Sonntag, 23. Februar 2020

Stoffspielereien: XXL

Herzlich willkommen bei den Stoffspielereien im Februar! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Ich freue mich, Euch heute das Februarthema vorstellen zu dürfen. Es lautet "XXL" - ganz abstrakt und weit gefasst! Was ist Euch dazu eingefallen? Schreib mir einen Kommentar oder schick mir eine E-Mail an mond[at]berlin[punkt]com mit dem Link zu deinem Beitrag, und ich füge ihn im Laufe des Tages hier ein. Bevor ich zeige, was ich gemacht habe, kommen hier aber erst einmal die Stoffspielereien der Anderen:

- Ute [Textile Werke] hat Jeans zu einer nachhaltigen XXL-Tasche für den Rieseneinkauf recycelt
- Tyche [Tyche's touch] zeigt selbst entworfene Tischsets, in zeitaufwendige Hardanger-Technik gestickt
- Martina [machwerk] hat in Kooperation mit ihrem holzarbeitenden Sohn einen Brotkorb mit den Fingern gestrickt.
- Susanne [nahtlust] arbeitet an einem bedruckten und bestickten Nadelbrief in XXL, aus dem ein Gästebuch wird.
- Christiane [Schnitt für Schnitt] hat ein Foto in Pixel aufgelöst, in über 1000 Stoffquadrate verwandelt und zu einem Wandbild zusammengesetzt.
- Auf dem Blog Handarbeitstagebuch gibt es einen XXL-Nähring als Armreif zu sehen - inspiriert von der letzten Stoffspielerei.
- Kerstin [Stoffnotizen] hat einen großen Vorhang von Hand mit sechs Volants benäht.
- Marietta [H-M&C] ist zum ersten Mal bei den Stoffspielereien dabei (Willkommen!) und zeigt zwei aus XXL-Wolle gestrickte Kissen.
- Gabi [made with Blümchen] strickte einen Gartenzaun. Sie STRICKTE. EINEN. GARTENZAUN!
- Mirella [Mirellchen] arbeitet mit dicken Nadeln an einem Pullunder.
- Gabi [Langer Faden] hat einen übergroßen Log-Cabin-Quilt und ein Quilttop aus großen Stoffstreifen genäht.
- Elvira [Zwischendurch] strickt eine warme XXL-Decke mit Musterpatchwork und bunten Einsprengseln.
- Ute [123-Nadelei] hat die Riesen-Stoffbanner, die durch Zufall zu ihr gefunden haben, in einzigartige Beutel verwandelt.
- Annette [Augensterns Welt] ist zum ersten Mal dabei (Willkommen!) und zeigt uns Taschen mit selbstgenähter XXL-Zackenlitze.

Mein Beitrag sollte zwei XXL-Themen vereinen. Zum einen hatte ich mich schon vor einer Weile in überlange Mäntel wie diesen oder diesen verliebt, die mehr oder weniger bis zum Boden reichen und entweder offen über normaler Kleidung getragen oder als Morgenmantel verwendet werden können. Zum zweiten mag ich große Prints sehr gern und wollte mich an einem Muster in XXL versuchen.

Als Grundlage für meinen Mantel habe ich den Schnitt Spruce Green aus der Ottobre 6/2018 verwendet. Das ist eigentlich ein Kinderschnitt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir die Ottobre-Größe 170 gut passt. Vorder- und Rückenteil wurden etwas mehr ausgestellt und um einiges verlängert. Als Stoff habe ich einen festen grauen Jersey verwendet, der schön fällt und hoffentlich nicht die Form verliert.

Inspiriert von diesem wunderschönen Kleid (Mitte oben) habe ich zuerst mit Kreide auf die beiden Vorderteile und einen Ärmel aufgezeichnet, wo das Muster verlaufen soll. Entlang der Ränder der zu bedruckenden Fläche wurde dann Freezer Papier aufgebügelt, teilweise zusätzlich mit Malerkrepp fixiert. Als erste Schicht habe ich mit einem Schwamm weiße Stoffmalfarbe aufgetupft und trocknen lassen.

