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Sonntag, 26. Oktober 2025

Stoffspielereien: Applikation

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt - auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch. Das Thema der Stoffspielereien im Oktober lautet "Applikation", und Ute sammelt auf ihrem Blog 123-Nadelei alle Beiträge. 
 
Ich hatte schon mal erzählt, dass wir letztes Jahr mehrere graue Werbegeschenk-Sweaters bekommen haben, die sich sehr gemütlich tragen, aber durch die aufgedruckten Sprüche und Motive nicht so ganz unseres  waren, weswegen ich sie mit Applikationen versehen habe. Meinen Sweater mit aufgequilteten English-Paper-Piecing-Formen gibt es hier zu sehen. Nach drei derartigen Verschönerungsaktionen war immer noch ein "Rohling" übrig. Daraus wurde ein weiterer Sweater für mich.
 

Mich interessierte, wie eine fast vollflächige Applikation mit rohen Kanten wirkt. Dafür habe ich in die Restekiste gegriffen, Reste in Lieblingsfarben herausgeholt und mit der Schere nach Augenmaß in ähnlich breite Stücke geschnitten. Mit einem Klebestift habe ich sie über- und nebeneinander geklebt. Sie mussten nur temporär halten, richtig befestigt wurden sie später durch das Quilting. Beim Kleben habe ich darauf geachtet, dass gleiche Farben nicht zu nah beieinander liegen, der Rest ist improvisiert. 
 
Dann habe ich die Stoffstücke mit vertikalen Linien aus unregelmäßigen Stichen aufgequiltet. Als Erstes an den Rändern entlang. Dann wurden die übrigen Bereiche gefüllt. Handquilten ist eine wunderbare Beschäftigung, finde ich, beruhigend und sehr kontemplativ. 
 
Danke für das Thema und das Sammeln der Beiträge, Ute!

Montag, 20. November 2023

Blätter und Zweige und Blüten

Dieser gekaufte Hoodie gelangte über Umwege in meinen Kleiderschrank. Die Farbe, ein gräuliches Hellgrün, ist nicht unbedingt meins. Aber er ist riesig und gemütlich und warm, und deswegen trage ich ihn. Die leere Vorderseite fand ich etwas langweilig. Irgendwann kam ich auf die Idee, ihn einfach zu besticken. Ich ließ mich auf Pinterest von Blättern und Zweigen und floralen Motiven inspirieren und entwarf dann dieses Motiv, mit zwei bis drei Fäden grünem Stickgarn gestickt...
 

Montag, 23. Oktober 2023

Grau und Aquarell


Eine weitere Quiltjacke ist fertig geworden. Dafür habe ich nur Überbleibsel von anderen Nähprojekten verwendet. Die Außenseite besteht aus grauem Chambray und Nani Iro Double Gauze in aquarelligen Türkistönen. Die Innenseite besteht aus drei verschiedenen Fleeceresten: hinten dunkelblau, vorne gelb und graugemustert in den Ärmeln. Auch den dunkelblauen Bündchenstoff hatte ich im Fundus.
 

Der Schnitt ist Ottobre Japanese Inspired 2/2015. Die Ärmel sind allerdings auf volle Länge verlängert und schmaler als im Original.
 

Mit der rückwärtigen Ansicht bin ich nicht hundertprozentig zufrieden. Eigentlich soll für diesen Schnitt ein dünner, fließender Stoff verwendet werden. Meine Jacke steht hinten seltsam kastig ab. Ich hätte sie vor dem Quilten noch einmal auftrennen und das Rückenteil unten verschmälern sollen, aber das habe ich nicht getan. Vorerst habe ich mich beholfen, indem ich hinten unten zwei Gummifäden eingezogen habe, die die Jacke zusammenziehen und ihr ein blouson-artiges Aussehen geben. Ob mir das wirklich gefällt, weiß ich noch nicht.
 

