Donnerstag, 21. Januar 2021

Bereit für Hogwarts

Baby, it's cold outside. Außentemperaturen von 3 Grad fühlen sich in einem amerikanischen Holzhaus ungemütlicher an als -20 in einer Stadtwohnung in St. Petersburg. Manchmal trage ich sogar Fleece über Fleece. Der dunkelblaue Pullover ist schon ein paar Jahre alt. Neu ist die gemütliche, wenn auch etwas unförmige Jacke nach dem Schnitt Scarab aus der Ottobre 5/2018, nach dem schon diese, diese und diese Quiltjacke entstanden sind. Dieses Mal habe ich den Schnitt verlängert und vorne riesige Taschen hinzugefügt. Falls ich jemals einen Brief aus Hogwarts bekomme, werde ich am 1. Schultag diese Jacke tragen - ich komme mir daran immer so vor, als müsste ich jeden Moment meinen Zauberstab zücken.


Die alte, im Boro-Stil geflickte Jeans habe ich bereits hier gezeigt.

Mittwoch, 20. Januar 2021

Gelbes Gummi

"Make something" soll auf meinem Denim-Quilt stehen, und zwar in meiner eigenen Handschrift. Ich habe die Worte auf Papier geschrieben, eingescannt, auf die richtige Größe gebracht und ausgedruckt. So entstand eine Schablone, mit deren Hilfe ich sie auf den Stoff übertragen konnte. Eigentlich hatte ich die Schrift im Needle-Turn-Verfahren applizieren wollen, aber das wäre - zumindest für mich - ein furchtbar zeitaufwendiges und technisch kompliziertes Unterfangen geworden. Jetzt verwende ich ein Gummiband in der entsprechenden Breite. Mehr dazu demnächst.


Dienstag, 19. Januar 2021

Träumen, sehen, schreiben...

Heute zeige ich euch ein Weihnachtsgeschenk für meine 12-jährige Tochter. Die Zeilen stammen aus ihrem derzeitigen Lieblingslied. Ich habe sie mit einem hitzelöslichen Stift auf weißen Stoff geschrieben und dann mit verschiedenen Stichen in rot, orange, pink, blau, lila und gelb umstickt. Ihr gefällt's, was mich freut.
 

Freitag, 15. Januar 2021

Was vorher nicht da war

Irgendwo bin ich neulich über einen Artikel oder Post gestolpert, in dem jemand darüber schrieb, wie großartig es sei, zu kreieren - etwas zu schaffen, was vorher nicht da war. Leider habe ich mir nicht gemerkt, wo ich das gefunden habe, aber der Satz geht mir seitdem durch den Kopf: Create something from nothing.
 
Aus alten Hosen und Denim-Resten habe ich dieses blaue Quilttop genäht und mit engem Matchstick-Quilting versehen. Darauf möchte ich den oben genannten Ausspruch applizieren. Als Erinnerung an mich selbst, dass es etwas Besonderes ist, etwas zu erschaffen.

Dienstag, 12. Januar 2021

12 von 12 im Januar

Es ist Dienstag, der 12. Januar, und hier auf dem Blog gibt es heute zum 10. Mal die 12 von 12 im Januar. Wieviel in der Zwischenzeit passiert ist. Ich mag es, zurückzublicken und mich zu erinnern. Heute kommen die Bilder meines Tages aus NYC.

Es ist ein schöner kalter Wintertag, und ich bin nach dem Frühstück mit dem Zug nach Manhattan gefahren. Ich war seit einem Monat nicht mehr in der City. Eigentlich wollte ich gern mit jemandem zusammen auf Fototour gehen, aber das hat leider nicht geklappt.

Vom Grand Central Terminal laufe ich Richtung Westen, zu den Hudson Yards. Dort wird wild an einem neuen Stadtviertel gearbeitet, eine Riesenbaustelle liegt neben der anderen. Mittendrin steht The Vessel, eine begehbare Skulptur [Edit: geschlossen, habe ich gerade in den Nachrichten gelesen, nachdem es dort gestern den 3. Suizid in weniger als einem Jahr gab].

Ich schaue auf den Hudson River und gehe weiter. Als ich an dieser Treppe vorbeikomme, sehe ich jemanden hinauflaufen und tue es ihm nach. Die High Line hat geöffnet - im Sommer mussten wir vorab Tickets mit einem Zeitfenster bestellen, um sie besuchen zu können.

Als Erstes fällt mein Blick auf diese Skulptur. Sie heißt Brick House und stammt von der Künstlerin Simone Leigh. Der Titel, lese ich, bezieht sich auf den Ausdruck für eine schwarze Frau, die die Stärke, Ausdauer und Rechtschaffenheit eines Hauses aus Stein hat.

Die High Line ist eine ehemalige Bahntrasse, die zu einer Parkanlage umgebaut wurde. Sie liegt siebeneinhalb Meter über dem Straßenniveau, so dass sich immer wieder schöne Ausblicke auf Straßen, den Fluss, Hinterhöfe und Gärten ergeben.
 
Es sind nur wenige Leute unterwegs. So angenehm das ist in Zeiten, in denen man um jeden anderen Menschen einen großen Bogen machen muss - ich sehne mich, wie wir alle, nach dem normalen Leben, nach Begegnungen, Gesprächen, gemeinsamen Unternehmungen.

Ich könnte immer weiter schlendern (die High Line ist fast zweieinhalb Kilometer lang), aber ich bin schon in der 20. Straße und muss mich allmählich auf den Rückweg machen. Ich laufe Richtung Osten und dann die 5th Avenue hoch. Allmählich merke ich meine Füße.