Dann habe ich aus Gummi einen Stempel geschnitzt und mit schwarzer Stoffmalfarbe ein kleinteiligeres Muster auf den weißen Untergrund gedruckt. Dabei hat es sich als günstig erwiesen, dass die Flächen daneben großzügig abgedeckt waren. So konnte ich unbesorgt stempeln, ohne dass etwas daneben geht. Spaß macht es, später das Freezerpapier abzuziehen und die scharfen Ränder des Musters zu sehen.

Die Farben wurden durch Bügeln fixiert, einige offenkantige Applikationen aus gelber Baumwolle hinzugefügt und die bedruckten Stoffteile dann zum Mantel zusammengenäht. Die Schulternähte sind mit Vlieseline verstärkt, damit sie nicht ausleiern. Auf Taillenhöhe habe ich in den Seitennähten zwei Schlaufen aus grauer Kordel für den Gürtel vorgesehen. Der Saum des Mantels reicht tatsächlich bis fast auf den Boden.

Als Knöpfe, damit der Mantel auch geschlossen getragen werden kann, habe ich kleine silberne, unauffällige Druckknöpfe verwendet. Mit den Applikationen hadere ich etwas, vielleicht trenne ich sie wieder ab. Als Morgenmantel hat sich das Stück schon bewährt - jetzt bin ich gespannt, ob ich mich traue, es tatsächlich auch irgendwann auf der Straße zu tragen.

Jetzt wünsche ich Euch erst einmal einen schönen Sonntag. Ich freue mich schon darauf, heute Abend in Ruhe alle Beiträge zu lesen. Liebe Grüße aus St. Petersburg!

Die nächsten Themen der Stoffspielereien lauten:
29.03.2020: “Draht und Stoff“ bei Nahtlust
26.04.2020: “Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen 
27.09.2020: “Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020:  [Thema noch offen] bei Nähzimmerplaudereien

Donnerstag, 20. Februar 2020

QuiltCon 2020

In Austin/Texas findet zur Zeit die QuiltCon 2020 statt, und ich freue mich, dass drei meiner Quilts es gerade noch rechtzeitig dorthin geschafft haben, um in der Ausstellung zu hängen. Nachdem sie Ende Dezember aus Russland verschickt worden waren, lagen sie anscheinend über sechs Wochen in New York am Zoll herum, ohne bearbeitet zu werden. Als sie endlich freigegeben wurden, war es zu spät, um am Wettbewerb teilzunehmen.

Es ist surreal, die Quilts (Leaving Marks, Piter Map und Super Blue Blood Moon) in der QuiltCon App zu finden. Jetzt hoffe ich sehr, auf Instagram Bilder von dem einen oder anderen zu entdecken - so richtig glauben kann ich es nämlich immer noch nicht!

Foto: Colleen Molen

Foto: Alex | @hexenweib

Foto: Dorthe Niemann | @lalala.patchwork

Foto: The Modern Quilt Guild

Montag, 17. Februar 2020

Zwei Seelen wohnen, ach...

Aus den bunten Schnipseln ist ein Kreis geworden, der eine gequiltete Kimonojacke nach dem Schnitt Scarab aus der Ottobre 5/2018 zieren soll. Ich habe ihn hinter einen kreisrunden Ausschnitt im Rückenteil gesteckt und von Hand festgenäht. Darunter kam eine Lage Baumwollvlies und eine Rückseite aus grauem Kona Cotton, und das Ganze wurde dann mit der Maschine gequiltet.

Den bunten Kreis habe ich von Hand gequiltet. Wie bei meinem letzten Boro-Projekt habe ich weißes Sashiko-Garn verwendet, das ich für diesen Zweck lieber mag als Stickgarn. Es lösen sich keine einzelnen Fäden heraus, und die Stiche sind kräftig und gut sichtbar. Die konzentrischen Kreise haben einen Abstand von einem halben Zentimeter.

So schön ich die leuchtenden Farben auf schwarzem Grund finde - beim Anblick der Rückseite komme ich ins Schwärmen. In meiner Brust wohnen zwei Seelen. Eine mag solche kunterbunten Akzente auf ansonsten eher schlichten Sachen. Die andere mag es ganz und gar minimalistisch. Ich glaube, ich werde die Jacke zum Wenden nähen müssen...

