Donnerstag, 12. März 2020

12 von 12 im März

Es ist Donnerstag, der 12. März, und das bedeutet, dass es hier auf dem Blog wieder 12 Bilder des Tages gibt. Als der Mann und die Kinder aus dem Haus sind, gibt es für mich Kaffee und Müsli mit Birne zum Frühstück, und nebenbei lese ich, wie immer in letzter Zeit, die Nachrichten.

Dann gehe ich ins Arbeitszimmer und beginne ein neues Projekt: einen Quilt für den Jungen, den er auch als Tagesdecke für sein Bett nutzen können soll. Dafür zerschneide ich einen Satz in die Jahre gekommene braungestreifte Bettwäsche, die schon etwas zerschlissen ist.


Um zehn Uhr treffe ich zwei andere deutsche Frauen zum Laufen im Park. Es ist das erste Mal seit langem, dass ich wieder Sport mache. Die letzte Woche habe ich angeschlagen mit einem krankem Kind zu Hause verbracht. Obwohl es nieselt und ein kalter Wind weht, fühlt es sich gut an.


Wir haben den Park fast für uns allein. Beim Laufen unterhalten wir uns - wie vermutlich sehr viele Menschen überall auf der Welt gerade auch - über das Coronavirus und seine Folgen. In Russland gibt es momentan 28 dokumentierte Fälle, davon zwei hier in der Stadt.


Die Landesgrenze zu China ist geschlossen worden. Wer aus einem Risikoland wie Deutschland nach Moskau fliegt, muss sich in 14-tägige Selbstquarantäne begeben. In Moskau sind Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern verboten worden. Das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg wurde abgesagt. Bestimmte Flüge wurden ausgesetzt. Aber sonst scheint das Virus hier in St. Petersburg noch nicht so richtig angekommen zu sein. Dabei wird hier genausoviel international gereist wie in anderen Großstädten. Können die Zahlen stimmen? Wie wird es weitergehen?


Nach dem Laufen gehe ich nach Hause, dusche und treffe mich dann mit meinem Mann beim Belgier um die Ecke zum Mittagessen. Wir waren eine Weile nicht mehr zu zweit aus. Das Laufen im Nieselregen hat mir Appetit gemacht. Ich bestelle Pfeffersteak und Pommes frites, es schmeckt köstlich.


Unser Gespräch kommt immer wieder auf das Coronavirus zurück. Die Vorstellung, ernster krank zu werden, ist noch beklemmender, wenn man im Ausland lebt. Das Gesundheitssystem hier ist nicht berühmt, und ich gehöre zur Gruppe der Personen mit erhöhtem Risiko. Edit: Menschen mit dem Sjögren-Syndrom haben laut derzeitigem Wissenstand kein erhöhtes Risiko, schwer an Covid19 zu erkranken.

Aber zu viel darüber nachzudenken bringt nichts. Der Mann geht wieder zur Arbeit, ich gehe nach Hause. Draußen wird der Himmel immer trüber. Es nieselt wieder. Ich schneide die restlichen Streifen für den Quilt zu. Mit den Händen zu arbeiten beruhigt mich. Ich mag das.

Als die Kinder zu Hause sind, liest das Mädchen auf ihrem Bett in alten Girlie-Zeitschriften. Der Junge schnappt sich ein Smoothie-Eis und einen Asterix-Comic und macht es sich an seinem Lieblingsort, auf dem Teppich neben dem Wohnzimmertisch, gemütlich.



Mein Mann hat heute bei einem Arbeitstreffen einen Strauß Cake-Pop-Tulpen geschenkt bekommen. Jetzt werden die ersten davon verspeist. Danach geht erst das eine Kind und dann das andere in die Badewanne. Ganz allmählich wird es dunkel. Jetzt fehlt nur noch der Mann, der noch einkaufen gefahren ist.



Zum Abendessen gibt es Knäckebrot, Tomaten mit Mozzarella und Sellerie mit Frischkäse. So dargeboten verschwinden die Selleriesticks schneller, als man "Esst noch Gemüse, Kinder" sagen kann. Nach dem Essen gucken wir die zweite Hälfte des Films, den wir gestern angefangen haben: "Big" aus dem Jahr 1988.

So verläuft unser Abend, ganz gemütlich. Und bei euch? Herzliche Grüße aus St. Petersburg, bleibt gesund! 

Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

12 von 12 im März 2019
12 von 12 im März 2018
12 von 12 im März 2017
12 von 12 im März 2016
12 von 12 im März 2015
12 von 12 im März 2014
12 von 12 im März 2013
12 von 12 im März 2012

Montag, 9. März 2020

Pentimenti

"Pentimenti (Mehrzahl, von italienisch pentimento, „Reue“; deutsch „Reuestriche“, eingedeutscht auch Pentiment) sind Veränderungen die während des künstlerischen Schaffensprozess an Grafiken, Gemälden oder Wandmalereien vorgenommen wurden. Pentimenti entstehen, weil der Künstler während dieses Prozesses mit der Linie, der Form und der Farbe um die nach seiner Meinung ideale Wiedergabe seines »Bildgedankens« ringt." sagt Wikipedia.

Der Schnipselkreis, der manche von Euch an ein Fernseh-Testbild erinnerte, fühlte sich nicht richtig an. Nach langem Überlegen habe ich noch einmal, dieses Mal in einem anderen Farbspektrum, mit Stoffresten improvisiert und mit Sashiko-Stichen gequiltet und den neu entstandenen Kreis mit Handstichen über den vorhandenen genäht. Verrückt? Vielleicht. Aber mein Ziel ist, nur noch wirklich geliebte Kleidungsstücke im Schrank zu haben. Vielleicht entdeckt ja ein textiler Archäologe/Restaurator in ein paar Jahrzehnten das verborgene Testbild unter der neuen Schicht. Das wäre doch was...

Freitag, 6. März 2020

Eine lange Reise

Gestern habe ich ein Paket mit zwei Quilts von der Post abgeholt. Der Piter Map und der Super Blue Blood Moon, die bei der QuiltCon in Austin/Texas waren, sind wieder zu Hause. Was für eine Reise sie hinter sich haben! Auf dem Hinweg brauchten sie 53 (!) Tage, von denen sie offenbar die meiste Zeit unbeachtet beim amerikanischen Zoll herumlagen. Ich frage mich, ob der Grund dafür Schikane (gegenüber einer Sendung aus Russland), menschliches Versagen oder einfach totale Überlastung war. Auf dem Rückweg ging es schneller. Von Austin über Chicago, Doha/Quatar und Moskau nach St. Petersburg dauerte es gerade mal 10 Tage.

Der Piter Map hängt wieder an der Wohnzimmerwand, der Super Blue Blood Moon im Arbeitszimmer. Der Leaving Marks Quilt aber, das Gemeinschaftsprojekt mit meinen russischen Quilterinnen, ist nicht nach Hause gekommen. Er reist mit der Best of QuiltCon 2020 Traveling Exhibit zur Australasian Quilt Convention nach Australien und zu sieben weiteren Ausstellungen in den USA. Darüber freue ich mich riesig!

Mittwoch, 4. März 2020

Me Made Mittwoch [Marimekko-Bluse und graue Jeans]

Me Made Mittwoch mit neuer Hose und neuem Blusenshirt. Der Schnitt der Hose ist, zum dritten Mal nach dieser und dieser, Pencil Shape aus der Ottobre 5/2015. Wieder habe ich die Hosenbeine und die Bundhöhe verlängert und hinten aufgesetzte Po-Taschen hinzugefügt. Material ist die linke, hellere Seite eines anthrazitgrauen Denims mit leichtem Stretchanteil. Die Hose trägt sich bequem und lässt sich gut kombinieren.

Das Blusenshirt ist nach dem - offenbar leider nicht mehr kostenlos herunterladbaren - Schnitt Balloon / Puff Sleeve Raglan Dress von Tamanegi-kobo genäht, nach dem hier schon mehrere Kleider entstanden sind. Dieses Mal habe ich ihn auf Blusenlänge gekürzt. Der Stoff stammt von Marimekko in Helsinki. Er besteht, glaube ich, aus Viskose und ist dünn und leicht knitternd, was hoffentlich durch das Blumenmuster nicht so auffällt. 

