Sonntag, 30. Juni 2019

Sommerpause

bimbambuki verabschiedet sich in die Sommerpause. Habt einen wunderbaren Sommer mit viel Sonnenschein und frischem Wind und kommt gesund und munter zurück! Wir lesen uns irgendwann im August - und vielleicht zwischendurch auf Instagram...

Donnerstag, 27. Juni 2019

Orange und Kornblumenblau

Vor ein paar Tagen war es noch sommerlich und ich konnte mein gerade fertig gewordenes Kleid tragen. Der Schnitt ist Fable Print aus der Ottobre 2/2015. Welche Änderungen ich bei so einem Kleid vornehmen muss, weiß ich mittlerweile schon: zwei verschiedene Größen kombinieren, Schulter ändern, Oberteil verlängern, Hohlkreuzanpassung, Rock verlängern. Statt Kellerfalten habe ich die Rockteile eingekräuselt. Außerdem habe ich geräumige Nahttaschen vorgesehen - nie wieder ein Kleid ohne Taschen!

Das Nähen war etwas aufwendiger, weil die Vorder- und Rückenteile Wiener Nähte haben und das Kleid komplett gefüttert ist, aber nicht kompliziert. Nichtsdestotrotz ist mir ein Arbeitsschritt unglaublich schwer gefallen und hat mich regelrecht verzweifeln lassen. Wie manche von Euch auf Instagram mitbekommen haben, hatte ich - zu früh - die Schulternähte geschlossen und war deswegen völlig überfordert, wie ich das Oberteil wenden könnte. Irgendwann war aber auch das geschafft. Das Kleid kommt auf jeden Fall mit in den Koffer. Hier ist es gerade kühl und regnerisch, aber im Urlaub werde ich es hoffentlich tragen können. 

Montag, 24. Juni 2019

Fertig: Der Ausflug zum Park Quilt

Alle zwei Jahre findet in St. Petersburg das Open Patchwork Festival "Traditia" statt, das nächste Mal vom 29. Januar bis 2. Februar 2020. Die Organisatorinnen geben jedes Mal ein Thema vor, zu dem man eingeladen ist, einen Quilt zu nähen. Dieses Jahr lautet es "Жили у бабуси два весёлых гуся" (Bei Großmutter lebten zwei lustige Gänse).

In der Erklärung der Aufgabenstellung heißt es: Um mit einem Quilt am Wettbewerb teilzunehmen, muss darin der bekannte Patchwork-Block "Flying Geese" vorhanden sein, in traditioneller Ausführung oder moderner Interpretation. Es spielt keine Rolle, wie viele "Gänse" in einem Quilt vorhanden sind. Der Block muss aber erkennbar sein.

Mein Quilt misst ca. 101x149 cm. Die sieben "Gänse" bestehen aus Half Sqare Triangles aus bunten unifarbenen und gemusterten Stoffresten, mit English Paper Piecing erstellt und von Hand zusammengenäht. Für die Rückseite wurde ein violett-weiß gestreifter Baumwollstoff verwendet. Der komplette Quilt ist von Hand gequiltet - graue Linien auf den grauen Flächen, kleine schwarze Kreuzchen auf den Dreicken.

Und was zeigt er? Stellt Euch eine Gruppe von kleinen Kindergartenkindern vor, in farbenfrohe Gummistiefel, Jacken, Mützen und Schals gekleidet, die sich - immer zu zweit an den Händen haltend, in einer langen Reihe hintereinander laufend, fröhlich durcheinander quatschend - mit ihren Erzieherinnen aufgemacht haben und durch die steinerne Stadt laufen, um einen Ausflug zum Park zu unternehmen...

Freitag, 21. Juni 2019

Schicke Hunde

Letzten Mittwoch habe ich einen mir noch unbekannten Stoffladen entdeckt, in dem - anders als das hier in St. Petersburg oft der Fall ist - nicht nur kleine Ministoffproben ausgestellt werden (so dass man bei Interesse eine meist grimmige Verkäuferin darum bitten muss, den entsprechenden Stoffballen aus dem Lager zu holen), sondern üppig lange Stoffbahnen. Ich stöberte durch den ganzen Laden, betrachtete, befühlte, genoss, und dann fiel mein Blick auf diesen Hundestoff und ich war verliebt.