Mittwoch, 12. Februar 2020

12 von 12 im Februar

Heute ist Mittwoch, der 12. Februar, und wie an fast jedem 12. gibt es hier wieder 12 Bilder des Tages. Nr. 1: Gefrühstückt wird momentan nicht viel - nach einem Becher Milch und etwas Obst verziehen sich die Kinder ins Wohnzimmer und lesen noch ein bisschen, bis es Zeit ist, zur Schule aufzubrechen.

Um kurz nach neun mache ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Weil die Luft im Bus so schlecht ist, steige ich eine Station früher aus und laufe den Rest zu Fuß. In was für einer schönen Stadt ich wohne - hier im Bild: das "Haus des Buches", die Statue des Prinzen Kutuzov von Smolensk, die Blutskirche.

Neben den massiven Säulen der Kasaner Kathedrale entlang zu laufen, ist auch ein erhebender Anblick. Ich nehme mir vor, das alles ganz bewusst in mich aufzusaugen und zu genießen. Im Sommer ist unsere Zeit hier in St. Petersburg vorbei, und wir ziehen weiter.

Angekommen. Ich ziehe mich um fürs Ballettraining, das letzte Mal gemeinsam mit meiner französischen Bekannten Elodie. Anderthalb Stunden später mache ich mich geschafft auf den Heimweg, mit Zwischenstop im koreanischen Bistro "Bab Jib", wo ich mir das бизнес ланч gönne.


Von dort aus laufe ich zu Fuß nach Hause. Unterwegs gehe ich bei einem Stoffladen vorbei. Ich habe eine Idee für ein neues Kleidungsstück und brauche dafür noch Material. Schwarzen Denim gibt es leider nicht mehr, deshalb nehme ich einen Meter schwarzen Baumwollstoff.

Zu Hause wird geduscht, Wäsche gewaschen und aufgeräumt. Dann ziehe ich mit einem Kaffee ins Arbeitszimmer und beginne ein neues Projekt, das mir in den letzten Tagen ganz unverhofft in den Sinn gekommen ist. Zwischendurch ein Snack: Lightly Salted Potatoe Chips.

Die Kinder kommen von der Schule, und plötzlich ist es trubelig. Das Mädchen zieht sich ins Kinderzimmer zurück und guckt eine Folge ihrer Lieblingsserie. Der Junge hat einen Freund mitgebracht, und später kommt noch ein zweiter. Ich mag es, wenn Leben in der Bude ist.

Ich probiere den "6 Minute Circle" aus, aber anstatt mir die Anleitung richtig durchzulesen und zu befolgen, hangele ich mich aus der Erinnerung von Schritt zu Schritt. Das klappt natürlich nur suboptimal. Beim zweiten Mal gelingt mir der Kreis trotzdem.


Der Himmel färbt sich, ein wunderbares Schauspiel.

Im Flur wird Fußball gespielt und Verstecken und irgendwas dazwischen.

Als der Mann von der Arbeit kommt, macht er (wie so oft am 12. des Monats) das Abendessen für unsere Kinder und die Gäste. Kurz später stehen zwei Väter in der Tür und holen ihren jeweiligen Sohn ab. Ich lade währenddessen meine 12er-Bilder hoch.


Die Tracking-Nummer, die ich seit gefühlten Ewigkeiten immer und immer wieder gecheckt habe, liefert auf einmal Neuigkeiten über Neuigkeiten. Ich kann es nicht fassen. E-Mails trudeln ein. Noch ist nicht alles in Sack und Türen, aber es scheint, dass doch noch alles klappt...

Dieser Abend wird für mich deshalb - anders als die der letzten Tage - wohl nicht angespannt und sorgenvoll, sondern angenehm und leicht. Ich schicke Euch liebe Grüße in die Ferne. Besonders an die, die von meinem Problem mitbekommen und mitgefiebert haben: Ricarda, Tanya, Anne, Mascha, meine russischen Quilterinnen. Vielen lieben Dank euch allen! Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

12 von 12 im Februar 2019
12 von 12 im Februar 2018
12 von 12 im Februar 2017
12 von 12 im Februar 2016
12 von 12 im Februar 2015
12 von 12 im Februar 2014

Montag, 10. Februar 2020

Bunte Schnipsel

Manchmal ist es einfach schön, in der Restetüte zu wühlen und kleinste Schnipsel aneinander zu fügen. Ich mag solches Improv-Nähen. Es tut gut.