Alle, die gerne Kleidung nähen, treffen sich heute wieder auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Montag, 2. März 2020

Gepatched, gestickt, geknotet

Die Stoffspielereien inspirieren. Im Januar lautete das Stoffspielerei-Thema "Textiler Schmuck", und Ines vom Blog Nähzimmerplaudereien zeigte selbstgemachte Patchwork-Kettenanhänger. Diese Idee fand ich so reizend, dass ich sie auch einmal ausprobieren wollte. Als Quilterin trägt man doch zu gern ein Mini-Patchwork mit sich herum. Entstanden ist es mit Hilfe der Quilter's Grid-Technik, die Martina vom Machwerk einmal - ebenfalls bei den Stoffspielereien - vorgestellt hat.

Bei einem Kettenanhänger blieb es nicht. Ein zweiter präsentiert, auf dunkelbraunen Untergrund gestickt, meinen Blognamen: bimbambuki. Und auf einem dritten tummeln sich (wieder einmal) French Knots in verschiedenen Rot-, Pink- und Orangetönen. Diesen French-Knots-Kettenanhänger möchte ich verschenken - als kleines Dankeschön an Euch treue LeserInnen für Eure netten Kommentare und E-Mails. Um teilzunehmen, hinterlasst bis Mittwoch, den 04.03.2020 um 12:00 Uhr (Moskauer Zeit) einen Kommentar zu diesem Post. Es entscheidet das Los. Die Gewinnerin / der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen im Alter von mindestens 18 Jahren mit Wohnsitz in Europa. Bei anonymem Kommentar bitte eine E-Mail-Adresse angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. 

Freitag, 28. Februar 2020

Zwei Seiten, eine Jacke

Die Kimonojacke zum Wenden (Schnitt Scarab aus der Ottobre 5/2018) ist fertig. Die eine Seite, ursprünglich die linke, besteht aus grauem und hellgrauem Kona Cotton. Man sieht den schwarzen Unterfaden des Maschinenquiltings und die Rückseite des Handquiltings mit weißem Sashkiko-Garn.

Die andere Seite, ursprünglich die rechte, besteht aus schwarzem Baumwollstoff und dem bunten Improv-Schnipsel-Kreis. Als ich überlegt habe, wie ich die Jacke wendbar machen könnte, habe ich entschieden, diese Seite wie die Innenseite zu behandeln, weil es auf dem Schwarz unauffälliger ist.

Die gequilteten Teile der Jacke wurden - von der grauen Seite aus gesehen - rechts auf rechts zusammengenäht. Die (ziemlich dicken) Nahtzugaben auf der schwarzen Seite habe ich erst mit Handstichen flachgenäht und dann mit von Hand aufgenähtem schwarzem Schrägband abgedeckt.


Nicht im Schnitt enthalten, aber immer nützlich: Taschen. Auf der grauen Seite habe ich, parallel zum Verlauf der Quiltnähte, zwei geräumige, ebenfalls gequiltete Taschen aufgenäht. Alle offenen Kanten der Jacke wurden mit Schrägband aus hellgrauem Baumwollstoff eingefasst.

Nachdem sie fertig war, habe ich die Jacke gewaschen und in den Trockner gesteckt, damit sie den typischen Quilt-Look erhält. Sie ist immer noch ziemlich steif, aber ich hoffe, dass sie durch häufiges Tragen weicher wird. Das war auf jeden Fall ein interessantes Experiment - ich habe schon Ideen für ein weiteres...

Samstag, 22. Februar 2020

Stoffspielereien: XXL

Herzlich willkommen bei den Stoffspielereien im Februar! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Ich freue mich, Euch heute das Februarthema vorstellen zu dürfen. Es lautet "XXL" - ganz abstrakt und weit gefasst! Was ist Euch dazu eingefallen? Schreib mir einen Kommentar oder schick mir eine E-Mail an mond[at]berlin[punkt]com mit dem Link zu deinem Beitrag, und ich füge ihn im Laufe des Tages hier ein. Bevor ich zeige, was ich gemacht habe, kommen hier aber erst einmal die Stoffspielereien der Anderen:

