Montag, 18. Juni 2018

Zum Abschied...

Das Nette am Expat-Leben ist, dass man immer wieder interessante neue Leute kennenlernt.

Das Traurige am Expat-Leben ist, dass man sich immer wieder von Leuten verabschieden muss.

Als kleines Abschiedsgeschenk für eine Freundin, die diesen Sommer zurück nach Deutschland zieht, habe ich dieses Patchwork-Platzdeckchen genäht. Aus lauter Lieblingsstoffstückchen, 100% improvisiert, mit parallelen Linien (vertikal) bzw. frei (horizontal) gequiltet. Ich sage nicht Прощай, sondern До встречи!

Mehr Tischbedecker gab's schon hier, hier, hier und hier zu sehen.

Freitag, 15. Juni 2018

Noch mehr Postkarten der Gruppe 2

Heute zeige ich Euch die neuen Karten der Gruppe 2 für den Postkartenquilt. Diese Karte stammt von Cornelia (cokaeppner auf Instagram). Sie kann von ihrem Arbeitszimmer auf den Brocken sehen und hatte die Idee, die vier Jahreszeiten im Harz darzustellen. Liebe Cornelia, herzlichen Dank für Deine Karte, die wunderschön ausgedacht und gemacht und sehr originell ist!

Marietta vom Blog H-M&C (mariettah1201 auf Instagram) hat als Motiv für ihre Karte den schönen weiten grün-gelb-himmelblauen Ausblick von ihrem Küchenfenster gewählt. Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich dich darum beneide - und dann, dass mir sehr gefällt, wie du die Landschaft, wunderbar reduziert und doch so gut erkennbar, umgesetzt hast. Liebe Marietta, dankeschön!

Von Inga (bronaghmcloud auf Instagram) stammt diese aufwendige Postkarte. Inga liebt Pferde, insbesondere ihr eigenes, und sie liebt Franz Marc. Deswegen hat sie als Motiv dessen blaues Pferd gewählt. Was für eine hübsche Idee. Wie Inga schreibt, war diese Karte ihr erstes Foundation Paper Piecing. Das merkt man nicht - sie ist dir großartig gelungen, vielen lieben Dank dafür!

Karen (floragruen auf Instagram) hat in ihrer Postkarte den Vulkan Villarrika in Chile dargestellt, den sie vor 25 Jahren besucht hat. Sie schreibt, dass die Luft dort so klar und der Himmel so leuchtend blau war. Das Foto des Vulkans, das sie mitgeschickt hat, hätte man nicht besser in Patchwork umsetzen können - ich bin beeindruckt, wie du das geschafft hat. Danke für diese fabelhafte Karte aus der Ferne, liebe Karen!

Die Postkarten der Gruppe 1 findet ihr unter dem Label Postkarten-Quilt Gruppe 1 und die der Gruppe 2 unter dem Label Postkarten-Quilt Gruppe 2.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Noch mehr Postkarten der Gruppe 1

Ein Schwung neuer Karten für den Postkartenquilt ist hier in Petersburg angekommen! Heute zeige ich Euch die Karten der Gruppe 1. Ich finde es toll, dass neben konkreten immer wieder auch abstraktere Motive dabei sind. Diese wunderbare Sonne-und-Meer-Postkarte stammt von Hala. Bei diesem Anblick bekomme ich Fernweh. Die frischen leuchtenden Farben sind so schön. Herzlichen Dank dafür, liebe Hala.

Diese Karte stammt von Jessica (hellschw.a.rz auf Instagram). Beim Auspacken habe ich sie erst verkehrt herum gehalten und nicht verstanden, aber umgedreht war sofort klar, was sie zeigt - die Oberbaumbrücke zwischen Berlin-Kreuzberg und Friedrichshain, die Spree und den Fernsehturm! Diesen Anblick habe ich früher täglich auf meinem Weg von und zur Arbeit gesehen. Liebe Jessi, vielen Dank für die tolle Karte!

