30 x 2,40 m. Die einzelnen Stifte sind (inklusive Nahtzugaben) 7 cm breit und unterschiedlich lang. Einen Schwung Stifte habe ich genäht, jetzt warte ich auf bunten Nachschub. Mehr zu diesem Quilt demnächst...


Sonntag, 12. November 2017

12 von 12 im November

Es ist Sonntag, der 12. November, und wie fast an jedem 12. gibt es hier heute wieder 12 Bilder des Tages. Der fängt damit an, dass wir frühmorgens den Mann verabschieden, der zu einer kurzen Dienstreise aufbrechen muss. Zum Frühstück gibt es für mich Toast und für die Kinder Müsli mit Honigpops. Ich bestehe darauf, dass das Verhältnis 1:1 beträgt. Die kandierten Früchte, die man hier meist im Müsli findet, dürfen aber aussortiert werden.

Der Himmel über St. Petersburg sieht herbstlich aus. Die Kinder und ich machen es uns mit Tee und Decken auf dem Sofa und den Sesseln im Wohnzimmer gemütlich, und ich lese ihnen lange aus dem Buch "Verschwörung auf Schloss Battersea" von Joan Aiken vor. Das stammt noch aus meiner Kindheit  (der Umschlag wird von Klarsichtfolie und Klebeband zusammengehalten), aber man kann es auch als Erwachsener noch wunderbar lesen.

Als mir der Hals kratzt vom vielen Vorlesen, ziehen wir uns warm an und gehen nach draußen.

Die Kinder rennen immer vorneweg.

Es ist kalt, aber schön.

Ich bin sehr froh über meinen neuen Wintermantel. Er geht mir bis zu den Waden und ist etwas unförmig geschnitten, aber er ist herrlich warm und absolut winddicht. Diesen Winter werde ich nicht frieren! Wenn ich dazu wie heute meine gefütterten Stiefel und die bestickten Handschuhe trage, spüre ich den beißenden Wind nur im Gesicht (und dieses Gefühl liebe ich)!

Nachdem wir eine große Runde gedreht haben, gehen wir wieder heim.

Zum Mittagessen gibt es Farfalle Bolognese, und danach ist es auch schon Zeit, wieder aufzubrechen. Der Junge ist zu einem Kindergeburtstag eingeladen. Solche Partys finden hier oft in irgendwelchen Einkaufszentren statt. In dieser Stadt gibt es eine Unmenge von verschiedenenen Themenparks und Museen und Workshops und sonstigen Attraktionen für Kinder. Wir fahren mit der Metro und stellen unterwegs fest, dass die Station, an der wir aussteigen wollten, heute geschlossen ist.




Also fahren wir eine Station weiter, laufen zu Fuß ein Stück zurück, springen in die nächstbeste Tram und steigen nach zwei Haltestellen wieder aus. Dann müssen wir noch eine Bahnanlage überqueren. Ich kenne mich in dieser Gegend überhaupt nicht aus, aber zum Glück habe ich mein Telefon und den virtuellen Stadtplan darauf. Der Junge sorgt sich, dass er zu spät kommt, aber wir schaffen es gerade noch rechtzeitig.

Als der Junge bei seiner Kindergeburtstagsgesellschaft abgegeben ist, setzen sich das Mädchen und ich in ein Café, trinken Cappuccino und Himbeersmothie und lesen eine ganze nette Weile lang. 




Später machen wir ein paar Besorgungen für ihre Geburtstagsfeier in gut zwei Wochen (die zu Hause stattfinden wird, nicht in einem Einkaufszentrum), und dann treffen wir die anderen Eltern in einer Pizzeria ein Stockwerk tiefer. Das Mädchen bekommt картофель фри и куриные наггетсы. Um 18:30 ist die Geburtstagsparty zu Ende. Wir holen den Jungen ab.