- Ute [Textile Werke] hat Jeans zu einer nachhaltigen XXL-Tasche für den Rieseneinkauf recycelt.
- Tyche [Tyche's touch] zeigt selbst entworfene Tischsets, in zeitaufwendige Hardanger-Technik gestickt
- Martina [machwerk] hat in Kooperation mit ihrem holzarbeitenden Sohn einen Brotkorb mit den Fingern gestrickt.
- Susanne [nahtlust] arbeitet an einem bedruckten und bestickten Nadelbrief in XXL, aus dem ein Gästebuch wird.
- Christiane [Schnitt für Schnitt] hat ein Foto in Pixel aufgelöst, in über 1000 Stoffquadrate verwandelt und zu einem Wandbild zusammengesetzt.
- Auf dem Blog Handarbeitstagebuch gibt es einen XXL-Nähring als Armreif zu sehen - inspiriert von der letzten Stoffspielerei.
- Kerstin [Stoffnotizen] hat einen großen Vorhang von Hand mit sechs Volants benäht.
- Marietta [H-M&C] ist zum ersten Mal bei den Stoffspielereien dabei (Willkommen!) und zeigt zwei aus XXL-Wolle gestrickte Kissen.
- Gabi [made with Blümchen] strickte einen Gartenzaun. Sie STRICKTE. EINEN. GARTENZAUN!
- Mirella [Mirellchen] arbeitet mit dicken Nadeln an einem Pullunder.
- Gabi [Langer Faden] hat einen übergroßen Log-Cabin-Quilt und ein Quilttop aus großen Stoffstreifen genäht.
- Elvira [Zwischendurch] strickt eine warme XXL-Decke mit Musterpatchwork und bunten Einsprengseln.
- Ute [123-Nadelei] hat die Riesen-Stoffbanner, die durch Zufall zu ihr gefunden haben, in einzigartige Beutel verwandelt.
- Annette [Augensterns Welt] ist zum ersten Mal dabei (Willkommen!) und zeigt uns Taschen mit selbstgenähter XXL-Zackenlitze.
- Mara [Malou] hat aus sieben abgelegten Jeans plus Stoffresten einen enormen Sitzsack zum Rumlümmeln genäht.
- Karen [feuerwerk by KAZE] häkelte aus mercerisiertem XXL-Garn erstmal keine Hängematte, sondern einen Untersetzer für eine Auflaufform.

Mein Beitrag sollte zwei XXL-Themen vereinen. Zum einen hatte ich mich schon vor einer Weile in überlange Mäntel wie diesen oder diesen verliebt, die mehr oder weniger bis zum Boden reichen und entweder offen über normaler Kleidung getragen oder als Morgenmantel verwendet werden können. Zum zweiten mag ich große Prints sehr gern und wollte mich an einem Muster in XXL versuchen.

Als Grundlage für meinen Mantel habe ich den Schnitt Spruce Green aus der Ottobre 6/2018 verwendet. Das ist eigentlich ein Kinderschnitt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir die Ottobre-Größe 170 gut passt. Vorder- und Rückenteil wurden etwas mehr ausgestellt und um einiges verlängert. Als Stoff habe ich einen festen grauen Jersey verwendet, der schön fällt und hoffentlich nicht die Form verliert.

Inspiriert von diesem wunderschönen Kleid (Mitte oben) habe ich zuerst mit Kreide auf die beiden Vorderteile und einen Ärmel aufgezeichnet, wo das Muster verlaufen soll. Entlang der Ränder der zu bedruckenden Fläche wurde dann Freezer Papier aufgebügelt, teilweise zusätzlich mit Malerkrepp fixiert. Als erste Schicht habe ich mit einem Schwamm weiße Stoffmalfarbe aufgetupft und trocknen lassen.

Dann habe ich aus Gummi einen Stempel geschnitzt und mit schwarzer Stoffmalfarbe ein kleinteiligeres Muster auf den weißen Untergrund gedruckt. Dabei hat es sich als günstig erwiesen, dass die Flächen daneben großzügig abgedeckt waren. So konnte ich unbesorgt stempeln, ohne dass etwas daneben geht. Spaß macht es, später das Freezerpapier abzuziehen und die scharfen Ränder des Musters zu sehen.

Die Farben wurden durch Bügeln fixiert, einige offenkantige Applikationen aus gelber Baumwolle hinzugefügt und die bedruckten Stoffteile dann zum Mantel zusammengenäht. Die Schulternähte sind mit Vlieseline verstärkt, damit sie nicht ausleiern. Auf Taillenhöhe habe ich in den Seitennähten zwei Schlaufen aus grauer Kordel für den Gürtel vorgesehen. Der Saum des Mantels reicht tatsächlich bis fast auf den Boden.