Cathrin (stoffbuero auf Instagram) hat diese fröhliche Karte mit dem "Siegener Krönchen" geschickt. In ihrem Begleittext schreibt sie so nett: "Und wenn die Sonne dann mal scheint, wenn der Himmel so blitzeblau strahlt und das goldene Krönchen glänzt, wenn die Kinder über den Marktplatz rennen..." - dann denkt sich der Siegener: "En joah". Mein (Patchwork-)Bild von Siegen ist mir sehr sympathisch. Liebe Cathrin, danke dafür!

Von Stella kam diese hübsche kunterbunte Patchworkkarte. Sie stellt den Bodensee dar, den größten Binnensee Europas, in dessen Hinterland Stella lebt. Aus Versehen (kann jedem passieren...) hat sie gemusterte Stoffe verwendet. Ich werde den gemusterten Rand abtrennen und durch einen weißen ersetzen, da sich die Karte sonst nicht so gut vom Hintergrund abhebt. Das ist doch in Ordnung, Stella, stimmt's? Herzlichen Dank für deine Postkarte!

Die Postkarten der Gruppe 1 findet ihr unter dem Label Postkarten-Quilt Gruppe 1 und die der Gruppe 2 unter dem Label Postkarten-Quilt Gruppe 2.

Dienstag, 12. Juni 2018

12 von 12 im Juni

Es ist Dienstag, der 12. Juni. Heute gibt es die zwölf Bilder des Tages von unterwegs: wir sind wegen einer Hochzeit ein paar Tage in Bulgarien gewesen und gestern von Sofia wieder nach Berlin geflogen. Heute geht es von Berlin zurück nach Hause, nach St. Petersburg.

In Pankow, wo wir übernachtet haben, sieht man alle paar Minuten ein Flugzeug am Himmel. Wie passend. Wir frühstücken, packen und brechen um kurz vor acht auf.

Wir laufen zu Fuß zum S-Bahnhof Pankow. Ich schaffe es gerade noch, diesen Dreiklang Orange einzufangen, bevor der Rucksack um die Ecke verschwindet. Die Kinder erfreuen sich an den Sprüchen auf den orangefarbenen Mülleimern. "Häufchenhelfer" oder "Macht Pankow blanko". Die Berliner Stadtreinigung ist bekannt für ihre lustige Werbung. Mir gefällt der Schriftzug auf den Straßenkehrmaschinen: "We kehr for you".


In St. Petersburg sind kaum Häuserwände vollgeschmiert, was schön ist, aber dafür gibt es auch so gut wie keine Straßenkunst. Was schade ist.


Wir fahren mit der S-Bahn durch unseren alten Kiez. Am Ostkreuz hat sich einiges verändert. Von diesem Ort gab es im Laufe der Jahre schon manches 12-von-12-Bild. Dieses oder dieses, dieses oder dieses oder dieses...  


Am Flughafen Schönefeld angekommen, laufen wir die lange Rampe vom S-Bahnhof nach oben.

In diesem Flughafen steht immerhin noch - anstelle der relativ kleinen Bildschirme, die es oft gibt - eine halbwegs große Anzeigentafel für die Flugdaten und Schalternummern. Würde ich einen Flughafen planen, würde ich eine riesengroße Anzeigentafel im alten Stil vorsehen, die man schon beim Betreten der Abflughalle lesen kann.



Das Einchecken dauert ewig. Dafür müssen wir später nicht mehr lang warten. Das ist unser vierter Flug innerhalb von sechs Tagen, allmählich reicht es. Im Flugzeug liest der Junge in seinem Comic.


Für das Mädchen denke ich mir Aufgaben aus. Papier und Kugelschreiber nehmen wir immer mit, wenn wir unterwegs sind. - "Welche sieben Eissorten würdest du nehmen?" - "Schreibe mir etwas Nettes auf russisch" - "Nenne möglichst viele Wörter, die mit "Bl..." anfangen" Und so weiter. Im Gegenzug bekomme ich auch ein paar Aufgaben gestellt, unter anderem: - "Male ein Huhn, das einen Purzelbaum schlägt!" 