Gequiltet habe ich von Hand, mit weißem Sashikogarn. Die vertikalen Linien habe ich mit einem hitzelöslichen Stift vor dem Zusammennähen auf die einzelnen Schnittteile aufgezeichnet. Auf dem fertig genähten Kleidungsstück wäre das Markieren viel komplizierter und ungenauer geworden...
 

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Me Made Mittwoch [Denimshorts und Fleece-Pullover]


Seit Ewigkeiten bin ich mal wieder beim Me Made Mittwoch dabei. Bei kühleren Temperaturen ist dieser letztes Jahr entstandene Pullover aus hellgrauem Fleece mein Lieblingsstück. Grundlage dafür war der Schnitt Monday Basic aus der Ottobre 5/2013, nach dem hier schon mehrere Pullover entstanden sind. Die Ärmel sind so verlängert, dass sie mir übers Handgelenk reichen, wie ich es mag. Die kleine Umhängetasche ist aus einer ehemaligen Jacke entstanden, die ich viel zu selten getragen habe. Den Rautenstoff mag ich sehr, und so kommt er öfter mal ans Tageslicht.


Dazu zeige ich neu entstandene Shorts aus dunkelblauen Denim. Mit einer Strumpfhose darunter tragen sie sich bei herbstlichem Wetter ganz angenehm. Der Schnitt ist Summer Safari aus der Ottobre 2/2017, allerdings mit einigen Anpassungen (u. a. Bund erhöht und Beine unten verschmälert). Der Bund ist nicht mit Einlage verstärkt. Hinten habe ich ein breites Gummiband eingezogen und vorne wird er mit zwei kleinen Knöpfen geschlossen. So drückt die Hose nicht so auf den Bauch. Nach dem selben Schnitt habe ich im Frühjahr schon bunte Patchwork-Shorts genäht. 

Mehr selbstgemachte Kleidung  gibt es heute wieder auf dem Me Made Mittwoch Blog, schaut mal vorbei!

Dienstag, 20. Juni 2023

Alte Jacke, neuer Zweck


Spontan nähen bringt manchmal die besten Ergebnisse. Eine in St. Petersburg genähte Jacke aus Crêpe, die ich sehr mochte, aber so gut wie nie getragen habe, ist kurzentschlossen zu einer Umhängetasche umgearbeitet worden. Sie misst ca. 25 x 21 cm und ist 4 cm breit. Den Schnitt habe ich selbst erstellt. Als Träger verwende ich das schmale schwarze Lederband einer gekauften Tasche, das mit Karabinern an zwei D-Ringen befestigt wird. Die Klappe auf der Vorderseite wird mit einem Magnetverschluss geschlossen. Alles, was es brauchte, gab es in meinem Fundus. 
 

Weil der Crêpe nicht reichte, habe ich ihn mit einem Stück handgequiltetem Jersey/Double Gauze ergänzt, einem Überbleibsel vom Kürzen dieser Jacke. Alle Teile aus Crêpestoff sind mit Quiltvlies und Baumwollstoff unterlegt, damit sie mehr Volumen und Festigkeit bekommen. Braunes Paspelband in gerade ausreichender Länge war vorhanden. Zwei messingfarbene Kunstoff-Reißverschlüsse habe ich neulich für je $1 in einem Laden in Manhattan gefunden. Die Innenseite des Deckels besteht aus dunkelgrauem Softshell, einem Rest eines Anoraks, und das Taschenfutter aus Kona Cotton Pepper, einem Rest dieses Quiltprojekts.




Mir gefällt diese Tasche! Ich finde, sie sieht gar nicht nach Recycling und Zusammengestückelt aus - oder?