Freitag, 7. Februar 2020

Festival Tradizia 2020 in St. Petersburg

Noch bis Sonntag, den 9. Februar 2020 findet hier in St. Petersburg das Patchworkfestival Tradizia (фестивале лоскутного шитья «Традиция») statt. Ich habe heute die Hauptausstellung besucht, was sehr viel Spaß gemacht hat, und und möchte Euch davon berichten. 
Eines der vorgebenen Themen des Festivals lautete "Жили у бабуси два весёлых гуся" (Bei Großmutter lebten zwei lustige Gänse). In der Aufgabenstellung hieß es: Der Quilt muss den bekannten Patchwork-Block "Flying Geese" enthalten, in traditioneller Ausführung oder moderner Interpretation. Im Folgenden zeige ich Fotos der Quilts, die mir persönlich am besten gefallen haben, mit den Namen der QuilterInnen und Titeln. Findet Ihr die "Gänse"?

Donnerstag, 6. Februar 2020

Hübsch von hinten

Hinten war mein bestickter Kettenanhänger, falls Ihr Euch erinnert, nicht sonderlich ansehnlich. Ich habe ihn deshalb überarbeitet, indem ich grauen Filz passend zugeschnitten, rundum versäubert (unnötig, weswegen ich es beim nächsten Mal nicht wieder machen würde) und auf der Rückseite aufgeklebt habe. Mit einem einzelnen Faden silbernen Metallicgarns habe ich dann den Leinenstoff und den Filz mit Handstichen verbunden. Jetzt ist er auch von hinten hübsch.

Montag, 3. Februar 2020

Ankündigung: Stoffspielereien XXL

Von den Stoffspielereien habt Ihr sicher schon gehört, stimmt's? Die Stoffspielereien sind eine monatliche Gemeinschaftsaktion, offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Mitmachen kann jeder, ohne vorherige Anmeldung. Jeden Monat wird ein Thema vorgegeben, das von den Teilnehmerinnen interpretiert wird. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. 

Ich freue mich, dass ich diesen Monat die Gastgeberin der Stoffspielereien sein darf. Mein Thema lautet "XXL". Darunter kann man alles mögliche verstehen - Stricken mit superlangen Nadeln oder mit den Armen, raumhohe Wandbehänge, riesige gehäkelte Sitzkissen, übergroße Pullover, gigantische Taschen, Mega-Prints, Oversize-Mäntel und mehr. Ich hoffe, das Thema gefällt dir und du machst mit! Ideen und Inspirationen findest du auf meinem Pinterest-Board XXL.

Am Sonntag, den 23. Februar werden hier auf bimbambuki die Beiträge gesammelt. Schreib mir einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag, und ich füge ihn im Laufe des Tages ein.

Ich versuche mich übrigens an einem XXL-Muster. Mehr wird noch nicht verraten...

Freitag, 31. Januar 2020

Nochmal gerettet

Diese Jeans, vor vielleicht zehn Jahren gekauft, hatte einen sehr tiefen Bund und war deshalb nicht sonderlich praktikabel. Beim Arbeiten sitze ich viel auf dem Boden, und da nervt es, immer wieder hinten herumzupfen zu müssen. Vor einiger Zeit habe ich deshalb eine Verlängerung an den Bund genäht.

Seitdem ist die Jeans ein Lieblingsstück fürs Zuhause-Arbeiten. Der Stoff, schon ganz weich vom vielen Tragen und Waschen, fühlt sich einfach wunderbar an. Irgendwann gab es leider einen ersten Riss auf einem Knie und kurz später einen zweiten oberhalb des anderen. Wegwerfen wollte ich die Jeans aber nicht. 

Also habe ich mich ein weiteres Mal im Boro-Flicken versucht. Dieses Mal mit echtem japanischem Sashiko-Garn. Das macht wirklich Spaß. Habt Ihr es schon mal probiert?

Mittwoch, 29. Januar 2020

Irgendwo dazwischen

Alles ist gerade in der Schwebe. Nur zu 50% bin ich mit meinen Gedanken in der Gegenwart, zu den anderen 50% bei dem, was in einem halben Jahr bevorsteht. Für ein großes neues Quiltprojekt habe ich keine Ruhe, eher noch geht das Kleidungnähen. Diese Weste ist irgendwo dazwischen.