Da alle k.o. sind und keine Lust haben, in der unbekannten Gegend im Dunklen zur übernächsten Metrostation zu laufen, bestelle ich uns ein Taxi. Die ungefähr 15-minütige Fahrt kostet 337 Rubel, das sind ca. 4,88 Euro. Zu Hause wird gegessen, mit dem Papa telefoniert, geduscht, und dann gehen die Kinder ohne Protest ins Bett. Ich werde mich jetzt mit meinem Abendbrotteller und einem Glas Rotwein aufs Sofa verziehen und irgendeinen Chick Flick gucken - wenn der Mann schon nicht da ist... Einen schönen Abend Euch!

Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

12 von 12 im Dezember 2016
12 von 12 im Dezember 2015
12 von 12 im Dezember 2014

Freitag, 10. November 2017

Freitags | Rebus #151

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Gesucht wird heute, ganz einfach, der Name eines berühmten Museums (bzw. der Person, nach der es benannt ist).

Mittwoch, 8. November 2017

Noch mehr Kreuzchen

Mir macht es Spaß, gekaufte Handschuhe zu besticken, wie man hier oder hier sehen konnte. Es ist zwar ein bißchen fummelig, vor allem im Bereich der Finger, aber ich mag das Verhältnis von wirklich nicht sonderlich großem Aufwand und erfreulicher Wirkung.

Bei diesem Paar sind es wieder kleine Kreuze in unterschiedlichen Farben geworden. Da die Handschuhe aus feinerem Strickstoff bestehen, konnte ich dieses Mal nicht einfach Maschen zählen, sondern musste nach Augenmaß arbeiten. Exakt gleich sind die Kreuzchen daher nicht - aber wen stört das schon...


Montag, 6. November 2017

Noch eine Yogamattenhülle

Nach den Abmessungen meiner Patchwork-Yogamattenhülle habe ich jetzt für meinen Mann eine Hülle genäht - aber eine schlichte "männliche" (da er sicher nicht sonderlich glücklich wäre, pink-türkis gemustert herumlaufen zu müssen). Die äußere Hülle besteht aus dunkelgrünem wasserabweisenden Jackenstoff, die innere aus orangefarbenem Futter.

Die einzigen Besonderheiten sind das aufgenähte gelbe Gurtband und die refklektierende Paspel zwischen Zylinder und Boden. Der Tragegurt wurde von einer mittlerweile zerschlissenen Reisetasche recycelt.


Freitag, 3. November 2017

Freitags | Rebus #150

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Heute suchen wir den Titel einer Graphic Novel, die mir eine liebe Bekannte aus St. Petersburg zum Lesen geliehen hat - dafür müsst Ihr den errätselten Namen nur an der richtigen Stelle teilen...

Dienstag, 31. Oktober 2017

Three Yellow Fish Quilt - Fertig

Mein Three Yellow Fish Quilt besteht aus 11 Spalten und 17 Reihen (374 Dreiecken) und misst ca. 102 x 154 cm. Ein bißchen größer wäre gut gewesen, um sich darin richtig einkuscheln zu können, aber mehr Blau war nicht vorhanden. Viele Stoffstücke sind schöne Unikate der diesjährigen Sommerpost-Aktion.


Herzlichen Dank möchte ich nochmal allen sagen, die mit mir Stoff getauscht und mir teilweise wunderschöne selbstgemachte oder von weit hergebrachte Unikate geschickt haben! Ein dickes Dankeschön geht auch an Beate, die mich mit soviel unifarbenen Blaustoffen versorgt hat, dass ich auch davon genug hatte.

Es macht viel Spaß, den Blick über diese Decke streifen zu lassen und all die unterschiedlichen blauen Stoffe zu betrachten. Mein Druckfisch ist dabei. Auch drei gelbe Dreiecke schwimmen im blauen Meer. Liebe Sommerpostlerinnen und Stofftauscherinnen, entdeckt Ihr ein Stückchen von Euch?

Der Quilt hat eine Zwischenschicht aus Baumwollvlies und eine Rückseite aus dunkelblauem Fleece. Wärme ist wichtig. Eingefasst ist er mit selbstgemachtem dunkelblauem Schrägband. An den Längsseiten, wo die Länge des Bandes nicht reichte, habe ich ein andersfarbiges Stück dazwischen gesetzt.