Mittwoch, 31. Mai 2023

Me Made May - vorbei

Zum 7. Mal war ich auf Instagram beim Me Made May dabei. Zoe (So Zo... What Do You Know?) hat diese Aktion ins Leben gerufen. Es geht darum, einen Monat lang täglich selbstgemachte Kleidungsstücke zu tragen - und, wenn man möchte, auch täglich zu zeigen. Auch dieses Mal habe ich das durchgezogen, auch wenn die Lust dazu gegen Monatsende spürbar sinkt. Man sieht sich auf einem Foto anders, als wenn man in einen Spiegel guckt, und erkennt besser, ob ein bestimmtes Kleidungsstück zu einem passt oder ob irgendetwas am Schnitt, an der Farbe oder der Stoffqualität nicht gut für einen ist. Wie die meisten Näherinnen möchte ich nur noch Kleidung nähen, die ich auch tatsächlich trage. Die Me Made May Challenge ist gut, um den Blick dafür zu schärfen.

Meine drei Lieblingsoutfits. Links: Improv-Patchwork-Shorts aus Stoffresten (Ottobre Summer Safari 2/2017, geändert) und ein gekauftes weißes T-Shirts. Mitte: Patchwork-Jacke aus alten Hosen und Kona Cotton (Ottobre Scarab 5/2018, geändert), gekauftes schwarzes T-Shirt und gekaufte schwarze Hose. Rechts: Leichte Jacke mit Kimono-Ärmeln aus einem Rayon von Nerida Hansen (Ottobre Kimono Style 2/2015, geändert), ein gekauftes weißes Top und eine Hose aus dunkelblauem Denim (Ottobre Pencil Shape 5/2015). 
 
Lektion 1: Alle drei Outfits enthalten Rottöne, die bisher nicht so häufig in meiner Garderobe auftauchten. Ich werde verstärkt nach schönen Stoffen in Rot Ausschau halten. Lektion 2: Alle drei Outfits enthalten Patchwork (bzw. erinnern vom Muster an Patchwork). Eine Symbiose aus meiner Freude am Kleidungnähen und meiner Leidenschaft fürs Quilten. Lektion 3: Ich mag es, wild gemusterte Stücke mit schlichten Basics in Weiß, Dunkelblau oder Schwarz zu kombinieren. Das dürfen auch langlebige gekaufte Kleidungsstücke sein.


Mit diesen Outfits habe ich gehadert. Links: Wickelkleid aus Leinen/Viskose mit dunkelblau-weißem Print (Helena Wrap Dress von Just Patterns).  Mitte: Schwarzes T-Shirt (eigener Schnitt) und eine gekaufte schwarze Hose, die beim Waschen eingelaufen war und durch einen eingesetzten Patchwork-Streifen verbreitert und unten verlängert wurde. Rechts: Gekauftes weißes T-Shirt und Hose aus dunkelgrau-hellgelb gemustertem Wax Print (Ottobre Gardener 2/2021). 
 
Lektion 1: Wenn man sich in etwas nicht hundertprozentig wohl fühlt, trägt man es kaum. Beim Wickelkleid hatte ich von Anfang an ein Problem mit den wuchtigen Ärmeln. Ich werde sie verschmälern. Lektion 2: Man kann auch mehrmals ändern. Der Patchwork-Streifen gefällt mir, aber eng und kurz ist die Hose immer noch. Da muss ich nochmal ran. Lektion 3: Die richtigen Farben sind alles. Das Wickelkleid werde ich dunkelblau färben, weil das tropische Muster einfach nicht meins ist. Ich bin mir sicher, dass ich es uni mehr mögen werde. Dass mich die rechte Hose derart müde und blass aussehen lässt, hätte ich nicht gedacht, aber vielleicht nehme ich das in Kauf. Sie trägt sich sehr gemütlich.
 
Vielleicht greife ich demnächst tatsächlich öfter zu leuchtenden Farben? Dies war mein erster Me Made May, seit ich aufgehört habe, mir die Haare zu färben. Die ersten grauen Strähnen machen sich breit, und ich bin noch nicht hundert Prozent mit diesem neuen (älteren) Anblick im Reinen. Ich hoffe, das wird sich mit der Zeit ändern. Herzlichen Dank allen, die mir nette Kommentare geschrieben und Herzchen geschenkt haben! Und falls es jemanden interessiert: Hier sind die Collagen der vergangenene drei Me Made Mays... 