Es gibt so tolle gequiltete Kleidung - sucht mal unter den Stichwörtern Tamarack Jacket oder Wearable Quilts. Irgendwann möchte ich so etwas unbedingt probieren. Bei dieser Weste habe ich die einzelnen Schnittteile mit Baumvlies hinterlegt und vor dem Zusammennähen gequiltet.

Der Schnitt ist Keep Warm aus der Ottobre 4/2015, nach dem ich schon für meine Kinder zwei Westen genäht habe. Die Größe 170 passt mir gut. Die Außenseite besteht aus dem Baumwollstoff Sketch Charcoal von Timeless Treasures, das Futter aus hellgrauem Kona Cotton.

Die Innenseite besteht aus Viskose mit Leo-Muster, einem Rest dieses Kleides, und der Kapuzenrand aus dunkelgrauem Bündchenstoff. Hinzugefügt habe ich eine Schnur zum Aufhängen, eine innenliegende Reißverschlusstasche und reflektierende Paspeln an den Armausschnitten.

Sonntag, 26. Januar 2020

Stoffspielereien: Textiler Schmuck

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt - auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch. Das Thema der Stoffspielereien im Januar lautet "Textiler Schmuck", und auf dem Blog Siebensachen zum Selbermachen werden alle Beiträge gesammelt.

Für meinen Beitrag benötigte ich einen Kunststoffring (Teil eines Mini-Stickrahmens), einen silbernen D-Ring, ein Stück Leinen und Stickgarn in verschiedenen Farben. Aus dem Leinen wurde ein Kreis, etwas größer als der Kunststoffring, ausgeschnitten, versäubert und dann mit Hilfe eines Einreihfadens um den Ring gespannt.

French Knots zum Zweiten - nach dem Anfang der Woche gezeigten bestickten T-Shirt. Dieses Mal benutzte ich helle Blautöne, leuchtendes Rot, Flieder- und Lilatöne, Orange, Rosa, Pink und Apfelgrün. Die Technik macht mir wirklich Spaß. Absolut gleichmäßig sind die Knötchen nicht, aber das stört keinen großen Geist.


Allmählich füllte sich der runde Leinenhintergrund mit French Knots, außen dicht nebeneinander gesetzt, innen loser. Durch die Stiche wurde der Leinenstoff noch enger um den Kunststoffring gezogen, so dass er zum Schluss perfekt anlag. Dass sich der Ring nun erkennbar abzeichnet, gefällt mir besonders.


Auf der Rückseite habe ich den D-Ring befestigt und ein paar Stiche kreuz und quer gespannt, die verhindern sollen, dass lose Fäden über den Rand ragen. Im Nachhinein denke ich, dass man das schöner machen müsste - ab und zu dreht sich der Anhänger beim Tragen. Und eine lange silberne Kette bräuchte ich noch...

Die nächsten Themen der Stoffspielereien lauten:
23.02.2020: „XXL” bei bimbambuki
29.03.2020: “Draht und Stoff“ bei Nahtlust
26.04.2020: “Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen 
27.09.2020: “Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020:  [Thema noch offen] bei Nähzimmerplaudereien

Mittwoch, 22. Januar 2020

Zwischen Kobalt, Lapislazuli und Frühlingshimmel

Dieses Blau leuchtet. Es macht gute Laune. Es erinnert mich an ein wunderhübsches Kleid, das ich vor fünf Jahren für meine Tochter genäht habe. Aber welches Blau ist es? Kobalt, Lapislazuli oder doch Himmelblau? Keine Ahnung. Der Sweatshirtstoff trägt sich auf jeden Fall sehr angenehm, und damit fällt das Kleid in die Kategorie "Secret Pajamas". Der Schnitt ist, zum wiederholten Mal, das Balloon Puff Sleeve Raglan Dress von Tamanegi-kobo.

