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Sonntag, 26. März 2023

Stoffspielereien: Sashiko

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt - auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch. Das Thema der Stoffspielereien im März lautet "Sashiko", und bei 123 Nadelei werden
alle Beiträge gesammelt. 
 
Mein Beitrag ist rein funktionaler Natur. Es klaffte ein Riesenloch in einer Jogginghose meines Sohnes, der sich beim Fußballspielen oft auf den Boden wirft. Ich habe gar nicht erst versucht, es unsichtbar zu flicken, sondern den Riss grob zusammengesteckt, ein Stück Jersey untergelegt, mit Hilfe einer Schablone neun Kreise aufgezeichnet und diese dann mit unregelmäßigen Vorstichen aus weißem Sashikogarn gefüllt. 
 
Ist das überhaupt Sashiko? Ich denke bei diesem Begriff an gleichmäßige Stiche und schöne, dekorative, geometrische Muster. Wörtlich heißt Sashiko „kleine Stiche“, sagt Wikipedia, und gemeint sei damit eine traditionelle japanische Stickerei, die zur dekorativen und/oder funktionalen Verstärkung von Stoffen und Kleidungsstücken verwendet wird. Was ich gemacht habe, fällt wohl eher in die Kategorie Boro-inspiriert. Boro ist ein japanischer Begriff, der mit Handstichen zusammengesetzte und/oder geflickte Kleidungsstücke bezeichnet.
 
So oder so. Die Farbigkeit (Weiß auf Dunkelblau) passt auf jeden Fall zum Thema. Auf dem letzten Bild präsentiert mein Sohn das Ergebnis, mit dem neulich entstandenen Hoodie aus alten Jeans kombiniert. Bei beiden Teilen wurde zerschlissenen, schon aussortierten Kleidungsstücken neues Leben eingehaucht.

Danke für das schöne Thema! Die Beiträge der Anderen findet Ihr bei 123 Nadelei.

Mittwoch, 3. November 2021

Noch eine gerissene Hose

Wieder einmal ist eine Jeans des Jungen (11) dem Fußballspielen zum Opfer gefallen. Geflickt habe ich sie, da ich kein Sashikogarn mehr hatte, mit hellblauem Sticktwist. Das ist nicht ganz so schön, aber ich mag es trotzdem.

Donnerstag, 21. Januar 2021

Bereit für Hogwarts

Baby, it's cold outside. Außentemperaturen von 3 Grad fühlen sich in einem amerikanischen Holzhaus ungemütlicher an als -20 in einer Stadtwohnung in St. Petersburg. Manchmal trage ich sogar Fleece über Fleece. Der dunkelblaue Pullover ist schon ein paar Jahre alt. Neu ist die gemütliche, wenn auch etwas unförmige Jacke nach dem Schnitt Scarab aus der Ottobre 5/2018, nach dem schon diese, diese und diese Quiltjacke entstanden sind. Dieses Mal habe ich den Schnitt verlängert und vorne riesige Taschen hinzugefügt. Falls ich jemals einen Brief aus Hogwarts bekomme, werde ich am 1. Schultag diese Jacke tragen - ich komme mir daran immer so vor, als müsste ich jeden Moment meinen Zauberstab zücken.


Die alte, im Boro-Stil geflickte Jeans habe ich bereits hier gezeigt.

Montag, 5. Oktober 2020

Noch ein Flickwerk

Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich Visible Mending mag (Beispiele dafür findet man unter anderem hier). Dieses Mal wurde eine viele Jahre alte Jeans des Mannes geflickt - ohne Plan oder Design, schnell und wild. Fürs Zu-Hause-Tragen reicht's. Und der Anblick gefällt mir trotzdem.