Dienstag, 16. Mai 2023

Lauter furchtbare Ideen

In dem ersten Post zu dieser Patchworkjacke habe ich geschrieben: "Neulich ist mir eingefallen, dass ich mich als Studentin mit Mitte Zwanzig mal an einer Patchworkhose versucht habe, die allerdings nie fertig geworden ist. Was eventuell daran lag, dass damals ein Freund zu mir meinte, diese Hose sei die furchtbarste Idee, die ich je gehabt habe. Ich frage mich, was er wohl zu diesem Projekt sagen würde..." Nachdem ich schon einige Jacken und Taschen aus Patchwork genäht habe, ist es nun soweit: meine erste Patchworkhose ist fertig. Es sind Shorts nach dem Schnitt Summer Safari aus der Ottobre 2/2017.
 
Vor ein paar Tagen hatte ich die Idee, und es hat mich nicht losgelassen. Also habe ich - wieder einmal - improvisiert zusammengestückelt. Falls jemand sich für meine Vorgehensweise interessiert: Als Erstes kippe ich meinen Beutel mit unifarbenen Stoffreste aus und suche nach Farben, die mich ansprechen. Bei diesem Projekt sind das (wieder einmal) helle Blau- und Grüntöne, Türkis und Aqua, kombiniert mit Rosa, Pink und Rot sowie Orange und hellem Flieder. Zwei Brauntöne - ein Karamell und ein Dunkelbraun - lassen, wie ich finde, die Farben noch mehr leuchten. Auf Gelb habe ich verzichtet.
 
Ich nehme immer zwei Stoffreste und nähe sie im Chain-Piecing-Verfahren mit kleiner Stichlänge (1,2-1,4) zusammen. Die Nahtzugaben werden auseinander gebügelt und eine der Kanten mit der Schere begradigt. Dann nähe ich jeweils zwei gepatchte Teile aneinander. Nach und nach entstehen so immer größere Teile. Hier und hier seht Ihr Fotos von Zwischenständen. Ich kombiniere gerne Stoffreste unterschiedlicher Größe. Außerdem schneide ich beim Improv-Piecing mit der Schere und nur nach Augenmaß. Ich finde, das macht das Patchwork lebendiger und interessanter.

Sobald ich ein ausreichend großes Stück Patchwork für ein Schnittteil zusammen hatte, habe ich es mit weißem Baumwollstoff hinterlegt, die Umrisse des Schnittteils aufgezeichnet und beide Schichten im Nahtzugabenbereich zusammengeheftet. Die Gesäßtaschen wurden rechts auf rechts zusammengenäht und gewendet. Die Taschenbeutel der vorderen Taschen bestehen nur aus je einer Lage Stoff. Als alle Teile beisammen waren, habe ich die Shorts nach Anleitung genäht. Weil mir der Bund zu niedig war, habe ich den Schnitt an dieser Stelle geändert. Eine herrlich furchtbare Idee war das, finde ich.
 


Mittwoch, 15. Februar 2023

Improv in Grün

Eine Idee gehabt, einen Schnitt abgepaust, geändert und in Streifen aufgeteilt, die Restetüte ausgekippt, drauflos improvisiert.

Wie das getragen aussehen wird, weiß ich noch nicht. Erstmal wird gequiltet...

Montag, 9. Januar 2023

Blau, warm und etwas unförmig

Hundertprozentig überzeugt bin ich nicht von meinem jüngsten Quiltmantel. Die Idee war, sich einen dicken, warmen, kuscheligen Hausmantel zu nähen. Im Winter braucht unser amerikanisches Holzhaus morgens mehrere Stunden, um auf 19° oder 20° zu kommen. Ich wollte ein Kleidungsstück, das man über dem Pullover tragen kann, bis es warm genug ist.

