Mittwoch, 12. April 2017

12 von 12 im April

Es ist Mittwoch der 12. April, und wie an fast jedem 12. des Monats gibt es hier wieder 12 Bilder des Tages. Nr. 1: Die Frühlingsjacken haben wir kaum zwei Tage angehabt und schon wieder in den Schrank gehängt - in St. Petersburg sind heute kaum über null Grad und es schneit leicht. Immerhin blühen drinnen die Frühlingszweige.


Als die Familie aus dem Haus ist, mache ich mich fertig.


Und frühstücke, heute schnell und ohne rechten Appetit. Der Artikel aus dem SPIEGEL passt auch zu unserer Situation. Es ist nicht einfach, ruhig zu sein, wenn jeden Tag irgendeine Metrostation oder ein Bus geräumt wird, weil wieder einmal ein herrenloser Gegenstand gefunden wurde.


Vormittags nähe ich zuerst eine Hülle für unsere kleine Kamera und gehe anschließend einkaufen. Es ist kalt und ungemütlich. Ich besorge Tomaten, Hackfleisch, Salat, Äpfel, Baguette und Schoko-Ostereier.


Die Leute schlagen die Kragen hoch und vergraben sich in ihren Kapuzen. Heute ist alles grau. Aber das seltsame gelbe Auto mit den Periskopen steht wie immer an seinem Platz...

Wieder zu Hause koche ich einen großen Topf Chili con Carne. Das haben sich die Kinder zum Abendessen gewünscht. 

Für mich gibt es zum Mittagessen einen schnellen Salat mit Avocado und Pinienkernen.



Dann muss ich wieder los. Ich mache mich auf den Weg zur Schule. Der Junge hat heute nachmittag Fußballtraining. Er, seine Schwester, zwei weitere Jungs und ich werden vom Vater eines Schulfreunds zur Sporthalle mitgenommen.

Ich unterhalte mich während des Trainings mit einer anderen Mutter. Das Mädchen findet die Zuschauerbank irgendwann langweilig und holt ihre Malsachen hervor.


Normalerweise nehmen wir nach dem Training die Metro, aber heute holt uns ausnahmsweise der Mann mit dem Auto ab. Zum ersten Mal fahren wir über die neue Brücke, die die Wassiljewski- und Krestowski-Inseln mit dem Primorski-Rayon verbindet. Rechts sieht man den im Bau befindlichen Lakhta Tower.



Die Brückenkonstruktion gefällt mir, ich finde sie filigran und elegant.


An der Abfahrt des Zapadniy Skorostnoy Diameter muss man 60 Rubel Maut bezahlen. Zwanzig Minuten später sind wir zu Hause. Der Mann und die Kinder bauen Lego und kümmern sich später um den Abendbrottisch (wie gut, dass das Chilli con Carne schon fertig ist und nur warm gemacht werden muss). Dazu gibt es Salat und Baguette mit Knoblauchbutter. Jetzt wird gegessen. Deshalb schicke ich meine Bilder schnell zu Caro und wünsche Euch einen schönen Abend!

12 von 12 im April 2016
12 von 12 im April 2015

Kommentare:

  1. Guten Appetit! Das esse ich auch so gerne, kann deine Kinder gut verstehen. Ein spannenider Tag, und diese neue Brücke ist ja richtig schön! Liebe Grüße nach St. Petersburg - Ghislana

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  2. Die Brücke hat wirklich etwas Feines und Leichtes. Aber ach- schon wieder Schnee...
    Ganz liebe Gedanken Richtung St. Petersburg
    Andrea

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    1. Nur leichtes Gestöber... immerhin bleibt er nicht liegen...

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  3. ja, ich kann gut verstehen, dass die menschen in st petersburg verunsichert sind und täglich aufs neue mit auswirkungen des anschlags konfrontiert werden.
    das foto von dir mag ich sehr gerne und die brücke finde ich sehr gelungen, ich mag so filigrane bauwerke!
    zum essen käme ich auch gern vorbei!
    liebe grüße
    mano
    mano

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    1. Ich lasse Dir einen Teller übrig :-)

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  4. Deine 12er schaue ich wirklich immer! Und ich merke an deinem Blick auf die Stadt, dass St.Petersburg seinen Zauber entfalten kann - schön!
    viele Frühlingsgrüße!