Sonntag, 26. April 2020

Stoffspielereien: Visible Mending

"Visible Mending" heißt das Thema der Stoffspielereien im April, und Ute von 123-Nadelei sammelt die Beiträge dazu. Sichtbar Geflicktes gab es hier auf dem Blog schon manches Mal zu sehen - auf Jungenhosen wie diesen und diesen, aber auch Hosen von mir: auf dieser, dieser, dieser und, zu guter Letzt, dieser Jeans, deren Stoff vom vielen Tragen und Waschen zwar fadenscheinig und fragil, aber eben auch unheimlich weich und bequem geworden ist. Es handelt sich um eine "Studio-Hose", die ich fast nur zu Hause im Arbeitszimmer trage, wo ich viel auf dem Boden arbeite. Beim letzten Mal Tragen hat sich zu den schon vorhandenen und geflickten Rissen ein weiterer hinzugesellt, mitten auf dem rechten Knie.

Dieses Mal gab es keine Boro-Kreuze. Stattdessen habe ich ein Stück Jeans untergelegt und mit einfachen Vorstichen aus hellblauem Stickgarn angenäht, die auf dem hellen Jeansstoff fast verschwinden. Und schon hat diese Jeans wieder ein bisschen Lebenszeit bekommen. Mal gucken, wie oft das noch geht.

Ein Mini-Projekt war das nur - aufwändigere und spannendere Projekte findet Ihr hier.

Die nächsten Themen der Stoffspielereien lauten:
31.05.2020: "Blumen" bei Petersilie & Co
28.06.2020: "Monogramme" bei made with Blümchen 
27.09.2020: "Texturen aus der Natur" bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: "Textile Behältnisse" bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: "Skandinavien" bei Nähzimmerplaudereien

Freitag, 31. Januar 2020

Nochmal gerettet

Diese Jeans, vor vielleicht zehn Jahren gekauft, hatte einen sehr tiefen Bund und war deshalb nicht sonderlich praktikabel. Beim Arbeiten sitze ich viel auf dem Boden, und da nervt es, immer wieder hinten herumzupfen zu müssen. Vor einiger Zeit habe ich deshalb eine Verlängerung an den Bund genäht.

Seitdem ist die Jeans ein Lieblingsstück fürs Zuhause-Arbeiten. Der Stoff, schon ganz weich vom vielen Tragen und Waschen, fühlt sich einfach wunderbar an. Irgendwann gab es leider einen ersten Riss auf einem Knie und kurz später einen zweiten oberhalb des anderen. Wegwerfen wollte ich die Jeans aber nicht. 

Also habe ich mich ein weiteres Mal im Boro-Flicken versucht. Dieses Mal mit echtem japanischem Sashiko-Garn. Das macht wirklich Spaß. Habt Ihr es schon mal probiert?

Freitag, 22. März 2019

Boro statt Löcher

Verwandelt: Eine schon ältere gekaufte Jeans mit Löchern auf den Oberschenkeln, die mir nicht mehr gefiel. Die löchrigen Bereiche wurden mit Hilfe einer spitzen Schere entfernt. Dann habe ich aus einer aussortierten Jeanshose meines Jungen passende Stücke geschnitten und unter die Ausschnitte gesteckt.


Mit einem wasserlöslichen Stift habe ich ein 1x1-cm-Raster über die Ausschnitte und ihre Umgebung gezeichnet. Dann habe ich mit weißem Stickgarn zuerst die vertikalen und dann die horizontalen Linien der Kreuze gestickt. Das erfordert Geduld und dauert - aber man kann sich dabei wunderbar unterhalten.

Boro heißt diese Art des sichtbaren Flickens in Japan, und wer hier schon etwas länger liest, weiß, dass ich das mag. Ich sollte mir echtes Sashikogarn besorgen - damit wird es sicher noch schöner. Jetzt verabschiede ich mich in eine kurze Blogpause. Mal schauen, wie weit der Frühling in Deutschland ist. Ende nächster Woche bei den Stoffspielereien bin ich aber dabei...