Zwischendurch blättere ich in dem Magazin, das im Flugzeug ausliegt. Könnt Ihr lesen, worum es hier geht?


Beim Landeanflug drücke ich dem Jungen den Fotoapparat in die Hand und bitte ihn, ein paar Bilder zu machen. Dies ist eins davon.


Vor der Passkontrolle müssen wir lange warten - dafür ist das Gepäck schnell da. Wir fahren mit dem Taxi nach Hause. Die Kinder sind so erschöpft, dass sie während der Fahrt einschlafen. Zu Hause wird erstmal gegessen, ausgepackt, Wäsche gewaschen, "Madagaskar" zu Ende geguckt und geduscht. Der Mann kauft ein, ich bearbeite meine Fotos. Zum Abendbrot gibt es bulgarisches Brot mit deutscher Salami, russischen Salat mit Pinienkernen und russische Blaubeeren. Jetzt freue ich mich auf einen ruhigen Abend - und, endlich wieder, mein eigenes Bett! Mehr 12 von 12 gibt es bei Caro.

12 von 12 im Juni 2017
12 von 12 im Juni 2016

Donnerstag, 7. Juni 2018

Innehalten vor dem nächsten Schritt

Den Löwenanteil der Arbeit habe ich hinter mir, das Quilt Top ist fertig. Jetzt heißt es innehalten und überlegen, wie es gequiltet werden kann. Anders als bei anderen Projekten gibt es bei meinem Treppenquilt - so kommt es mir zumindest vor - nicht viele "richtige" Möglichkeiten. Ein Over-All-Quiltmuster scheidet für mich aus (es würde mit der Form der Treppe kollidieren und zu viel Unruhe hineinbringen), Quilt-Linien entlang der Stufenkanten ebenfalls (der spiralförmige Fluss der Zeit würde dadurch zu sehr zerhackt).

Mit Mechthild, deren Bekanntschaft zu machen ich letzte Woche das große Vergnügen hatte, habe ich mich in meinem Arbeitszimmer, über diesen Quilt gebeugt, über das Projekt und seine Fertigstellung unterhalten. Das Gespräch war interessant und hilfreich, weil es etwas ausgelöst und mich auf Gedanken gebracht hat. Vielleicht wird es tatsächlich, wie wir überlegt haben, ein zurückhaltendes minimalistisches Grundmuster geben (nur auf den Stufen, nicht auf dem Schwarz), von Hand gequiltet, das von wichtigen Ereignissen überlagert wird.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Gut gelaunte Katzen, leider kopfüber

Ein luftiges Sommerkleid für meine Neuneinhalbjährige. Nach dem Kleine-Insel-Wildbeere-Kleid ist es das zweite nach dem Schnitt Miss Meadow aus der Ottobre 3/2014, dieses Mal in Größe 146 (Länge 152) aus  senfgelbem Double Gauze mit gut gelaunten Katzen.

Das Katzenmotiv hat eine Richtung. Das habe ich vorab gesehen. Beim Zuschneiden habe ich mich mehrfach ermahnt, darauf zu achten. Aber irgendwie habe ich es trotzdem geschafft, ein Teil verkehrt herum zuzuschneiden. Natürlich ist es ausgerechnet das vorderseitige Oberteil.

Der Rocksaum ist innen mit selbstgemachtem Baumwoll-Schrägband versäubert (Sketch von Timeless Treasures in Schwarz-Weiß, einer meiner All Time Favorites) und die Hals- und Armausschnitte mit ähnlich gemustertem, ebenfalls selbstgemachtem Schrägband eingefasst.


Dienstag, 5. Juni 2018

Die ersten Postkarten der Gruppe 2

Weiter geht es mit den Postkarten der Gruppe 2, die bisher angekommen sind. Diese Karte stammt von Susanne R. (lenyaduluoz auf Instagram). Sie zeigt das Logo der Bundesgartenschau (die dieses Jahr in Würzburg stattfindet) auf einem regenbogenähnlichen Hintergrund. Es erinnert ein bißchen an fliegende Vögel, finde ich. Liebe Susanne, herzlichen Dank für diese fröhliche Karte!