Es handelt sich um einen festen Baumwollstoff mit Elasthan-Anteil. Ich kaufte nur einen halben Meter, ohne zu wissen, was daraus werden sollte. Als meine Tochter den Stoff sah, war sie genauso entzückt wie ich. Nach einigem Überlegen wurde daraus ein ärmelloses Top für sie, nach dem (Kleider-)Schnitt Miss Meadow aus der Ottobre 3/2014 in Größe 152. Damit der Reißverschluss nicht kratzt, hat er einen Beleg bekommen. Jetzt trägt sie schicke Hunde durch die Gegend und ich bin hundelos...

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ende in Sicht

Kilometerweise Handstiche später fehlen nur noch wenige Linien. Ich freue mich schon darauf, die Heftfäden herauszuziehen. Das ist immer einer meiner Lieblingsmomente beim Quilten.


Für die Einfassung werde ich schlichtes graues Schrägband herstellen. Nur eine lange Seite bekommt ein kunterbuntes Scrappy Binding. Vielleicht wird der Quilt ja noch vor der Sommerpause fertig...

Sonntag, 16. Juni 2019

Riesenblumen

Die letzten Sachen, die ich mir genäht habe, waren schlicht und unifarben. Aber bei diesem Stoff mit unregelmäßigem Riesenblumen-Print konnte ich einfach nicht widerstehen. Ich liebe solch große Muster. Genäht habe ich daraus ein Top nach dem Schnitt Earth & Stone aus der Ottobre 2/2019, das dritte nach einem aus grauem Chambray und einem aus weißer Viskose.

Der Stoff ist etwas zu fest für eine Bluse und fällt deswegen nicht so schön, aber ich mag das Top trotzdem...

Mittwoch, 12. Juni 2019

12 von 12 im Juni

But first: Coffee! 12 von 12 heute ohne viel Worte. Die Tasse hat meine Cousine aus Korea mitgebracht.

Mittwochmorgen bedeutet: Ballett. Die Lehrerin kommt etwas später, ich warte im Treppenhaus.


Der Mann muss heute nicht arbeiten. Er holt mich vom Training ab.

Wir essen gemeinsam zu Mittag. Das Restaurant ist leer, wir sind die Einzigen.

Dafür gibt es viele hübsche Details zum Fotografieren.

Ich esse einen Burger. Nach dem Ballett habe ich immer einen Riesenappetit.

Bis die Kinder abgeholt werden, ist noch Zeit. Ich finde einen Stoffladen. Einen ganz wundervollen!


Das Mädchen hat heute eher Schluss. Wir gehen zu dritt ein wenig spazieren.

Dann holen wir auch den Jungen ab, der noch etwas Fußball spielen möchte.

Am Nachmittag sind wir mit einer befreundeten Familie im Park um die Ecke verabredet.

Wir unterhalten uns nett und beschließen dann spontan, abends zusammen essen zu gehen.


Auf dem Weg ins Restaurant finden wir ein paar Straßenfreskos. Das Essen ist wunderbar, und wir haben einen schönen Abend. Und wie war Euer Tag? Mehr 12 von 12 gibt es bei Caro.

12 von 12 im Juni 2018
12 von 12 im Juni 2017
12 von 12 im Juni 2016

Montag, 10. Juni 2019

Siebenhundertdreiundzwanzigtausendundfünf

Neues vom Projekt Ausflug zum Park Quilt: Das fertige Quilttop, ein dünnes Baumwollquiltvlies als Batting und ein lila-weiß gestreifter Baumwollstoff als Rückseite wurden erst mit Nadeln zusammengesteckt und dann mit langen Stichen aneinander geheftet. Das ist die Methode, die sich für mich bisher als die beste herausgestellt hat. So bekommt man ein schön flaches "Sandwich" und beim Quilten stören keine Nadeln.