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    1. Zauberhaft ist es wirklich. Kalte und windige Grüße zurück...

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  5. Hallo liebe Clara,
    als der Anschlag passierte, war mein erster gedanke an dich....wirklich.weiß auch nicht warum.ich ahbe sher viele bekannten,die da wohnen. vermutlich,weil das nicht dein zuhause/deine heimat ist...
    gestern ist nun bei uns wieder passiert, bei unserem liebelingsverein. udn genau vor 1 woche war meine tochter im stadion zum spiel gucken. heute sagte mein mann dann: wir müssen jetzt eine entscheidung treffen: leben wir so weiter mit risiko, was vermutlich sehr gering ist....?oder wir leben sicher,aber verzichten auf alles,was unser leben ausmacht? ich finde diese frage muss man sich in der tat stellen und eine antwort darauf finden...die sjituation wird sich wohl nicht mehr ändern und auf jeden fall nicht so schnell. schau dir die israelis an. sie leben wie auf einem pulverfass.aber seit sie klein sind lernen sie mit der gefahr zu leben und sie sind lebensfrohe und optimistische menschen trotz ständiger gefahr in der sie leben.
    kopf hoch!
    themawechsel. dein salat sirht lecker aus. hat er einen namen?möchte auch so einen machen..

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    1. Liebe Julia,
      Ja, es bleibt einem wohl nichts anderes übrig! Da man eh nichts vorhersehen kann, kann man sich auch nicht schützen. Also Kopf hoch und so normal wie möglich weiter machen. Das versuche ich auch. Liebe Grüße!

      P.S.: Mein Salat ist namenlos - er bestand aus einer Pflücksalatmischung, ein paar jungen Spinatblättern, einer reifen Avokado und einer kleinen Handvoll Pinienkerne (ungeröstet, geröstet schmeckt natürlich noch besser) :-)

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    2. und dressing dazu? wie machst du ihn?

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    3. Ich mag ein Dressing aus Kürbiskernöl, Essig, Kräutern, Salz und Pfeffer...

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  6. Schön, dass du uns immer mitnimmst in dein Leben am 12., und deinen besonderen Blick zeigst (auch mit geschlossenen Augen)... trotz Verunsicherung wirkt es so leicht. Viele Grüße
    Michaela

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    1. Die 12 von 12 sind mir ein liebes Ritual geworden, die möchte ich nicht mehr missen. Und wie schön ist es, dass Du - und teilweise auch Ihr anderen - schon im 6. Jahr mitl(i)est!

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  7. Du Hübsche (auch wenn es ggf. in der aktuellen Situation etwas unpassend ist)!
    Ich verstehe die Unsicherheit und frage mich vor allen Dingen, wie Du das den Kindern erklärst. Meine haben zum Beispiel auch viel gefragt, erst heute wieder nach dem Dortmund-Anschlag.
    Ich glaube, es tut dann grundsätzlich gut, im Rahmen des Möglichen den Alltag zu leben und die Farbe zu suchen. Von daher - wieder schöne Bilder und Danke fürs Mitnehmen.

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    1. Das wäre ein feines Motto: Suche die Farbe. Schon macht es klick-klick-klick in meinem Kopf...

      Danke für die Anregung und die allerbesten Grüße nach Friedrichshain!

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  8. habe in den letzten tagen oft an dich denken müssen und mich gefragt, wie die situation wohl für euch ist. bin froh, dass es euch soweit aber gut geht.
    ich mag deine tageseinblicke immer sehr. so viel normalität in einem (mir sehr) fremden land finde ich immer irgendwie beruhigend. keine ahnung wieso. :)
    herzliche grüße
    die frau s.

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  9. Vielen Dank für's Mitnehmen in deinen Tag - ist immer wieder so interessant! Heute gefällt mir die Salatschüssel-Perspektive ganz besonders!
    Grüße von Ulrike

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