Gequiltet ist die Decke mit freien, geschwungenen Wellenlinien. Fehlt nur noch das handgestickte Label...

Sonntag, 29. Oktober 2017

Stoffspielereien: Fäden auf Farbe

Im historischen Teil von St. Petersburg findet man (neben morschen Häusern mit staubblinden Fenstern und bröckelndem Putz, die es natürlich auch gibt) immer wieder vergoldete Kuppeln, vergoldete Turmspitzen, vergoldete Zäune, vergoldeten Stuck und goldene Deckenmalereien.

All das Gold, das Glänzen und das Funkeln war die Inspiration für meinen kleinen Beitrag zum diesmonatigen Thema der Stoffspielereien, "Fäden auf Farbe" bei Gastgeberin Ute von 123-Nadelei, die die Beiträge aller Teilnehmerinnen sammelt.

Wie letztes Jahr habe ich ein Paar gekaufte Handschuhe genommen, um sie zu verzieren. Ich mag das - der Aufwand ist nicht groß und das Ergebnis etwas, woran man sich täglich erfreuen kann. Dieses Mal wurden die Handschuhe zuerst auf der Oberseite mit goldener Acrylfarbe bekleckst.

Nach dem Trocknen habe ich mit Metallic-Garn darüber gestickt. Kurze, silberglitzernde Linien auf Gold auf Grau. Passt doch ganz gut zu dieser Stadt. Beim Anziehen muss man bloß etwas aufpassen, dass man sich nicht in den Fäden auf der Innenseite verheddert...

Freitag, 27. Oktober 2017

Freitags | Rebus #149

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Heute wird der Titel eines amerikanischen Filmes gesucht, der eigentlich ein Theaterstück ist, und im Großen und Ganzen mit drei Schauspielern und einem Raum auskommt. Der von mir verehrte Mr ..... ..... spielt darin wieder einmal herrlich großmäulig und zynisch, aber nicht weniger beachtenswert ist sein Dialogpartner, der in dieser Rolle etwas müde und melancholische ..... ..... . Habt Ihr den Film gesehen?

Dienstag, 24. Oktober 2017

Tutorial: Yogamattenhülle

Zweimal in der Woche transportiere ich meine Yogamatte durch die Stadt, quer über den Rücken gehängt in einer Hülle mit Tragegurt. Jetzt, wo es kalt ist, trage ich Tag für Tag meinen schwarzen Wintermantel, eine weitere dunkle Gestalt unter dunklen Gestalten in der Dunkelheit. Beide Tatsachen zusammen gaben den Anstoß zu diesem Projekt - meiner neuen farbenfrohen Yogamattenhülle!

Meine Yogamatte misst 61 x 173 cm. Die Hülle dafür besteht aus einem Zylinder mit einer Länge von 70 cm und einem Umfang von 44 cm und einem runden Boden mit einem Durchmesser von 14 cm. Am oberen Rand gibt es einen Tunnelzug. Mit dem darin eingezogenen Band lässt sich die Hülle zuziehen. An seitlichen Schlaufen wird ein Tragegurt befestigt, z. B. mit Karabinern. 

Habt Ihr Lust, Euch auch so eine Hülle zu nähen? Dann braucht Ihr: Baumwollstoff für die äußere Hülle, flutschigen Futterstoff für die innere Hülle, Baumwollvlies zum Quilten, feste Vlieseline zum Aufbügeln, zwei ca. 8 cm lange Stücke festes Band, ca. 60 cm feste Kordel, zwei Ösen (Durchmesser geeignet für die Kordel), einen Kordelstopper und einen Tragegurt mit Karabinern (Breite z. B. 2,5 cm, Länge ca. 100 cm).

Bitte zuerst prüfen, ob die Maße Eurer Matte mit denen meiner übereinstimmen und die Abmessungen ggf. anpassen. Wichtig: Nahtzugaben sind nicht enthalten, sie müssen überall hinzugefügt werden!