Ich hatte zuerst überlegt, die grauen Flächen mit der Maschine zu quilten, mit einem Matchstick-Muster zum Beispiel. Aber dann habe ich mich doch für das Quilten von Hand entschieden. Der Linienabstand beträgt 1cm. Und der größte Teil des Quilts ist grau. Nein, ich habe nicht gezählt, wieviele Stiche es insgesamt werden, aber es fühlt sich an wie [siehe Überschrift]...


Freitag, 7. Juni 2019

So ein Mädchending

"Love" sollte hinten drauf stehen, war der Wunsch meiner 10-Jährigen. Das ist wohl so ein Ding bei Mädchen in diesem Alter. Ich war, wenn ich mich erinnere, früher auch so. Neben dem auch sehr beliebten Schnörkeln des eigenen Namens kritzelt man "Love" - überall hin, auf lose Zettel, Federmäppchen, Schreibhefte.

Sweatjacke nach dem Schnitt "True Friends" aus der Ottobre 4/2014 (eigentlich ein Schnitt für ein Kapuzenshirt ohne Reißverschluss) aus petrolfarbenem Sweat mit Applikation aus der linken Seite des Stoffs, umstickt mit türkisfarbenen Pailletten.


Mittwoch, 5. Juni 2019

Me Made Mittwoch: Weißes Peplum-Top

Es ist der erste Mittwoch im Monat, und das bedeutet: Es ist wieder Me Made Mittwoch. Ich zeige heute ein sommerliches Kurzarm-Oberteil aus weißer Viskose. Dafür habe ich den Schnitt Earth & Stone aus der Ottobre 2/2019 verwendet, nach dem ich mir schon ein Oberteil aus grauem Hanf-Baumwoll-Chambray genäht habe. Dieses Mal habe ich den Originalausschnitt verändert und stattdessen einen hohen ovalen Ausschnitt, mit Belegen versehen, genäht.

Das Oberteil ist nur bis zur Taille zugeschnitten. Unten habe ich ein Schößchen aus zwei rechteckigen Reststücken des Stoffs angenäht. Dieses ist nicht eingekräuselt, sondern von Hand in Falten gelegt. Das war etwas mehr Arbeit, aber ich hatte Sorge, den zarten Stoff durch Kräuselfäden zu beschädigen. Perfekt wäre das Oberteil geworden, wenn ich mich dazu aufgerafft hätte, das Overlockgarn zu wechseln, und Weiß statt Hellgrau benutzt hätte - aber ich gebe zu, dazu war ich zu faul. Außerdem sieht man es nicht so. Oder?

Was Andere an selbstgemachter Kleidung tragen, seht Ihr auf dem Me Made Mittwoch Blog.


Freitag, 31. Mai 2019

Me Made May - ein Rückblick

Mein dritter Me Made May ist vorbei - die von Zoe vom Blog So Zo... What Do You Know? ins Leben gerufene Aktion, bei der es darum geht, einen Momat lang täglich (oder öfter als sonst) Selbstgemachtes zu tragen. Mittlerweile ist mein Schrank so gut gefüllt, dass mir das nicht schwer fällt. Kurz vorher habe ich mir noch einige Basics genäht, die zur vorhandenen Garderobe passen und gut zu kombinieren sind: einen Fake-Jumpsuit aus grauem Chambray, eine schwarze Jacke, eine Tote Bag aus schwarzem Denim und ein Peplum-Shirt aus weißer Viskose, das ich nächsten Mittwoch auf dem Blog zeigen werde.

Wichtiger als das Neunähen ist mir bei dieser Aktion aber, die vorhandenen Kleidungsstücke zu beurteilen. Die Me Made May Challenge hilft mir, meinen eigenen Stil zu finden und Sachen, die nicht passen, auszusortieren. Selbst, wenn ich an ihnen hänge. Schließlich möchte ich keine Unmengen von Klamotten, sondern lieber eine übersichtliche Anzahl möglichst hochwertiger, langlebiger, zeitloser Stücke, in denen ich mich ganz und gar wohlfühle. Mittlerweile gefallen mir fast alle meiner selbstgenähten Kleidungsstücke, und ich trage sie auch gern. Klingt das eingebildet? Soll es nicht, es war ein langer Weg bis hierher...