Am Bryant Park mache ich Halt. Auf NYC-Ausflügen kaufe mir mittags gerne etwas bei einem der vielen Food Trucks der Stadt. Manche sehen alt und zerbeult aus, aber das Essen schmeckt meistens lecker. Heute gibt es Chicken over Rice.

Ich setze mich an einen der vielen kleinen Tische, die im Bryant Park stehen. Normalerweise essen dort viele Menschen zu Mittag. Heute ist es auffallend leer. Auf der Eislauffläche nebenan drehen aber trotz Corona und sonstiger Krisen Einige ihre Runden.

An der 41. Straße steigt Wasserdampf aus einem Abzugsrohr. Dann bin ich am Bahnhof, fahre mit dem Zug nach Hause, trinke mit den Kindern Bananenmilch auf den Stufen vor dem Hause, bearbeite meine Bilder, und gleich spielen wir eine Runde Monopoly.










Und wie war Euer Tag? Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.
 
 
... Und drei Bonusbilder:
 


 



Samstag, 9. Januar 2021

Ankündigung: Stoffspielerei Pop Art


Auch 2021 gibt es sie wieder, die Stoffspielereien. Die Stoffspielereien sind eine monatliche Gemeinschaftsaktion für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Jeden Monat wird ein Thema vorgegeben, das von den TeilnehmerInnen interpretiert wird. Mitmachen kann jeder, ohne vorherige Anmeldung. Ich freue mich, dass ich im März die Gastgeberin der Stoffspielereien sein darf. Das ist noch lange hin - aber vielleicht macht es euch ja Spaß, schon einmal anzufangen, darüber nachzudenken.
 
Mein Thema lautet "Pop Art". Kurz zusammengefasst ist Pop Art die Bezeichnung einer Kunstrichtung, die Mitte des letzten Jahrhunderts in Nordamerika und Europa groß war. Die Abkürzung "Pop" kommt vom Wort "popular" (beliebt), kann aber auch "knallen" oder "hervorstehen" bedeuten. Merkmale der Pop Art sind alltägliche, teils triviale Alltagsgegenstände oder Konsumprodukte, aber auch berühmte Persönlichkeiten, Typographie und Comicelemente. Dargestellt wurden die Motive gerne flächig, plakativ und leuchtend farbig. Berühmte Beispiele sind die Campbell Suppendosen oder das Marilyn-Monroe-Dyptichon von Andy Warhol, die Comicbilder von Roy Lichtenstein oder der LOVE-Schriftzug von Robert Indiana.

Auf dem Bild oben habe ich die berühmte Banane nachgestickt, die Andy Warhol für das Cover eines Velvet-Underground-Albums entworfen hat. Ideen und Inspirationen findest du auch auf meinem Pinterest-Board Pop Art. Viel Spaß bei der Annäherung an dieses weit gefasste Thema, ich hoffe, du machst mit!

Und das sind alle Termine der Stoffspielereien 2021:
31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Mittwoch, 6. Januar 2021

Me Made Mittwoch [Denim-Latzhose]

Seit Ewigkeiten bin ich wieder mal beim Me Made Mittwoch dabei. Dieses Mal mit einer Latzhose aus dunkelblauem Denim mit leichtem Stretchanteil. Der Schnitt ist Babette aus der Ottobre 5/2020. Ich habe die Größe 36 genommen und die Hosenbeine um einige Zentimeter verlängert, weil ich fast 1,80 m groß bin. Dummerweise habe ich nicht daran gedacht, auch die Oberteile zu verlängern. Wie lange nähe ich mittlerweile? 10 Jahre? Wie konnte mir das nur passieren?
 
Erst als ich den Latz bzw. die Träger und die Hose verbinden wollte, merkte ich, dass es so nicht passen würde. Ich fügte vorne einen Zwischenstreifen ein, aber hinten nichts, weswegen die Träger jetzt zu kurz sind und knapp über dem Latz enden. Neu nähen wollte ich sie aber nicht. Deswegen habe ich die Knöpfe auf dem Latz angebracht und an die Trägerenden zwei Schlaufen aus dunkelblauer Kordel genäht. Was für ein Gemurkse. Aber immerhin kann ich die Hose so tragen.

Und tragen tut sie sich erstaunlich gut. Ich finde sie sehr gemütlich für einen Tag im Nähzimmer. Den Papierschnitt habe ich schon geändert, damit es beim nächsten Exemplar nicht wieder zu solchen Pannen kommt. Vielleicht nähe ich den Reißverschluss dann auch auf der richtigen Seite ein - bei dieser Hose befindet er sich rechts...

Viel tolle selbstgemachte Kleidung gibt es heute wieder auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Montag, 4. Januar 2021

Vermischtes


Hallo Ihr Lieben, ein gutes Jahr 2021 wünsche ich Euch! Hier beginnt ganz allmählich wieder der Alltag. Meinen Stoffschrank habe ich noch im alten Jahr aufgeräumt, ich habe einige Ideen für neue Nähprojekte.

Das war ein Weihnachtsgeschenk für meinen Mann: eine neue Hülle für einen alten Ofenhandschuh. In der Farbe von Pauls Augen (na, fast zumindest) und mit typischem Zitat bestickt. Wer weiß, worum es geht?
 
Von meinem Weihnachtsgeschenk-Gutschein habe ich mir unter anderem ein paar Solids von Kona Cotton bestellt, in für mich teils ganz neuen Farben. Neues Jahr, neue Palette. Wie geht es Euch?