Mittlerweile ist es 12 Jahre her, dass mein Mann und ich den ersten Urlaub miteinander verbracht haben. In unserem kleinen Hotelzimmer in Montpellier gab es eine grüne Wand, von der ich immer noch träume. Falls wir irgendwann einmal in einem südlichen Land leben sollten, möchte ich so eine grüne Wand haben. Hier in Russland, wo der Winter so dunkel ist, sind unsere Wände weiß. Aber als Erinnerung an die grüne Wand habe ich eine grüne Decke für unser Bett genäht.
Die Decke besteht aus lauter Baumwollstoffen in Grün- und Aquatönen. Ein paar davon habe ich in Deutschland bestellt. Ein paar stammen aus einem guten Stoffladen hier in St. Petersburg. Ein paar habe ich hier in dem etwas obskuren Marktviertel zwischen Sadovaya und Fontanka gekauft und ein, zwei sind Reste aus meinem Stoffschrank. Daraus habe ich gleichseitige Dreiecke mit einer Kantenlänge von 36,6 cm geschnitten. Aus den einzelnen Dreiecken habe ich sieben Reihen mit einer Länge von ca. 220 cm und davon dann immer zwei an den Längsseiten aneinander genäht.
Diese Stücke aus jeweils zwei Reihen wurden dann (nach dem gleichen Prinzip wie bei der Herbstbeginn-Decke und der Streifen-Schollen-Polkadots-Decke) auf entsprechend große Streifen Fleece gesteckt und links und rechts der Nähte gequiltet - mit dem Unterschied, dass die dieses Mal gleich die Rückseite der Decke darstellen. Die Decke wurde nun zusammengesetzt, in dem ich die Stücke nach und nach an den Längsseiten aneinander genäht und die auf der Rückseite sichtbaren Nahtzugaben mit aufgenähtem Schrägband verdeckt habe.
Die Schrägbänder habe ich erst gesteckt, dann entlang der Kanten mit der Hand geheftet und schließlich - von der rechten Seite aus - mit der Maschine aufgenäht. Alle Längsnähte sehen dadurch im Endeffekt gleich aus, egal, ob zwei Streifen Oberstoff miteinander verbunden wurden oder zwei Sandwich-Stücke aus Oberstoff und Fleece. Ein weiterer Vorteil dieser Methode war, dass sich nie zuviel Stoff unter der Nähmaschine türmte. Die fertige Decke misst ca. 220 x 240 cm - ich könnte eine Decke von solchem Ausmaß nie auf klassische Weise mit einer normalen Nähmaschine quilten.
So riesig sie mir vorkam - als ich sie zum ersten Mal aufs Bett legte, dachte ich: Sie hätte ruhig noch etwas breiter und länger sein können. Vielleicht nähe ich ja demnächst noch einen Quilt. Ein Verwendungszweck findet sich immer. Und es gibt noch so viel auszuprobieren...
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Edit: Wie versprochen, zeige ich hier noch ein Bild der Rückseite des Quilts. Der Fleece ist blau (es gab leider keinen grünen), und man sieht die Schrägbandstreifen an den Stellen, an denen die einzelnen Teile der Decke zusammengefügt wurden.