Für die äußere Hülle 42 ganze und 12 halbe Dreiecke zuschneiden und zusammen nähen. Darauf achten, dass die halben Dreiecke an den Rändern einer Reihe die gleiche Farbe haben, damit das Muster aufgeht. Auf ein Stück Baumwollvlies stecken und quilten. Danach sauber zuschneiden. Einen einfarbigen Streifen Baumwollstoff an den oberen Rand nähen.

Zwei Stückchen festes Band an den angegebenen Stellen so auf den Rand stecken, dass sie im fertigen Zustand schräg nach oben weisen. Diese Stellen im Nahtzugabenbereich mit Vlieseline oder Band verstärken, damit sie nicht ausreißen. Mehrfach gut festnähen. Die Seitennaht des Zylinders schließen.

Für den Boden der äußeren Hülle einen Kreis mit dem benötigten Durchmesser zuzüglich Nahtzugaben aus fester Vlieseline ausschneiden, auf ein Stück Baumwollstoff aufbügeln, zuschneiden und an die Unterseite des Zylinders nähen.

Zylinder und Boden der inneren Hülle aus Futterstoff zuschneiden und nähen. Dabei die Seitennaht nicht komplett schließen, sondern in der Mitte eine Wendeöffnung lassen.

Zwei Ösen im Randstreifen nahe der Seitennaht anbringen. Feste Kordel einziehen und an der richtigen Position von außen mit Nadeln feststecken. Kordelstopper anbringen und Enden der Kordel verknoten.

Den inneren Zylinder rechts auf rechts über den äußeren ziehen. Die oberen Ränder aufeinander stecken und nähen. Wenden und die Hülle in die richtige Form bringen. Die untere Naht des Tunnelzugs nähen, dabei aufpassen, dass die eingezogene Kordel nicht festgenäht wird. Die Wendeöffnung schließen. Den Boden der inneren Hülle mit ein paar Handstichen in der Nahtlinie der äußeren Hülle festnähen, damit er nicht hoch rutscht. Fertig!




Freitag, 20. Oktober 2017

Freitags | Rebus #148

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Heute wird der Name eines Tieres gesucht, den meine Kinder im Sachunterricht gelernt haben. Kennt Ihr ihn?

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Me Made Mittwoch [Dunkelblaues Viskosekleid]

Mindestens einmal im Jahr gehen meine Tochter und ich ins Ballett. Letztes Jahr war es Schwanensee, dieses Jahr Dornröschen, beide Male im schönen Mikhailovsky Theater. Den Nussknacker haben wir mit der ganzen Familie gesehen - dafür hatte ich mir extra ein neues Kleid genäht. Ein neues Kleid wollte ich auch dieses Mal tragen. Ganz schlicht, genäht nach dem Schnitt Jona von Schnittchen (wie schon dieses und dieses Kleid), aus etwas zu leichter und sehr knittriger dunkelblauer Viskose.

Das Telefon ist übrigens wegen der praktischen Fernbedienungs-App auf den Bildern, nicht weil ich ununterbrochen texte... :-)

Mehr Frauen in selbstgemachter Kleidung gibt es heute wieder auf dem Me Made Mittwoch Blog zu sehen.

Montag, 16. Oktober 2017

Im Labyrinth

Auf Instagram habe ich vor einer Weile ein paar russische Quilterinnen entdeckt, die sich mit modernem Quilting und improvisiertem Patchwork beschäftigen, Themen, die mich auch sehr reizen. Vor kurzem hatte ich das Glück, in ihre Gruppe eingeladen zu werden. Ich empfinde das als wunderbare Herausforderung. Gemeinsame Projekte sind immer äußerst spannend und erfüllend. Bei diesem ist auch die Kommunikation ein Thema - da mein Russisch noch immer nicht sonderlich gut ist, versuche ich mich auf englisch zu verständigen.

Bei der Gruppe Импровизация handelt sich um eine sogenannte Quilting Bee, bei der sich mehrere Quilter zusammentun und jeden Monat Blöcke für die immer wechselnde Queen Bee nähen, die das Thema, die Farbpalette und die Größe der Blöcke vorgibt.

