Früher zeichneten wir von Hand. Über eine Reißschiene gebeugt, mit Dreiecken unterschiedlicher Größe hantierend. Ich mochte das Geräusch von Rapis auf festem Transparentpapier, die tiefe Schwärze der Tusche. Falsches wurde mit einer Rasierklinge weggekratzt. Einmal musste ich die Perspektive einer Lamellenfassade konstruieren: Dutzende von Linien, die auf einen Fluchtpunkt laufen. Eine Seite des Lineals wurde fixiert, während die andere immer ein kleines Stückchen weiter rückte. Mühsam, aber erfüllend. Zeichnen war eine meditative Beschäftigung.
Ein paar einfache Linien, und es entsteht Raum auf dem Papier. Ich liebe diese Art von Zeichnungen. Reduziert und sachlich, ohne große Effekte, aber - wie ich finde - auch von großer Schönheit. Ich mag es, Grundrisse und Schnitte zu betrachten, Pläne zu verstehen, mir das Gebäude vorzustellen und in Gedanken durch seine Räume zu wandern.
Vor langer Zeit habe ich einem Freund eine Verkehrsinsel "geschenkt", weil er davon träumte, eine eigene Insel zu besitzen. Ich habe sie fotografiert, vermessen, beschrieben, gezeichnet (mitsamt Baum, Holzplattform, Gullis, Pömpeln, Verkehrsschildern, Bordsteinen, Pflastersteinen und Granitplatten) und aus allem eine Art Verkaufsprospekt mit Besitzurkunde erstellt. Spleenig, nicht wahr...?
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Nic.