Diese Karte stammt von Katrin aus der Schweiz. Sie zeigt die frühsommerliche Hügellandschaft rund um Appenzell mit dem Alpstein im Hintergrund. Die abstrahierte, wie im großen Maßstab verpixelt wirkende Darstellung der Landschaft in den verschiedenen Grün- und Grautönen gefällt mir sehr. Eine schöne Idee. Liebe Katrin, vielen Dank dafür!

Diese Karte stammt von Margit. Sie zeigt das Schloss Karlsruhe mit seinem grünen Garten im Vordergrund und einem blauen Himmel darüber als Zentralperspektive. Ich finde es toll, wie wunderbar sich das Gebäude - obwohl es ganz reduziert dargestellt wird - erkennen lässt. Gut gewählt und gut umgesetzt. Liebe Margit, herzlichen Dank für Deine Karte!

Diese Karte stammt von Susanne K. Diese Technik des Patchworks ist ganz anders als die der anderen Karten - ungewöhnlich, aber interessant, mit dreidimensionalem Touch. Die Karte stellt das Logo von Weingarten dar, dem Ort, aus dem Susanne kommt. Darauf sieht man die Türme der evangelischen und der katholischen Kirche und den Wartturm aus dem 16. Jahrhundert. Liebe Susanne, dankeschön!

Da es bei diesem Projekt zwei Gruppen mit unterschiedlichen Teilnehmerinnen gibt, in denen ich als Einzige beide Male vertreten bin, wollte ich auch zwei verschiedene Motive nähen. Meine Karte für die Gruppe 2 zeigt zwei Zwiebeltürme der Blutskirche in St. Petersburg. Die Streifen habe ich mit der Maschine genäht. Das Gelb steht für Gold. Zusammengenäht wurde alles mit Hilfe der English Paper Piecing Technik, von Hand.


Montag, 4. Juni 2018

Die ersten Postkarten der Gruppe 1

Letzten Donnerstag war es soweit - die ersten Postkarten für den Postkartenquilt waren in St. Petersburg angekommen! Ich war schon hin und weg, als ich den dicken Stapel Briefe in den Händen hielt. Ein herrliches Gefühl, wie Geburtstag haben, ich liebe es! Für das Auspacken habe ich mir viel Zeit genommen, ich habe jede Postkarte in Ruhe ausgepackt und bewundert und mich über die lieben Worte in den beiliegenden Karten und Briefen gefreut.

Heute zeige ich Euch die Postkarten der Teilnehmerinnen der Gruppe 1 und morgen die Karten der Teilnehmerinnen der Gruppe 2, in der willkürlichen Reihenfolge, in der ich die Briefe geöffnet habe.

Diese Karte stammt von Babette. Sie wohnt in Berlin und hat als Motiv den Fernsehturm gewählt, das allseits geliebte Wahrzeichen Berlins, den sie von ihrem Balkon aus sehen kann, mit viel Grün drum herum. Bei diesem Anblick werde ich als Ex-Berlinerin gleich etwas wehmütig. Liebe Babette, herzlichen Dank für diese hübsche Karte, ich freue mich schon darauf, im Juli wieder in Berlin zu sein!

Diese Karte stammt von Ines vom Blog Nähzimmerplaudereien. Sie zeigt in stilisierter Form den "Ulmer Spatzen", das Vögelchen (wie ich gelernt habe), das den Ulmern beim Bau ihres Münsters zeigt, wie man zu lange Balken durch ein schmales Tor bekommt: der Länge nach und nicht der Breite. Über diesen sorgfältig genähten, aufwendigen Block kann man nur staunen. Herzlichen Dank, liebe Ines!

