Freitag, 17. September 2021

Von Wolldecken und Wassermelonen

Früher, als es in diesem Haushalt noch keinen Stapel selbstgemachter, weicher, warmer Quilts gab, hatten wir eine dunkelgraue Wolldecke. Sie stammte aus dem schwedischen Möbelhaus und passte farblich gut in unsere Wohnung, war allerdings eher kratzig und ungemütlich. Irgendwann wurde sie im Stoffschrank verstaut, wo sie lange auf einen neuen Verwendungszweck wartete. Neulich kam mir die Idee, daraus eine weitere Kimonojacke zu nähen - wieder verlängert und mit großen Taschen, wie bei diesem Modell. Eine Jacke aus eher kratzigem Wollstoff? Das macht nicht unbedingt Sinn. Aber den Gedanken wurde ich einfach nicht mehr los.
 
"Baby's Jacke!" meinte meine Tochter, als sie sie zum ersten Mal sah - wir haben vor kurzem zusammen "Dirty Dancing" geguckt. Und auch wenn die Strickjacke im Film hellblau ist und eine andere Form hat, finde ich diese Assoziation hübsch. Das war schließlich der Film meiner Jugend. Ich präsentiere heute also: die Baby-Jacke. Und weil es sich anbot und ich schon viel zu lange nicht mehr mit Obst posiert habe, habe ich fürs Foto extra eine Wassermelone getragen.

P.S.: Im wahren Leben trage ich eine Wolljacke nicht mit Shorts und kurzem T-Shirt - es war ein heißer Tag.
 
P.P.S.: So schrecklich kratzig ist sie übrigens gar nicht.

Mittwoch, 15. September 2021

Ein entwischter Streifen


Der Herbst kommt bestimmt. Aus einem Schwung in Deutschland gekaufter Stoffe habe ich langärmelige T-Shirts für den bald 11 Jahre alten Jungen genäht. Der ist über den Sommer ordentlich gewachsen und kräftiger geworden, weswegen ich einen locker sitzenden Schnitt in Größe 164 gewählt habe. Das ist momentan noch ein bisschen zu groß, trägt sich aber sicher angenehm. 


Drei Versionen des Schnittes C'mon aus der Ottobre 1/2014: einmal aus Jersey mit breiten weißen und blaugrauen Streifen, von denen einer entwischt und durch einen Streifen aus leuchtend rotem Ripp ersetzt worden ist, einmal mit Blättern und Totenköpfen auf olivgrünem Sommersweat und einmal aus dunkelblauem Jersey mit HTML-Print.

Sonntag, 12. September 2021

12 von 12 im September

Es ist Sonntag, der 12. September 2021, und deshalb gibt es hier wieder 12 Bilder des Tages. Der beginnt heute sehr amerikanisch - mit Donuts zum Frühstück.

Der Junge hat eine Verletzung am Fuß. Deshalb machen er und der Mann sich heute einen ruhigen Tag zu Hause. Das Mädchen und ich laufen zum Bahnhof, um nach New York City zu fahren.

Im Zug brüten das Mädchen und ich zusammen über einem Killer-Sudoku. Vor ein paar Jahren habe ich mich noch gefragt, wie das bloß gehen soll - mittlerweile kann ich es.

Man merkt, dass das Leben in der Stadt wieder normaler geworden ist. Masken zu tragen ist in den Bahnhöfen und den Zügen aber immer noch Pflicht. Wir fahren mit dem 6 Train vom Grand Central bis zum Astor Place.

Dort steigen wir aus und schlendern durchs East Village. Es ist viel los, man sieht coole, bunte, extravagante Menschen. Das Mädchen und ich lassen uns treiben und inspirieren.

Das Mittagessen gibt es draußen vor einem Bistro am St. Mark's Place. Das Mädchen isst einen Burger, ich nehme ein Omelett mit Salat und Bacon - schon wieder sehr amerikanisch.

Danach spazieren wir über den Tompkins Square Park. In der E 8th Street entdecken wir den Firemen's Memorial Garden. Dieser kleine Park ist dem Feuerwehrmann Marty Celic gewidmet, der während des Versuchs, ein von einem Brandstifter angezündetes Haus zu löschen, ums Leben kam.
 
Bei solch bunten Wänden muss man einfach ein Foto machen, oder? Ich knipse das Mädchen und das Mädchen mich. Heute trage ich mein Maxikleid aus alter Bettwäsche.

In der E 10th Street finden wir "nico neco zakkaya", einen wunderschönen kleinen Laden mit japanischen Schreibwaren, Stempeln, Stickern und Washi Tape. Ein paar Straßen weiter, in der E 13th Street, entdecken wir "Blick Art Materials", einen beeindruckend ausgestatteten Künstlerbedarfladen.

