Es ist Donnerstag, der 12. November. Und am 12. gibt es hier wieder, wie an jedem 12. des Monats, zwölf Bilder des Tages. Nr. 1: Die Tage sind schon spürbar kürzer. Wenn der Mann und die Kinder morgens aus dem Haus gehen, ist es noch eine ganze Weile dunkel.
Nach dem Frühstück setze ich mich mit einem Kaffee an den Tisch im Wohnzimmer und arbeite an ein paar Projekten für den Winterbasar. Bilder bearbeiten, Layouts erstellen, E-Mails hin- und herschicken, den Kalender unserer Fotogruppe vermarkten. Was man halt so tut, wenn man sich gerade in einer beruflichen Auszeit befindet.
Draußen ist es so wie die ganzen letzten Tage: Grau in Grau.
Vögel am grauen Himmel.
Und Vögel am grauen Boden (viele
Vögel neuerdings hier auf dem Blog...)
Die Regenrohre sind hier doppelt so breit wie in Berlin und entwässern einfach auf den Gehweg. Das ist ein Spaß, wenn es schüttet. Man wird gleich von zwei Seiten nass gespritzt - von den Fallrohren der Häuser und von den Autos auf der Straße.
Ich laufe zu Fuß zu der Wohnung einer Bekannten, um meinen Beitrag für einen Gemeinschafts-Quilt abzugeben. Solche alten Treppenhäuser gibt es hier oft, aber manchmal sind sie arg herunter gekommen. Dieses hier sieht schön aus.
Dort angekommen, treffe ich auf die Craft Group. Die Anwesenden (eine Französin, eine Engländerin, eine Japanerin) produzieren eifrig für den Winterbasar. Auch der Quilt soll dort verkauft und der Erlös gespendet werden. Ich bekomme einen Kaffee und schaue ihnen ein bißchen beim Werken zu. Dabei unterhalten wir uns über Shibori und English Paper Piecing.
Irgendwann mache ich mich wieder auf den Weg. Zum Mittagessen gönne ich mir Sushi.
Dann suche ich den Künstlerbedarfladen an der Kirochnaya Ulitsa, der mir von der Französin empfohlen wurde. Ich muss schweres Papier und Farben für die
Adventspost besorgen. Zum Glück finde ich auch beides. Jetzt kann endlich gedruckt werden.
Zu Hause bleibt mir noch ein bißchen Zeit, um an meinen anderen Beiträgen für den Winterbasar zu arbeiten (Dieser Post wimmelt nur so von dem Wort Winterbasar. Hier kommt es noch ein paar Mal: Winterbasar. Winterbasar). Schlüsselanhänger zum Beispiel. Die aufmerksame Betrachterin entdeckt auch die leeren Saftpackungen auf dem Boden und ahnt, wofür sie gedacht sind.
Dann ist es Zeit, die Kinder abzuholen. Wir bauen zusammen ein Legogefängnis, und dann schäle ich Kartoffeln fürs Abendessen. Währenddessen zeichnet das Mädchen ihrem Papa ein Trostbild, weil er gerade beim Zahnarzt ist und einen Weisheitszahn gezogen bekommt... :-(
Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei
Caro.
12 von 12 im November 2014