Diese Karte stammt von Daniela vom Blog Westnaht. Sie zeigt den Rursee in der Eifel, eine der größten Talsperren Deutschlands und nicht weit entfernt von Aachen, an dessen Stegen über 2500 Segelboote liegen. Mir gefällt sehr, wie Daniela Boote und Wasser mit wenigen geometrischen Formen unverkennbar dargestellt hat. Vielen lieben Dank für diese Karte!

Diese Karte stammt von Uta vom Blog Uta Hansons Fenster. Sie schreibt, dass sie ein kleines Segelboot geerbt haben, mit dem sie dieses Jahr viel unterwegs sein werden. An dieser Karte gefallen mir besonders die frischen Farben. Und beim Betrachten der vielen kleinen Teile versuche ich nachzuvollziehen, in welcher Reihenfolge sie wohl zusammengenäht wurden... Liebe Uta, herzlichen Dank!

Und meine eigenen Postkarten? Mittlerweile sind sie hoffentlich überall angekommen, so dass ich sie hier zeigen kann. Für die Gruppe 1 habe ich als Motiv den berühmten Sowjetstern gewählt, den man hier immer wieder sieht (an Gebäuden, Zäunen, Toren, in der Metro usw.) - aber nur seine Form, nicht seine Bedeutung, und auch nicht eintönig rot, sondern vielfältiger, bunter, moderner. So nehme ich St. Petersburg wahr...


Donnerstag, 31. Mai 2018

Me Made May - ein Rückblick

Der Me Made May ist vorbei. Zum zweiten Mal habe ich bei dieser Aktion mitgemacht, bei der es darum geht, jeden Tag etwas Selbstgemachtes zu tragen. Auf Instagram gab es davon 31 Fotos zu sehen. Wie letztes Jahr kommt hier ein kurzer Rückblick und ein Fazit. Zuerst einmal: Herzlichen Dank für Eure Herzen und Kommentare! Ein ganzer Schwung neuer Abonnenten ist auch dazu gekommen. Ich freu mich.

Wie letztes Jahr habe ich die meisten Bilder selbst geknipst - mit einer Fernbedienungs-App. Dafür habe ich täglich einen geeigneten Hintergrund gesucht, die kleine Kamera irgendwo abgelegt (auf Motorhauben, Zäunen, Mauervorsprüngen, ...) und schnell ein paar Bilder gemacht. Am vorletzten Tag habe ich die Kamera auf einem fremden Auto im Hof vergessen - zum Glück war sie, als es mir fünf Stunden später einfiel, noch da.

Wie letztes Jahr wollte ich in erster Linie wieder den Kleiderschrank sichten und die vorhandenen Sachen beurteilen. Die handbemalte Bluse vom Tag 29 ist das einzige Stück, das im Mai neu entstanden ist - ungeplant, spontan, schnell. Ich mag sie sehr. Der ganze Entstehungsprozess hat mir große Lust gemacht, noch weitere derartige Kleidungsstücke zu nähen, zu malen, drucken, recyclen, auszuprobieren. 

Am meisten Herzchen gab es von Euch für diese Outfits: das weiße Joghurt-mit-Mohn-Kleid, den schwarzen Pünktchenrock sowie die schwarz-weiß karierte Tunika und den dunkelblauen Blouson. Lustigerweise habe ich beim letzten Mal mit diesem Kleid arg gehadert - der Mai 2017 war allerdings auch kalt und grau gewesen, und mit Mantel, Strumpfhose und Stiefeln sieht das Kleid wirklich nicht sonderlich gut aus.

Meine persönlichen Lieblingsoutfits waren diese: das blaue Viskoseshirt mit Kranichmuster und die handbemalte Bluse aus einem alten Männerhemd, beide zu einer gekauften, aber selbst geflickten und handbestickten Jeans sowie das (noch nicht gebloggte) metallisch schimmernde, unregelmäßig gestreifte Shirt zur Jeans-Bleistifthose und dem dunkelblauen Blouson.