Der Schnitt ist Earth Stones aus der Ottobre 5/2022. Ich habe ihn deutlich verlängert und große schräge Eingriffstaschen hinzugefügt. Einen Verschluss gibt es nicht, aber ich habe in den Seitennähten zwei Gürtelschlaufen eingenäht. Die Außenseite besteht aus Baumwollstoffen unterschiedlicher Farben und Qualitäten, die ich im Sommer in Berlin gekauft habe, und ein paar kleineren Stücken Kona Cotton.

Die einzelnen Schnittteile bestehen aus Improv-Patchwork. Es wäre besser gewesen, sie vorher zu designen, denn richtig glücklich bin ich mit der Rückseite und den Ärmeln nicht. Eine Zwischenlage aus Polyesterbatting macht den Mantel ein bisschen bauschig. Die Innenseite besteht aus blauem Fleece, auch das aus Polyester. Dadurch wird das lange und weite Kleidungsstück nicht zu schwer.


Das Quiltmuster besteht wieder mal aus kleinen Kreuzchen in einem Raster von 2 x 2 cm. Auf den Fotos seht Ihr noch die aufgezeichneten Hilfslinien. Noch unfertig und daher wellig und nicht schön anzusehen ist der Vorderkantenstreifen. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich ihn quilten werde (dichter vermutlich, aber wie?), und vor allem momentan überhaupt keine Lust darauf...

Donnerstag, 3. November 2022

Aus einem Schlauch

Seit langem mal wieder etwas Selbstgenähtes an der Frau. Dies ist ein Kleid nach dem Schnitt Labyrinth aus der Ottobre 5/2022. Der Stoff ist ein petrolblauer Rippjersey aus Baumwolle. Weil er als Schlauch kam, habe ich das Rockteil verändert - nicht ausgestellt und mit seitlichen Falten genäht, wie der Schnitt vorsieht, sondern als Schlauch belassen und nur an der Ansatznaht mit Seitennähten enger gemacht. Taschen mussten auch sein. Weitere Veränderungen sind ein hinzugefügtes Halsbündchen, weil der Ausschnitt immer weiter wurde, Gummibänder in den Ärmelabschlüssen aus dem gleichen Grund und ein Gummiband in der Taille, um mehr Form ins Kleid zu bekommen. Der Rocksaum ist nicht umgenäht, sondern einfach geschnitten.


Einfach zu handhaben fand ich den Rippjersey nicht. Über die Rippen hinweg zu nähen ist mir nicht sauber gelungen und das Kleid bollert etwas um die Hüfte. Aber ansonsten trägt es sich ganz gemütlich...

Montag, 24. Oktober 2022

Drillinge

Mit kühlen und manchmal unangenehm kalten Herbstmorgen kommt unausweichlich die Sehnsucht nach Wärme. Nach dem dunkelgrauen Patchworkpullover aus einem Rest Baumwollfleece und türkisfarbenem Baumwollstoff (links) sind zwei weitere Pullover entstanden: aus blauem Fleece (Mitte) und aus hellgrauem (rechts). Den Schnitt Monday Basic aus der Ottobre 5/2013 habe ich mit ein paar Anpassungen zu einem für mich perfekten Pulloverschnitt verwandelt. Ausschnitt, Länge, Ärmellänge... alles ist genau so, wie ich es mag. Davon nähe ich mir demnächst noch einen oder zwei.


Donnerstag, 20. Oktober 2022

Lang, blau, warm

Nach dem Quilten kommt das Kleidungnähen und nach dem Kleidungnähen kommt das Quilten... und manchmal geht beides ineinander über. Aus Berlin hatte ich mir im Sommer ein paar Stücke gewebten Baumwollstoff in verschiedenen Farben mitgebracht.

Daraus nähe ich mir gerade einen Patchworkmantel, und zwar zum ersten Mal frei improvisiert, wie ich es auch bei meinen Quilts oft tue. So schön der Herbst hier im Bundestaat New York ist, so empfindlich kalt wird es in unserem Haus, sobald die Temperaturen fallen.