Das Schönste am Me Made May war wie immer Euer Feedback. Vielen lieben Dank für all die Herzen und netten Kommentare! Sie spornen mich an und machen mir viel Freude. Am meisten Herzchen gab es von Euch für diese Outfits: das Rautenkleid mit der hellgrauen Fleecejacke, das dunkelblaue Jerseykleid (nie auf dem Blog gezeigt) mit der Zakka Style Tasche sowie das Jeanslatzkleid mit dem schwarzen Shirt, der schwarzen Jacke und der gepunkteten Tasche

Mir persönlich gefielen diese Outfits am besten: das schwarze Pünktchentop (aus einem vor 20 Jahren in Frankreich gekauften, sich allmählich auflösenden Kleid entstanden) mit der grauen Chambray-Hose, das Nussknackerkleid (mit mittlerweile gekürzten Ärmeln) mit der schwarzen Denim-Tasche sowie das mittlerweile gekürzte und schwarz gefärbte Balloon-Dress mit der Zakka Style Tasche. Unter Euren Favoriten sind drei Kleider und unter meinen zwei - es scheint, ich sollte im Alltag häufiger Kleider tragen.

Mir persönlich hilft es, mich so aus der Entfernung zu betrachten. Ich finde, dass man einfacher beurteilen kann, ob einem ein Schnitt oder eine Farbe steht, wenn man sich selbst wie eine andere Person sieht. Für meine Fotos brauche ich nicht immer jemanden, der mir hilft. Oft habe ich meine kleine Kamera irgendwo abgelegt und mit einer Fernbedienungs-App geknipst (deswegen das Telefon...) Mittlerweile geht das ziemlich schnell, und es ist mir nicht mehr so arg unangenehm, wenn ich dabei gesehen werde.

Zum Schluss - wie auch in den vergangenen Jahren - ein bißchen Statistik, die mich für zukünftige Nähprojekte interessiert:

An 23 Tagen habe ich eine selbstgenähte Jacke oder einen Mantel getragen,
an 23 Tagen ein selbstgenähtes Oberteil,
an 8 Tagen ein selbstgenähtes Kleid,
an 6 Tagen selbstgenähte Hosen,
an 2 Tagen einen selbstgenähten Jumpsuit,
an 1 Tag selbstgenähte Shorts.

An 20 Tagen habe ich ein selbstgenähtes Kleidungsstück in (überwiegend) Schwarz getragen,
an 17 Tagen in Dunkelblau oder Blau,
an 12 Tagen in Grau,
an 7 Tagen in Weiß,
an 3 Tagen in Gelb
an 4 Tagen in anderen Farben (Türkis, Olivgrün, Graublau, Cremeweiß).

41 der selbstgenähten Kleidungsstück waren unifarben,
5 hatten Punkte oder Tupfen,
4 hatten Streifen,
3 hatten Blumen,
3 hatten Karos,
7 hatten ein sonstiges Muster (Rauten, Dreiecke, Kraniche, Schwalben, Patchwork).

Interessiert Euch, was die Anderen gemacht und getragen haben? Dann stöbert mal auf Instagram durch die Beiträge mit dem Hashtag #memademay2019...

Mittwoch, 29. Mai 2019

Nicht der richtige Zeitpunkt

Die sieben Flying Geese sind zusammengesetzt, die Seitenstreifen mit der Maschine angenäht. Als Nächstes müsste ich einen passenden Rückseitenstoff finden und Top, Batting und Backing zusammenheften. Aber irgendetwas in mir sträubt sich dagegen. Kennt Ihr das, wenn einen ein Projekt "ruft" - oder aber das Gegenteil tut, abweisend und lustlos in der hintersten Ecke rumlungert und einen nicht mit dem A. anguckt (wie der Berliner sagt)? Jetzt ist wohl nicht der richtige Zeitpunkt, damit weiterzumachen. Aber irgendwann kommt dieser Moment, das weiß ich.