Allmählich zieht sich, scheint mir, so etwas wie ein roter Faden durch meine Me Made Garderobe. Ich trage gern schmale Hosen, ich mag es eher schlicht, ich mag kleine und große Muster, meine selbstgenähten Taschen, Schwarz, Weiß, Grau, Dunkelblau, klare Winterfarben, einen kleinen leuchtenden Farbklecks hier oder da. Viel Neues brauche ich nicht mehr. Was jetzt noch hinzukommt, soll zum Vorhandenen passen.

Ein bißchen Statistik (die mich für zukünftige Nähprojekte interessiert):

An 21 Tagen habe ich Hosen getragen,
an 7 Tagen ein Kleid,
an 2 Tagen einen Rock, 
an 1 Tag Shorts.

An 17 Tagen habe ich ein selbstgenähtes Kleidungsstück in (Dunkel-)Blau getragen,
an 10 Tagen in Schwarz oder Weiß,
an 8 Tagen in Grau,
an 6 Tagen in anderen Farben (Türkis, Konfettibunt, Olivgrün, Pink, Blau/Aqua/Lila, Hellgelb).

An 7 Tagen habe ich ein selbstgenähtes Kleidungsstück mit Punkten getragen,
an 5 Tagen mit Blumen,
an 2 Tagen mit Streifen,
an 2 Tagen mit Karos,
an 6 Tagen mit sonstigem Muster (Leo, Schwalben, Rauten, Kraniche, Dreiecke, Striche). 

Und zum Schluss: Ein wunderbarer Aspekt des Me Made May ist, dass man über viele einem noch unbekannte tolle Selbermacherinnen stolpert. Meine Lieblingsoutfits von Anderen waren unter anderem: Hillary von entropyalwayswins (die ich schon lange als Quilterin bewundere) in gelbem Shirt und bestickten Jeans, Bianca von thanksimadethem im langen weißen Kleid (toll auch das Appliqué-Kleid), Kathrin von holycowsberlin im Kleinen Schwarzen, bibbity-bobbity-bobbins' Rock-Shirt-Kombination, kamari.di's schwarz-weißes Jerseykleid, ebonyh's weißes Top, lenyaduluoz' Tangokleid... und viele mehr...

Schön war er, der Me Made May!

Mittwoch, 30. Mai 2018

Sézane- und Marimekko-eskes Recycling

Das hier war einmal ein langärmeliges weißes Hemd meines Mannes. Es hatte durchgescheuerte Kragenecken und ein, zwei hartnäckige Flecken und lag deshalb schon eine Weile auf dem Recycling-Stapel.
Mindestens genauso lange, wie das alte Hemd auf eine neue Bestimmung wartete, hatte ich vorgehabt, irgendwann einmal die folgenden Dinge auszuprobieren: 

1. ein Männerhemd zu einem Frauenoberteil umzuarbeiten
2. einen Stoff marimekko-esk mit Pinselstrichen zu bemalen (vielleicht so oder so)
3. eine Bluse im Sezane-Stil zu nähen (vielleicht so oder so oder so)

Alles gleichzeitig in einem einzigen Teil umzusetzen, war nicht geplant gewesen - es ergab sich einfach.

Ich schnitt das alte Hemd auseinander, legte die Schnittteile von Accordion (Ottobre 02/2014) so darauf, dass sie irgendwie passten (wobei fast alle Falten und Abnäher daran glauben mussten), schnitt die einzelnen Stoffteile aus und bemalte sie nacheinander mit Hilfe eines dünnen Pinsels mit schwarzer Stoffmalfarbe. Das dauerte zugegebenermaßen ziemlich lange. Aber das Ergebnis gefällt mir richtig, richtig gut.

Nachdem die Farbe getrocknet und alles lange gebügelt worden war, nähte ich das Hemd zusammen. Die Knöpfe liegen nun auf der Rückseite, und inspiriert von diesem Sezane-Oberteil habe ich einen rückwärtigen V-Ausschnitt genäht. Vor dem ersten Waschen war mir etwas bange, aber die Farbe hält! Das Oberteil gefällt mir sehr - und spornt mich an, noch weitere Hemden zu recyclen... und weiteren Stoff zu bemalen...