Montag, 20. Januar 2020

Französische Knoten

Dieses T-Shirt (nach einem Ottobre-Schnitt) habe ich mir letztes Jahr als Basic-Teil genäht, aber als es fertig war, fand ich es ziemlich langweilig. Deshalb wurde es kurzerhand bestickt. Dafür habe ich mit Hilfe einer Schüssel einen Kreis auf die Vorderseite gezeichnet, Stickvlies unterlegt und außerhalb der Kreislinie mit fünf Farben Stickgarn jede Menge French Knots gestickt. Das geht sogar ohne Stickrahmen. Klingt aufwendiger, als es ist - nach einer gemütlichen Zugfahrt von Herford nach Berlin war ich beinahe fertig...


Donnerstag, 16. Januar 2020

BB-8 unterm Weihnachtsbaum

Star Wars ist immer noch das Größte für ihn. Ein Weihnachtsgeschenk für meinen 9-jährigen Jungen war deshalb dieses T-Shirt nach dem Schnitt Linear aus der Ottobre 4/2013 in Größe 146 aus hell- und dunkelgrauem Jersey und dunkelgrauem Bündchenstoff mit Droiden-Applikation aus verschiedenfarbigen Baumwollstoffen. 

Mehr Star Wars Sachen gab es schon hier, hier, hier und hier.

Sonntag, 12. Januar 2020

12 von 12 im Januar

Ein glückliches und gesundes Jahr 2020 Euch allen und willkommen zurück! Drei Wochen lang war ich unterwegs. Schön war es und auch anstrengend, weil so viel passiert ist. Weihnachten bei der Familie in Ostwestfalen, Silvester bei guten Freunden in Berlin, Besuch bei meinem Bruder und seiner Freundin, Brunch in Kreuzberg, Kürbissuppe in Köpenick, Bier in Friedrichshain, Roularden in Pankow, Tapas in Krefeld, Zugfahrten, Spaziergänge, Stoffkäufe, Star Wars in 3D, ein wunderbarer Tangoabend mit Susanne und Ellen, ein Nachmittag mit alten Kita-Freunden der Kinder, ... aber seit gestern sind wir zurück, und weil Sonntag der 12. Januar ist, gibt es hier wie immer 12 Bilder des Tages.

Um neun Uhr ist es in St. Petersburg noch düster. Was gibt es nach einer langen Reise Schöneres, als es sich - ganz faul - mit einem Quilt und einem Buch gemütlich zu machen?


Der Junge liest ihn auf deutsch, ich auf englisch: den letzten Harry-Potter-Band. Es ist einige Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, ich kann mich nicht mehr richtig an alles erinnern.


Frühstückshunger haben die Kinder und ich nicht, deshalb gibt es nur einen Bananenmilchshake. Danach helfen sie mir, den Weihnachtsschmuck abzunehmen und zu verstauen.


Der Mann leiht sich eine Nadel und Garn und stopft seine löchrigen Socken. Ganz professionell mit Glühbirne im Strumpf und Taschenlampe auf der Stirn. Ich finde es großartig.

Auch ich erledige einiges an Hausarbeit: Es gibt eine Menge Wäsche zu waschen und trocknen und legen. Allmählich schrumpft der Berg.




Zum Mittagessen gibt es Nudeln mit Tomaten-Erbsen-Soße und geriebenem Käse. Es schmeckt lecker. Wir haben uns wie immer einige Stücke Käse aus Deutschland mitgebracht.


Nach dem Essen drehen wir draußen eine Runde. Es regnet. Als ich den gelben Schirm entdecke, kann ich nicht anders, als ihn zu fotografieren. Erinnert sich noch jemand? 


Meine Tochter und ich spazieren zusammen und unterhalten uns nebenbei über einen ausstehenden Theaterbesuch und Alexa Chung und das Projekt 12 von 12 und rosafarbene Knallerbsen.


Dann schwindet das bißchen Tageslicht auch schon wieder. Das Mädchen guckt eine Folge ihrer neuen Lieblingsserie, der Junge und der Mann spielen, ich verziehe mich ins Arbeitszimmer.


Ich pause den Schnitt für einen Jumpsuit ab, "Fall Colors" aus der aktuellen Ottobre. Es sind eine Menge Schnittteile - aber nach dreiwöchiger Pause macht auch das Spaß.


Am frühen Abend gehen wir alle zusammen in die Sauna, dann gibt es Abendbrot, und danach machen wir es uns gemütlich, bevor Schule und Arbeit wieder losgehen. Und wie war Euer Tag? 

Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

12 von 12 im Januar 2019