Der Schnitt "Earth Stones" stammt aus der Ottobre 5/2022 und ist eigentlich für eine kurze Jacke gedacht. Ich habe ihn auf ungefähr Knielänge verlängert, unten weiter ausgestellt und große Taschen hinzugefügt. Mein Mantel besteht aus drei Schichten: der gepatchten Oberseite aus Baumwolle, einer Zwischenschicht aus leichtem mitteldicken Polyester-Batting und einer Innenseite aus blauem Fleece. Alle Schnittteile sind zusammengefügt. Fehlt noch das Zusammenquilten - mit kleinen Kreuzen von Hand, wie schon so oft, aus blauem Stickgarn...

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Resteverwertung

Der Oktober hat hier herbstlich und kühl begonnen. Ich habe die regnerischen Tage genutzt, um mir aus Resten einen warmen Pullover zu nähen. Als Schnitt habe ich Monday Basic aus der Ottobre 5/2013 verwendet, eigentlich ein T-Shirt-Schnitt, weiter zugeschnitten und etwas verlängert. Der dunkelgraue Baumwollfleece war ein Rest dieses Pullis für meine Tochter.

Es war nicht mehr genug Fleece da, um das Vorderteil im Bruch zuzuschneiden. Deshalb musste ich ein bisschen stückeln. Genau das gefällt mir im Nachhinein aber besonders an diesem Pullover. Das  helle Bündchen passt zu dem schönen türkisfarbenen Baumwollstoff mit verschiedenfarbigen Sprenkeln. Der Mittelstreifen ist mit einem weiteren Rest Fleece hinterlegt, und damit er nicht zu sehr knittert, habe ich ihn - unauffällig - von Hand gequiltet.

Freitag, 20. Mai 2022

So oder so

Zwei neue Oberteile aus der aktuellen Ottobre 2/2022: Links seht ihr das Wickeloberteil Aisha mit geändertem Halsausschnitt und etwas gekürzten Ärmeln in Größe 36 aus einem Rest dieses geblümten Baumwollstoffs. Obwohl ich es um vier Zentimeter verlängert habe, ist es immer noch sehr kurz. Deshalb passst es wohl eher meiner Tochter, die mit dreizehneinhalb Jahren die gleiche Größe trägt wie ich. Rechts seht ihr das Top Naeemah in Größe 36 aus dünnem schwarz-weiß gestreiften Jersey. Dies war von Anfang an für meine Tochter bestimmt - aber ich kann es mir problemlos ausleihen und selber tragen...

Montag, 21. März 2022

Schwarz und Grau

In solchen Zeiten ein normales Leben leben und normale Dinge tun zu können, kommt mir wie Luxus vor. Selbstgenähte Kleidungsstücke auf meinem Blog zu präsentieren, erscheint mir unglaublich oberflächlich. Nach einigem Grübeln tue ich es aber doch. Denn wenn wir schon nichts ändern können, können wir uns wenigstens ein bisschen ablenken. Das zu sehen, was Andere geschaffen haben, hat mich in den letzten Tagen und Wochen zumindest kurzzeitig auf andere Gedanken gebracht.

In dieser Latzhose aus schwarzem Breitcord steckt einiges an Arbeit und Anpassung. Bei meiner Jeanslatzhose hatte ich vergessen, die Oberteile zu verlängern, weswegen sowohl der Latz als auch die Träger zu kurz waren. Das habe ich dieses Mal berücksichtigt. Weite Hosenbeine wie beim ersten Modell wollte ich dieses Mal nicht. Deshalb habe ich den Schnitt - Babette aus der Ottobre 5/2020 - mit dem Hosenschnitt Loungewear aus der Ottobre 2/2017 kombiniert. Den Übergang von Hose zu Latz habe ich mit einigen Extrazentimetern zugeschnitten und vor dem Zusammennähen gesteckt anprobiert.



Die Knopflöcher im Latz wollte meine Maschine einfach nicht nähen. Nach zweimal Garnwulst und Auftrennen habe ich sie letztlich von Hand genäht.
 
