Montag, 12. Februar 2018

12 von 12 im Februar

Es ist Montag der 12. Februar - und heute wird Karneval gefeiert. Das Mädchen geht als Pfau, der Junge als Jedi Ritter. Nach einem schnellen Frühstück ziehen die Kinder ihre Kostüme an. Das Mädchen bekommt türkisfarbenen Glitzerlidschatten auf die Augen.

Als der Mann und die Kinder aus dem Haus sind, gehe ich schnell einkaufen. Wir haben keinen Kaffee mehr. Zur Zeit ist es nicht sehr angenehm, zu Fuß unterwegs zu sein. Überall sind Absperrungen, weil Schnee und Eiszapfen von den Dächern fallen könnten.

Am besten guckt man gar nicht nach oben. Nicht nur wegen der Eiszapfen: Oft genug sieht man Leute auf den Dächern stehen, die - nicht immer mit Gurt und Seilen gesichert - den Schnee herunter schippen oder, gefährlich weit nach vorne gebeugt, die Eiszapfen abschlagen.

Als ich wieder zu Hause bin, stelle ich Teller und Tassen, Stövchen und Teekanne, Kaffee und Milch und das gestern gebackene Banana Bread bereit. Heute findet bei uns in der Wohnung ein Executive Committee Meeting des Internationalen Clubs statt, in dem ich Mitglied bin. Um kurz vor 10 trudeln die Ersten ein.


Die Sitzung dauert drei Stunden. Zwischendurch klingelt es an der Tür. Ein von der Hausverwaltung bestellter Handwerker - auch von den Fensterblechen unserer Wohnung soll der Schnee auf die Straße geschippt werden. Als wir fertig sind, mache ich mich mit einer Freundin auf den Weg zur Schule.

Dort wird heute nicht nur Karneval gefeiert, sondern auch Masleniza, und nachmittags sind die Eltern eingeladen, mitzufeiern. Viele Kinder haben selbstgebackene Eierkuchen mitgebracht. Mit einem Lineal wird gemessen, welche Klasse den höchsten Stapel hat. Die sechste Klasse gewinnt.

Später werden die Eierkuchen verteilt. Besonders lecker schmecken die Blini mit Sguschonka, dicker süßer Kondensmilch. Außerdem gibt es heißen Kinderpunsch und Baranki. Das sind harte Kringel mit Mohn (auf dem vorherigen Bild im Hintergrund zu sehen).

Es werden Lieder gesungen, die Tanzgruppe führt etwas auf, aber der Höhepunkt ist das Tauziehen zwischen dem Winter und dem Frühling. Die Kinder können entscheiden, auf welcher Seite sie mitziehen wollen. Ein paar Erstklässler purzeln dabei zu Boden, aber der Frühling gewinnt. Nun ja. Wer's glaubt...

Zusammen mit den Kindern machen wir uns auf den Heimweg. Die Fenster sind so beschlagen, dass man kaum etwas erkennt. Die Kinder malen mit den Fingern auf den Scheiben. Irgendwo da draußen ist die Newa, grau und weiß wie der Rest der Stadt.

Als wir zu Hause sind, bekommen wir Besuch von einer deutschen Bekannten und ihrer Tochter. Die Mädchen kennen sich noch nicht, verstehen sich aber auf Anhieb. Währenddessen unterhalten wir Erwachsenen uns in der Küche, und der Junge spielt mit seinem Playmobil.

Dann kommt auch der Mann nach Hause. Unser Besuch muss gehen. Während ich mich an den Computer setze, um die Bilder des Tages durchzugehen, kümmert sich der Mann ums Abendessen (Nudelsuppe, Brot mit Frischkäse und grüner Salat) und bringt die Kinder ins Bett.