Freitag, 30. November 2018

Noch mehr Flickarbeiten

Wenn man einen Jungen hat, kommt man um Flickarbeiten nicht herum. Fast keine Jeans in seinem Kleiderschrank ist noch ganz. Bei ihm gibt's immer zuerst ein Loch auf dem rechten Knie. Und irgendwann folgt dann das auf dem linken. Das Mädchen dagegen hat nur eine einzige zerrissene Jeans, und deren Löcher wurden absichtlich hineingeschnitten.

Seit ich die Löcher sichtbar von Hand flicke (mit einem unterlegten Stück Jeansstoff und Stickgarn, meist weißem) und mich nicht mehr mit Bügelflicken abmühe, die sich wieder lösen, oder Maschinenausbesserungen, für die die Seitennähte aufgetrennt und wieder zusammengenäht werden müssen, geht das Reparieren schneller und macht sogar ein bißchen Spaß.

Freitag, 4. Mai 2018

Zerrissen und geflickt

Wieder einmal ist eine Jeans von mir an unglücklicher Stelle gerissen - vermutlich, weil ich so oft auf dem Boden sitzend arbeite. Ich hatte mich schon fast damit abgefunden, sie wegwerfen, aber dann erwachten Trotz und Widerspruchsgeist in mir. Unsichtbar flicken würde mir nicht gelingen, das wusste ich. Dann halt sichtbar. Und wenn schon "destroyed", dann richtig. Damit die einzelne Stelle am Po nicht so auffällt, habe ich gleich die ganze Hose bearbeitet, mit auf- oder untergenähten Flicken aus Resten einer anderen Jeans, Rissen und vielen kleinen gestickten Kreuzstichen wie bei der Hose meines Sohns.



 Ein Tragebild gibt es später am Tag beim Me Made May...

Freitag, 9. März 2018

Flickarbeiten

Nicht nur bei mir reißen Hosen, sondern auch bei meinem siebenjährigen Sohn. Bei ihm allerdings nicht aufgrund von altersbedingter Materialermüdung, sondern weil er sich gern hinschmeißt und fußballermäßig auf Knien über den Boden rutscht. Hosen flicken macht mir eigentlich keinen Spaß, aber als schnelle kleine Sashiko-Stickerei dann doch.

Übrigens, ganz zusammenhanglos: Wir haben noch vier Plätze in der 2. Gruppe des Projekts Postkarten-Quilt zu vergeben. Wenn Du Lust hast, mitzumachen, melde Dich bitte, wir freuen uns auf Dich!

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Gehackt und repariert oder: Kariert und bestickt

Die Grundlage für diese Tunika aus schwarz-weißem Baumwollstoff war der Schnitt Tova von Wiksten, allerdings "gehackt", wie man so sagt. Das Vorderteil besteht bei diesem Exemplar aus drei Stücken: den zwei oberen, die übereinander gelegt den leicht geschwungenen V-Ausschnitt ergeben, und dem unteren, das verbreitert und eingereiht an den oberen Teil angesetzt wurden.

Zuerst stand das Vorderteil am Halsausschnitt etwas ab, aber dann habe ich - vor dem Einfassen mit Schrägband - Framilonband auf die Kanten genäht. Jetzt liegt es schön flach an. In der etwas längeren Version hat dieser Schnitt etwas Japanisches, wie ich finde, und trägt sich sehr gemütlich.

Die schmalgeschnitte dunkelblaue Jeans habe ich seit vielen Jahren. Zweimal wurde durch Nachfärben die Farbe wieder aufgefrischt, wodurch sie wieder fast wie neu aussah. Aber als sie vor einer Weile neben der rechten Potasche riss, dachte ich, dass sie jetzt wohl hinüber wäre.

Aber dann erwachte mein Widerspruchsgeist. Wegwerfen wollte ich sie einfach nicht. Ich flickte den Riss von hinten mit einem Stück Jeansstoff und versuchte ihn dann so zu übersticken, dass man ihn nicht mehr sah. So sieht die Stelle jetzt aus - ich glaube, ich kann die Hose noch ein, zwei Jahre länger tragen...