Die seitlichen Eingriffstaschen des Hosenschnitts habe ich übernommen, aber wie immer den Taschenbeutel vergrößert. Auf der Rückseite habe ich aufgesetzte Potaschen hinzugefügt.
 
Anders als im ursprünglichen Latzhosenschnitt vorgesehen, habe ich nicht nur auf einer Seite, sondern auf beiden kurze Reißverschlüsse eingenäht, die ein paar Zentimeter oberhalb der Eingriffstaschen enden. Unsichtbare wären noch eine bessere Wahl gewesen, aber ich habe diese aus dem Fundus genommen. 

Das Oberteil ist eine weiteres Exemplar nach dem Schnitt Batik Look aus der Ottobre 2/2019. Davon habe ich auf dem Blog schon diese, diese und diese Variante gezeigt. Dieses T-Shirt besteht aus weichem, ziemlich dünnen grauen Jersey. Andere mögen sagen, was sie wollen. Ich mag Grau und ich mag Schwarz und ich komme immer wieder darauf zurück.

Dienstag, 25. Januar 2022

Improvisieren mit Resten

Diese
und diese Patchworkjacke habe ich nach dem Schnitt Schnitt Scarab aus der Ottobre 5/2018 genäht, aber für mein neuestes Projekt wollte ich etwas anderes ausprobieren. Dieser Schnitt heißt Bomber und stammt aus der Ottobre 2/2017. Es handelt sich um eine Bomberjacke, wie der Name schon sagt, mit Reißverschluss, Futter und Bündchenabschlüssen.

Entstanden ist die Jacke nach meiner Lieblingsmethode: ich habe die Beutel mit Stoffresten und Jeansresten ausgekippt, mir Stücke genommen, die mir gefielen, und drauflos improvisiert. Nichts wurde im Vorfeld entworfen oder geplant, alles entstand während des Machens. Mir gefällt, dass es sich um ein echtes Recycling-Projekt handelt. Sogar das Futter besteht aus Resten.

Das Patchwork der mittleren Vorderteile ist spiegelsymmetrisch und das des Rückenteils und der Ärmel auch. Ich mag, dass die Jacke wild ist, aber zu chaotisch sollte sie nicht werden. Die seitlichen Vorderteile und die hinteren Ärmel sind deshalb schlicht schwarz. Wenn ein Patchwork-Teil eine gewisse Größe hatte, habe ich das entsprechende Schnittteil darüber gelegt und geguckt, wo ich noch anstückeln muss. 
 
Die Jacke besteht aus Karostoffresten dieser Tunika, Cordresten dieses Latzkleids, Jeansresten dieser Latzhose, Sweatresten dieses Hoodies meines Mädchens, Denim von löcherigen Jeans meines Jungen, schwarzem Stoff einer alten Hose meines Mannes, Überresten eines vor Ewigkeiten geschenkt bekommenen schwarz-weißen Sommerkleids, Stücken eines Tauschstoffs usw...

In den Nähten der Vorderteile sind Eingriffstaschen versteckt. Innen besteht die Jacke aus smaragdgrünem Sweat (Rückenteil), dunkelgrauem Baumwollfleece (Vorderteile) und grauem Futterstoff (Ärmel). Der Saum und die Ärmel haben Bündchen aus dunkelgrauem Bündchenstoff. Auch der Kragen besteht daraus. Warm oder winddicht ist die Jacke nicht, aber das muss sie auch nicht sein.


Auf dem Bild oben trage ich nur Selbstgemachtes: Grundlage für den grauen Fleece-Pullover war der Schnitt Rosy Grey aus der Ottobre 4/2015. Der Schnitt für die Hose aus dickem schwarzem Baumwollsweat ist Loungewear aus der Ottobre 2/2017 (danach habe ich schon mal eine Jeans-Patchworkhose genäht). Diese Hose ist nicht nur unheimlich gemütlich, sondern auch schön warm und wird hier im Winter oft getragen.