Fertig! Ich freue mich jetzt auf mein Abendessen, das noch in der Küche steht, ein IPA und ein, zwei alte Folgen Magnum (tatsächlich! Mr. Schnauzbart...). Und wie war Euer Tag? Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

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Kommentare:

  1. Das sieht ja noch sehr winterlich bei Euch aus! Aber immerhin machen das Tauziehen und die dicken fetten Pfannkuchen Hoffnung auf frühlingshafte Zeiten.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Letztes Jahr habe ich noch im Mai meine (nicht ganz so dicke) Winterjacke getragen - ich bin daher noch nicht voll und ganz überzeugt...

      Liebe Grüße!

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  2. Und wir sagen, das es wieder kalt geworden ist, weil heute nur noch 19 Grad draussen waren... und morgen soll es gar regnen. Es ist halt noch Winter. Liebe Grüsse Maren

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    1. Wenn es trocken ist und womöglich sogar mal die Sonne rauskommt, dann habe ich gar nichts gegen Schnee und kalten Wind... nur dieses Tau-Matsch-Wetter ist unschön.

      Viele Grüße in den 19°-Winter!

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  3. Karneval in St. Petersburg... muss ich mir erst mal klar machen.
    LG
    Astrid

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    1. :-)

      Nicht im Geringsten mit Eurem zu vergleichen! Nur ganz klein und privat...
      Liebe Grüße!

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  4. sehr spannend - wie immer gerne durchs *geöffnete Schlüsselloch* geguckt!... mit vielen lieben Grüßen

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    1. Danke, liebe Micha, und viele Grüße ins schöne Frankreich...

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  5. kein Schnee hier weiiiit und breiiiit, ein Winter ganz ohne Rodeln?!!? Aaaaargh.
    Ich mochte Bliny immer voll gerne mit Smetana und Käse oder Pilze und Käse, lecker lecker.
    Schön die Überleitung: "Dann kommt auch der Mann nach Hause. Unser Besuch muss gehen." Da kann man sich ja jetzt jede Menge reindenken :))

    Grüße aus dem frühligen Winter. Schätze, die Mehrheit steht auf der Frühlingstauseite (das ist ja auch interessant als wort in dem Zusammenhang: "Tau")
    Dörte

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    1. :-) Das Kommen des Mannes und das Gehen des Besuches waren ganz unabhängig voneinander...

      Und beim Tauziehen stellen sich immer erstaunlich viele auf die Winterseite, grrr...

      Liebe Grüße zurück!

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  6. diesmal wieder so interessante 12 von 12 bei dir! das masleniza-fest dauert ja eine ganze woche und hat wirklich lustige bräuche (schwiegermutter sag ich nur!). diese pfannkuchen könnte ich haufenweise verdrücken. sie waren bestimmt köstlich.
    das bild aus dem autofenster heraus sieht unwirklich schön aus, ebenso der brückenblick. solche bürgersteigsperrungen hab ich mal in stockholm erlebt - solche rieseneiszapfen hatte ich vorher noch nie gesehen und fand es auch sehr beängstigend, darunter lang zu gehen. turner auf dem dach gab es dort allerdings nicht!
    liebe grüße
    mano

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    1. Heute musste man auch immer wieder auf die Straße ausweichen... Und es ist beängstigend, welch große Eisklumpen teilweise herabgeschlagen werden...

      Liebe Grüße!

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  7. Ich habe mir nochmal die Blinis angeschaut, jetzt mal ehrlich, schmecken sie so gut wie Eierkuchen? Ich habe versucht, sie aus Buchweizenmehl zu backen, aber auch mehrmalige Versuche waren nicht überzeugend. Sollte man das dann lieber lassen?
    Grüße aus dem endlich kalten Berlin, Christine

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    1. ... sie werden hier oft einfach aus Weizenmehl gemacht - nach Rezept mit Buchweizen habe ich es selbst noch nie versucht.

      Viele liebe Grüße von uns allen!
      In ein paar Tagen sollen es hier -18 Grad werden... nachts -24...

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    2. Übrigens die Crepes Suzette waren ein Traum!
      Nach Rezept aus "Marions Kochbuch", sogar das Flambieren hat geklappt, mein erstes Mal!

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