Sommertagebücher lautet das Thema der diesjährigen
Sommerpost. Wie schön! dachte ich, als ich mich anmeldete. Ich liebe Blankobücher und schreibe seit vielen Jahren
Tagebuch. Aber spätestens, als es konkreter werden sollte, wurde mir etwas mulmig. Selbst ein Buch binden, das hatte ich noch nie gemacht. Und dann gleich sechsfach, denn so viele Teilnehmer gibt es in jeder Sommerpostgruppe...
Aber es machte viel Spaß, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich las die gut gemachten und sehr hilfreichen Anleitungen von
Lost im Papierladen, bestellte Pappe, Leim und Buchbinderzwirn, fand einen wunderschönen Stoff im
Volksfaden (denn eine Mischung aus Papier und Stoff sollte das Sommertagebuch werden, eine Verbindung von zwei meiner Leidenschaften) und probierte drauflos.

Das Papier für die Büchlein wurde von Hand zugeschnitten: 190 g schwerer Zeichenkarton und dünnes weißes Papier mit ab und zu einem darauf kopierten Vögelchen. Gewählt habe ich ein Querformat, 21x12 cm, das sich aus A3 schneiden und falten ließ. Für Skizzen mit Tintenstift den Karton, für Notizen mit Kugelschreiber das Papier, dachte ich mir. Aber nochmal würde ich so dünnes Papier nicht verwenden, denn nach den weiteren Arbeitsschritten wellte es sich.
Mit dem Buchbinderzwirn wurden abwechselnd Karton- und Papierseiten zu zwei Heften mit insgesamt 16 Blättern oder 32 Seiten zusammengebunden. Perfekt geworden ist es nicht, weil ich zwischendurch ein bißchen improvisierte. Das nächste Mal werde ich mich strikt an die Anleitungen halten. Egal - den Spalt zwischen den beiden Heften habe ich einfach unter Masking Tape versteckt.
Dann wurden die Pappen der Vorder- und Rückseiten auf den Stoff geleimt. Und die Hefte in die stoffbezogenen Buchdeckel geklebt. Zwischendurch gab es immer wieder Pausen, denn nach jedem Arbeitsschritt musste der Leim trocknen. Da ich weder eine Presse noch Zwingen hatte, mussten dafür ein paar schwere Bücher herhalten. Nichts für Ungeduldige, lernte ich: Buchbinden erfordert ein bißchen Zeit.
Nach dem letzten Warten war es dann endlich soweit - die Sommertagebücher waren fertig! Wie gesagt: Perfekt sind sie nicht. Aber es hat Spaß gemacht, sie zu machen, ich habe einiges gelernt und freue mich über das Ergebnis. Sie sind doch hübsch geworden, oder...? Schnell wurden noch Karten bestempelt, bekritzelt, beschrieben - und ab ging die Post. Je ein Buch bekamen
Tabea Heinicker,
Petra Paffenholz, Eva von
Jaegerschnipsel, Martina von
Mottenkönig und Dania von
Krokodilina. Eins behalte ich selbst.
Sommerpost ist eine immer wieder schöne Idee von
Michaela Müller und
Tabea Heinicker, und ausgerichtet wird sie dieses Jahr von
Frau Wien. Vielen herzlichen Dank Euch dreien für die wunderbare Anregung und die Organisation!
Und wer mehr sehen möchte: Die gesammelten Werke aller Teilnehmerinnen findet Ihr
hier.