Sonntag, 26. Mai 2019

Stoffspielereien: Heimat

"Heimat" heißt das Thema der Stoffspielereien im Mai, Frau Nahtlust sammelt dieses Mal die Beiträge, und ich dachte ernsthaft, dass ich dieses Mal nicht mitmachen würde. Heimat, ein schwieriges Thema. Meine Heimat ist eine kleine Stadt in Ostwestfalen, die ich vor einem Vierteljahrhundert gegen meine Wahlheimat Berlin getauscht habe, aber seit vier Jahren lebe ich im Ausland, und in der Fremde fühlt sich die Heimat sehr weit weg an. Manchmal freue ich mich schon, wenn ich einfach mal meine Muttersprache sprechen kann.

Nichtsdestotrotz fingen die Gedanken an zu kreisen. Bei Heimat denke ich nicht nicht an Grünkohl, Pumpernickel oder Westfälischen Schinken, nicht an irgendwelche Trachten, Muster oder den örtlichen Schützenverein. Ich habe ein Zuhause, das ich gerne besuche. Aber ist das, was Heimat genannt wird, nicht mehr als ein Haus und seine Menschen und das Städtchen drumherum? Ich recherchierte den Begriff und stolperte dabei über einen Artikel über Heimat-Tattoos. So groß kann die Heimatliebe sein!

Es gibt etwas, das ich mit dem Begriff Heimat verbinde, fiel mir irgendwann ein. Wenn man mit dem Zug von Berlin nach Westen fährt, durchquert man die Porta Westfalica, das "Westfälische Tor". Dort fließt die Weser durch einen Durchbruch zwischen Wiehen- und Wesergebirge. Auf der einen Seite liegt die gleichförmige platte Norddeutsche Tiefebene, auf der anderen die hübsche grüne Hügellandschaft Ostwestfalens. Beim Durchqueren der Porta empfinde ich jedes Mal ein schönes Gefühl von Nachhausekommen. Ein Tattoo würde ich mir davon nicht stechen lassen. Aber wie wäre es mit einem temporären Tattoo zum Überstreifen für sentimentale Momente...?

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt - auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Freitag, 24. Mai 2019

Krumme Kringel

Das vor fünf Jahren handgenähte Kissen aus 210 Dreiecken begann sich an vielen Stellen aufzulösen. Schweren Herzens habe ich es entsorgt und ein neues genäht. Aus schwarzem Baumwollstoff, den ich mit krummen Kringeln bedruckt habe. Mit Hilfe von aufgebügeltem Freezerpapier und zwei Schichten weißer Stoffmalfarbe, mit einem Pinsel aufgetupft. Macht Spaß und geht schnell...

Eine Sammlung aller bimbambuki-Kissen findet Ihr hier.

Montag, 20. Mai 2019

Vom Pseudonym zum Orthonym

Die russische Quilters' Guilde, deren Mitglied ich bin, gibt jedes Jahr ein Thema vor, zu dem die Mitglieder eingeladen sind, einen Quilt zu nähen. Die Ergebnisse werden einer der folgenden Kategorien zugeordnet: traditionell, modern, zeitgenössisch oder Art-Quilt. 2018 hieß das Thema Treppe, und ich habe dafür meinen 44 Steps Quilt genäht. Dieses Jahr wurde das Thema Spitze/Weben vorgegeben. Der dafür zu nähende Quilt soll 100 cm lang und mindestens 70 cm breit sein. Mein Quilt misst 103 x 103 cm.


Anfang Dezember letzten Jahres habe ich mit meinem Beitrag zu diesem Thema begonnen. Ich hatte einen handgenähten Hexie-Quilt beendet und immer noch (oder schon wieder) Lust auf Hexies. Dieses Mal sind sie kleiner (Kantenlänge 2 cm) und bestehen aus weißen bzw. schwarz-weiß gemusterten Stoffen. Viele davon habe ich durch einen Stofftausch mit anderen Quilterinnen bekommen. Vielen Dank nochmal, Ihr Lieben, das war wunderbar. Vielleicht erkennt Ihr ein paar Eurer Stoffschnipsel wieder?