Als Knöpfe, damit der Mantel auch geschlossen getragen werden kann, habe ich kleine silberne, unauffällige Druckknöpfe verwendet. Mit den Applikationen hadere ich etwas, vielleicht trenne ich sie wieder ab. Als Morgenmantel hat sich das Stück schon bewährt - jetzt bin ich gespannt, ob ich mich traue, es tatsächlich auch irgendwann auf der Straße zu tragen.

Jetzt wünsche ich Euch erst einmal einen schönen Sonntag. Ich freue mich schon darauf, heute Abend in Ruhe alle Beiträge zu lesen. Liebe Grüße aus St. Petersburg!

Die nächsten Themen der Stoffspielereien lauten:
29.03.2020: "Draht und Stoff" bei Nahtlust
26.04.2020: "Visible Mending" bei 123-Nadelei
31.05.2020: "Blumen" bei Petersilie & Co
28.06.2020: "Monogramme" bei made with Blümchen 
27.09.2020: "Texturen aus der Natur" bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: "Textile Behältnisse" bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: "Skandinavien" bei Nähzimmerplaudereien

Donnerstag, 20. Februar 2020

QuiltCon 2020

In Austin/Texas findet zur Zeit die QuiltCon 2020 statt, und ich freue mich, dass drei meiner Quilts es gerade noch rechtzeitig dorthin geschafft haben, um in der Ausstellung zu hängen. Nachdem sie Ende Dezember aus Russland verschickt worden waren, lagen sie anscheinend über sechs Wochen in New York am Zoll herum, ohne bearbeitet zu werden. Als sie endlich freigegeben wurden, war es zu spät, um am Wettbewerb teilzunehmen.

Es ist surreal, die Quilts (Leaving Marks, Piter Map und Super Blue Blood Moon) in der QuiltCon App zu finden. Jetzt hoffe ich sehr, auf Instagram Bilder von dem einen oder anderen zu entdecken - so richtig glauben kann ich es nämlich immer noch nicht!

Foto: Colleen Molen

Foto: Alex | @hexenweib

Foto: Dorthe Niemann | @lalala.patchwork

Foto: The Modern Quilt Guild

Montag, 17. Februar 2020

Zwei Seelen wohnen, ach...

Aus den bunten Schnipseln ist ein Kreis geworden, der eine gequiltete Kimonojacke nach dem Schnitt Scarab aus der Ottobre 5/2018 zieren soll. Ich habe ihn hinter einen kreisrunden Ausschnitt im Rückenteil gesteckt und von Hand festgenäht. Darunter kam eine Lage Baumwollvlies und eine Rückseite aus grauem Kona Cotton, und das Ganze wurde dann mit der Maschine gequiltet.

Den bunten Kreis habe ich von Hand gequiltet. Wie bei meinem letzten Boro-Projekt habe ich weißes Sashiko-Garn verwendet, das ich für diesen Zweck lieber mag als Stickgarn. Es lösen sich keine einzelnen Fäden heraus, und die Stiche sind kräftig und gut sichtbar. Die konzentrischen Kreise haben einen Abstand von einem halben Zentimeter.

So schön ich die leuchtenden Farben auf schwarzem Grund finde - beim Anblick der Rückseite komme ich ins Schwärmen. In meiner Brust wohnen zwei Seelen. Eine mag solche kunterbunten Akzente auf ansonsten eher schlichten Sachen. Die andere mag es ganz und gar minimalistisch. Ich glaube, ich werde die Jacke zum Wenden nähen müssen...

Mittwoch, 12. Februar 2020

12 von 12 im Februar

Heute ist Mittwoch, der 12. Februar, und wie an fast jedem 12. gibt es hier wieder 12 Bilder des Tages. Nr. 1: Gefrühstückt wird momentan nicht viel - nach einem Becher Milch und etwas Obst verziehen sich die Kinder ins Wohnzimmer und lesen noch ein bisschen, bis es Zeit ist, zur Schule aufzubrechen.

Um kurz nach neun mache ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Weil die Luft im Bus so schlecht ist, steige ich eine Station früher aus und laufe den Rest zu Fuß. In was für einer schönen Stadt ich wohne - hier im Bild: das "Haus des Buches", die Statue des Prinzen Kutuzov von Smolensk, die Blutskirche.

Neben den massiven Säulen der Kasaner Kathedrale entlang zu laufen, ist auch ein erhebender Anblick. Ich nehme mir vor, das alles ganz bewusst in mich aufzusaugen und zu genießen. Im Sommer ist unsere Zeit hier in St. Petersburg vorbei, und wir ziehen weiter.