Es ist ein schöner Spätsommertag, sonnig und sehr warm, und wir laufen und schauen und genießen unseren Ausflug in vollen Zügen.

Hallo, Empire State Building!
 


Am Madison Square Park, mit Blick auf das berühmte Flatiron Building, setzen wir uns auf eine Bank und ruhen uns etwas aus. Dann fahren wir von der nächsten Subway Station mit dem 6 Train zurück zum Grand Central Terminal und machen uns auf den Heimweg. Im Zug hört das Mädchen Musik. Mir fallen fast die Augen zu - wir sind 7,7 Kilometer gelaufen. Der Abend zu Hause wird ruhig. Und wie war Euer Tag? 
 
Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Caro.


12 von 12 im September 2020

12 von 12 im September 2019
12 von 12 im September 2018
12 von 12 im September 2017
12 von 12 im September 2016
12 von 12 im September 2015
12 von 12 im September 2014
12 von 12 im September 2013
12 von 12 im September 2012


Mittwoch, 8. September 2021

Bäume für LeAnn

Ich bin etwas spät dran, aber hier kommen meine Beiträge zum August-Thema unserer Light of Day Bee. Es wurde von LeAnn @niftyquilts vorgegeben. Sie wünschte sich Bäume - schlichte kahle Bäume in weichen neutralen Farbtönen oder subtilen Prints, egal in welcher Größe. Ich bin gespannt, wie ihr Winterwald aussehen wird.

Montag, 6. September 2021

Lamas und Kakteen

Zwölfdreiviertel Jahre ist meine Tochter mittlerweile. Beim Stoffladenbesuch in meiner ostwestfälischen Heimat war sie wie immer dabei, um sich Material für ihre Herbst-T-Shirts auszusuchen. Eigentlich, dachte ich, seien die Glitzer-Zeiten mittlerweile vorbei. Aber bei silbrigen Lamas und Kakteen auf dunkelgrauem Jersey konnte sie nicht widerstehen.
 
T-Shirt nach dem Schnitt Warm & Effortless aus der Ottobre 7/2019 in Größe 34.

Mittwoch, 1. September 2021

10 Jahre bimbambuki


Seit genau zehn Jahren gibt es ihn heute, diesen Blog. Was für eine lange Zeit! Einige von Euch, liebe LeserInnen, sind seit diesen Anfangstagen dabei. Herzlichen Dank, dass Ihr mich begleitet. Und herzlichen Dank für Eure netten, unterstützenden, inspirierenden Kommentare! Schön ist auch, dass ich im Laufe der Jahre die Eine oder Andere "in echt" kennenlernen durfte. Allein diesen Sommer hatte ich das Glück, sechs andere Bloggerinnen und eine liebe Leserin zu treffen.
 

Begonnen habe ich mit selbstgenähter Kinderkleidung. Heute geht es auch viel ums Quilten. Den Sommer über habe ich an meinem Improvisazia Quilt gearbeitet. Ich quilte von Hand, und zwar so dicht und kleinteilig wie noch nie. Es dauert natürlich ewig, aber es ist eine schöne, ruhige Aufgabe, eine Art Meditation. Und die Textur, die dabei entsteht, finde ich einfach unwiderstehlich. Mögt Ihr sie auch?
 


Montag, 23. August 2021

Vier Miniquilts

Zurück in NY und mit dem Jet Lag kämpfend... aber am dritten Tag fühle ich mich schon beinahe wieder normal. Heute zeige ich etwas, das schon vor meiner Sommerpause entstanden ist. Wer den Blog schon länger liest, weiß, wie sehr ich Improv-Patchwork liebe.

Unterschiedlich große Reste (teilweise nur Schnipsel) von blauen, grünen, lilafarbenen, gelben und grauen Baumwollstoffen wurden mit Schwarz und Chambray zusammengepuzzelt, bis ich vier gleich große Miniquilt-Tops in ungefähr Postkarten- oder Mug-Rug-Größe fertig hatte.
 
Das Batting besteht aus dünnem Baumwoll-Quiltvlies und als Rückseite habe ich einen weißen Baumwollstoff mit Muster verwendet. Jede zweite Linie habe ich mit Geodreieck und einem hitzelöslichen Stift gerade vorgezeichnet, die Linien dazwischen sind extra wonky.
 
Für das Binding habe ich ebenfalls Stoffreste verwendet, die teilweise zusammengepatcht wurden. Es ist vorne mit der Maschine und hinten von Hand angenäht. Die vier Miniquilts habe ich auf einem schönen Nähwochenende in Deutschland an vier Nähfreundinnen verschenkt...