Mein Plan war, das vorgebene Thema abstrakt umzusetzen. Damit fällt der Quilt wohl in die Kategorie "zeitgenössisch" oder "Art-Quilt". Die gemusterten Hexies bilden ein Spitzenmuster, hinter dem der unifarbene weiße Hintergrund durchschimmert. Am oberen und unteren Rand löst es sich allmählich auf. Früh kam mir die Idee, mit Hell und Dunkel zu spielen und so ein Motiv in das ansonsten ganz gleichmäßige Muster einzubauen. Die überwiegend schwarz gemusterten Hexies formen meine Initialen - CS.

Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, ging es hier auf bimbambuki vorwiegend um das Nähen von Kinderkleidung. Ganz selbstverständlich habe ich unter einem Pseudonym gebloggt. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, meinen wahren Namen zu nennen. Der war für mein "richtiges" Leben vorbehalten, in dem ich Mutter, Frau, Tochter, Schwester, Freundin, Architektin und so weiter war. Manche meiner Freunde oder Bekannten wussten gar nicht, dass ich blogge, und hätten sich auch nicht dafür interessiert.


Erst hier in St. Petersburg, wo ich das Quilten entdeckt habe, zum ersten Mal einen Quilt verkauft habe, zum ersten Mal einen meiner Quilts auf einer Ausstellung zeigen durfte, habe ich begonnen, hinter meinem Pseudonym hervorzulugen. Das Nennen meines wahren Namens bedeutet, dass ich mich zu meinen Werken bekenne. Das Quilten ist zwar nicht mein Beruf, aber es ist das, was ich mache. Ab und zu grusele ich mich noch ein bisschen vor meiner eigenen Courage, aber oft ist da auch ein schönes Gefühl von Freude und Stolz.

Das Pseudonym Mond werde ich nicht aufgeben, es hat mich acht Jahre lang auf meinem kreativen Weg begleitet, ich habe es liebgewonnen, und die Meisten von Euch kennen mich nur so. Aber vielleicht ist dies der richtige Zeitpunkt, um mich hier auf dem Blog auch mit meinem wahren Namen vorzustellen. Also: Hallo liebe Leserinnen und Leser, die Ihr bimbambuki teilweise seit Jahren begleitet, schön, dass Ihr hier lest und kommentiert, schreibt, aufmuntert, inspiriert! Ich heiße Clara...

Гильдия квилтеров задала тему "кружева / ткачества" в этом году и предлагает своим членам шить квилт. Он должен быть длиной 100 см и шириной не менее 70 см. Размер моего квилта: 103 х 103 см и называется “ My Name Quilt“ в переводе: "моё имя квилт". 
Мой план заключался в абстрактной реализации данной темы. Узорчатые гексы образуют кружевной узор, за которым просвечивается простой белый фон. Сверху и снизу он постепенно растворяется. Я хотела поиграть со светлым и тёмным и создать такой мотив в довольно однородной композиции. Мои, в основном в чёрных тонах гексы образуют мои инициалы - CS. 
Когда я начала вести блог, мой блог bimbambuki был в основном о пошиве детской одежды. Конечно, я писала в блоге под псевдонимом. Мне бы не пришло в голову назвать свое настоящее имя. Это было зарезервировано для моей "реальной" жизни, где я была матерью, женой, дочерью, сестрой, подругой, архитектором и так далее. 
Только здесь, в Санкт-Петербурге, где я обнаружила квилтинг, впервые продала квилт, мне разрешили показать квилт на выставке, я стала выделяться под своим псевдонимом. Называя своё настоящее имя означает, что я признаюсь к своим работам, творениям. Квилтинг - это не моя работа, но то, чем я занимаюсь. Время от времени я все еще немного пугаюсь перед собственной смелостью, но часто бывает и приятное чувство радости и гордости. 
И так... мои дорогие читатели, это здорово, что вы читаете и оставляете сердечные комментарии, подбадриваете, вдохновляете здесь! 
Меня зовут Клара...