Im Monat Oktober ist Valerija vom Blog lerusisik die Queen Bee, und das Thema lautet Labyrinth. Die Blöcke sollen einzelne Zimmer darstellen, 30 x 30 cm groß sein und 1-3 cm breite Wände haben, in deren Mitte es mindestens zwei Türöffnungen gibt. Die Farbpalette umfasst alle Jeanstöne von dunklem Indigo bis hellem Blau, und in jedem Block sollte ein kleiner Klecks Rot enthalten sein.

A while ago I discovered several Russian quilters on Instagram who focus on modern quilting and improvised patchwork, topics I find very appealing myself. Some time ago I was lucky to be invited into their group. I see that as a wonderful challenge. Joint projects are always very exciting and fulfilling. In this case there is the extra challenge of communication - since my Russian is still very basic, I try to communicate in English.

The group Импровизация is a so called Quilting Bee, at which quilters virtually get together to sew blocks for the queen bee of the month. She is the one who defines the theme, the color palette and the size of the blocks.

October's queen bee is Valerija of lerusisik, and her theme is called Labyrinth. The blocks are supposed to be rooms, 30 x 30 cm in size, with 1-3 cm walls that have at least two doors in the middle. The color palette includes jeansy blues from indigo to light blue, and in every block there should be a small piece of red fabric.



Für meinen ersten Block stellte ich mir vor, durch ein Labyrinth aus Beton und Stein zu wandern, durch einen Raum nach dem anderen, unaufhörlich, immer weiter... um plötzlich stehen zu bleiben und zu merken, dass der Raum, den man gerade betreten hat, gar keinen Boden hat, sondern mit tiefem dunklen Wasser gefüllt ist, und dass man auf einem schmalen Brett steht, das in der Mitte des Raumes einfach endet. Was würde man tun? Umkehren? Versuchen zu springen? Vielleicht würde man es auf die andere Seite schaffen. Oder vielleicht würde man fallen. Wie wäre das? Unangenehm? Schrecklich? Oder vielleicht sogar lustig?

Während ich nähte, habe ich viel über bestimmte Momente im Leben nachgedacht - wenn man vor etwas Unbekanntem und Furchteinflössendem steht und nicht weiß, was man tun soll und ob man es überhaupt schafft.

For my first block I imagined wandering around in a labyrinth made of concrete and stone, one room after another, never ending, on and on... when suddenly you stop and realize that the room you have just entered has no floor but is filled with deep dark water and you are standing on a narrow board that just ends there, in the middle of the room. What will you do? Go back? Try and jump? Maybe you’d make it to the other side. Or maybe you’d fall. What would it be like to fall? Unpleasant? Terrifying? Maybe even fun?

While sewing I was thinking a lot about certain moments in life - when you have to face something unknown and scary and you don’t know what to do and if you can do it at all.

Mein zweiter Block ist fröhlicher: In einem Teil dieses dunklen und ansonsten leeren Raumes befindet sich ein bunter Teppich und viele Kissen, die dazu einladen, sich hinzusetzen (... wobei man sich auch dafür entscheiden könnte, darum herum zu gehen und weiter zu laufen).

Für mich ist das ein Bild unseres kreativen "Happy Space": unserer Vorstellungskraft, die bunt und lustig ist, gemütlich und positiv. Ein Zufluchtsort in unserem Alltag, ein Ort, an den wir uns in Gedanken zurückziehen können, während wir im wahren Leben durch den Regen nach Hause laufen, durchnässt und frierend, oder im Wartezimmer des Zahnarzts sitzen und uns langweilen.

My second block is more fun: In one part of this dark and otherwise empty room you find a colorful carpet and lots of cushions, inviting you to sit down. (... you could also decide to walk around them and move on).

For me, it’s an image of our creative „happy space“: our imagination, colorful and fun, cozy and positive. It’s a retreat from every day life, a place we can go to in our mind when we are actually walking home with our grocery shopping, soaked by rain and freezing, or are waiting, bored, in the dentist‘s office.

Freitag, 13. Oktober 2017

Freitags | Rebus #147

Jeden Freitag suchen wir hier ein Buch, einen Film, ein Lied, einen Ort, einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier, versteckt in einem oder mehreren Bildern. Wer gerne rät, ist herzlich dazu eingeladen. Eure Kommentare bleiben verdeckt und werden gegen Abend veröffentlicht. Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein virtuelles Bienchen - und wer drei Bienchen gesammelt hat, bekommt von mir eine kleine Überraschung per Post. 

Heute wird ein Begriff aus einer Disziplin gesucht, die hier in St. Petersburg eine große Rolle spielt.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

12 von 12 im Oktober



Es ist Donnerstag, der 12. Oktober. Der heutige Morgen ist ruhiger als sonst - das Mädchen hat bei einer Freundin übernachtet, wir sind daher nur zu dritt. Der Mann und der Junge frühstücken und machen sich danach auf den Weg. Als ich allein bin, setze ich mich mit einem Kaffee an den Rechner. Schon das dritte Jahr in Folge gestalte ich in Zusammenarbeit mit zwei Freundinnen Fotokalender, die zugunsten gemeinnütziger Organisationen auf einem Weihnachtsbasar verkauft werden.

Nach zwei Stunden Arbeit gibt es ein schnelles Frühstück. Eine Mohnschnecke, eine Handvoll Weintrauben und ein Apfelsaft.

Dann arbeite ich weiter. Jedes einzelne Foto muss bearbeitet, beschnitten, eingefügt werden. Als drei von vier verschiedenen Kalendern fertig sind und mir allmählich der Kopf brummt, gehe ich zur Ablenkung kurz ins Nähzimmer. Viel Zeit habe ich nicht, aber für ein paar schnelle Nähte reicht's. Ob ich das Kleid bis morgen Abend fertig bekomme? Dann gehen das Mädchen und ich ins Ballett, Dornröschen.

Beim Aufräumen ist mir gestern dieses Bild des kleinen Mannes in die Hände gefallen. Auf den Plakaten steht: "WiR BRauchen nemaschinen!!!"

Zum Mittagessen gibt es Butterbrote, Tomaten und Salat.

Dann holt mich eine Freundin ab. Wir fahren gemeinsam zur Schule, wo heute das Herbstfest stattfindet. Vorgestern war für heute noch Regen angesagt gewesen, gestern dichte Bewölkung - aber stattdessen reißt der Himmel auf und die Sonne kommt hervor. Was für ein Glück. Wir fahren an der Newa entlang, über die kleine Brücke der Fontanka.

Am Winterpalast entlang und immer weiter.

Auf dem Schulhof ist schon viel los. Die Kinder machen Musik, es wird gesungen, getanzt und gespielt. Der Himmel ist strahlend blau, und die Sonne scheint! Ich unterhalte mich mit anderen Eltern und einigen Lehrerinnen und genieße den Nachmittag in vollen Zügen.

Es gibt Obst, selbstgebackenen Kuchen, warme Würstchen und Kinderpunsch.

Dann wird ein Feuer angezündet und Stockbrot gegrillt. Um vier ist das Herbstfest zu Ende, und wir fahren nach Hause.

Daheim geht erst das Mädchen und danach der Junge in die Badewanne. Die Kinder lieben es, ihr Badewasser zu färben. Heute ist es grün (mit Waldmeisterduft?). Jede Menge Playmobilfiguren baden auch mit.



Als der Mann von der Arbeit kommt, hat er einen ganzen Stapel Post für mich dabei. Unglaublich! Ich fühle mich, als ob ich Geburtstag hätte. Während die Anderen mit dem Abendbrot anfangen, mache ich es mir auf dem Bett gemütlich, öffne in Ruhe die Umschläge, lese die Karten und freue mich über die Stoffreste, die Ihr mir für den Three Yellow Fish Quilt geschickt habt. Vielen lieben Dank, Ina, Karen, Nannette, Martina, Regula, Beate, Vanessa, Margit und Elvira, Eure Stoffe sind wunderschön! Jetzt habe ich genug Material, um weiter zu nähen.

Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

12 von 12 im Oktober 2016
12 von 12 im Oktober 2015
12 von 12 im Oktober 2014
12 von 12 im Oktober 2013