Angekommen. Ich ziehe mich um fürs Ballettraining, das letzte Mal gemeinsam mit meiner französischen Bekannten Elodie. Anderthalb Stunden später mache ich mich geschafft auf den Heimweg, mit Zwischenstop im koreanischen Bistro "Bab Jib", wo ich mir das бизнес ланч gönne.


Von dort aus laufe ich zu Fuß nach Hause. Unterwegs gehe ich bei einem Stoffladen vorbei. Ich habe eine Idee für ein neues Kleidungsstück und brauche dafür noch Material. Schwarzen Denim gibt es leider nicht mehr, deshalb nehme ich einen Meter schwarzen Baumwollstoff.

Zu Hause wird geduscht, Wäsche gewaschen und aufgeräumt. Dann ziehe ich mit einem Kaffee ins Arbeitszimmer und beginne ein neues Projekt, das mir in den letzten Tagen ganz unverhofft in den Sinn gekommen ist. Zwischendurch ein Snack: Lightly Salted Potatoe Chips.

Die Kinder kommen von der Schule, und plötzlich ist es trubelig. Das Mädchen zieht sich ins Kinderzimmer zurück und guckt eine Folge ihrer Lieblingsserie. Der Junge hat einen Freund mitgebracht, und später kommt noch ein zweiter. Ich mag es, wenn Leben in der Bude ist.

Ich probiere den "6 Minute Circle" aus, aber anstatt mir die Anleitung richtig durchzulesen und zu befolgen, hangele ich mich aus der Erinnerung von Schritt zu Schritt. Das klappt natürlich nur suboptimal. Beim zweiten Mal gelingt mir der Kreis trotzdem.


Der Himmel färbt sich, ein wunderbares Schauspiel.

Im Flur wird Fußball gespielt und Verstecken und irgendwas dazwischen.

Als der Mann von der Arbeit kommt, macht er (wie so oft am 12. des Monats) das Abendessen für unsere Kinder und die Gäste. Kurz später stehen zwei Väter in der Tür und holen ihren jeweiligen Sohn ab. Ich lade währenddessen meine 12er-Bilder hoch.


Die Tracking-Nummer, die ich seit gefühlten Ewigkeiten immer und immer wieder gecheckt habe, liefert auf einmal Neuigkeiten über Neuigkeiten. Ich kann es nicht fassen. E-Mails trudeln ein. Noch ist nicht alles in Sack und Türen, aber es scheint, dass doch noch alles klappt...

Dieser Abend wird für mich deshalb - anders als die der letzten Tage - wohl nicht angespannt und sorgenvoll, sondern angenehm und leicht. Ich schicke Euch liebe Grüße in die Ferne. Besonders an die, die von meinem Problem mitbekommen und mitgefiebert haben: Ricarda, Tanya, Anne, Mascha, meine russischen Quilterinnen. Vielen lieben Dank euch allen! Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.

12 von 12 im Februar 2019
12 von 12 im Februar 2018
12 von 12 im Februar 2017
12 von 12 im Februar 2016
12 von 12 im Februar 2015
12 von 12 im Februar 2014

Montag, 10. Februar 2020

Bunte Schnipsel

Manchmal ist es einfach schön, in der Restetüte zu wühlen und kleinste Schnipsel aneinander zu fügen. Ich mag solches Improv-Nähen. Es tut gut.

Freitag, 7. Februar 2020

Festival Tradizia 2020 in St. Petersburg

Noch bis Sonntag, den 9. Februar 2020 findet hier in St. Petersburg das Patchworkfestival Tradizia (фестивале лоскутного шитья «Традиция») statt. Ich habe heute die Hauptausstellung besucht, was sehr viel Spaß gemacht hat, und und möchte Euch davon berichten. 
Eines der vorgebenen Themen des Festivals lautete "Жили у бабуси два весёлых гуся" (Bei Großmutter lebten zwei lustige Gänse). In der Aufgabenstellung hieß es: Der Quilt muss den bekannten Patchwork-Block "Flying Geese" enthalten, in traditioneller Ausführung oder moderner Interpretation. Im Folgenden zeige ich Fotos der Quilts, die mir persönlich am besten gefallen haben, mit den Namen der QuilterInnen und Titeln. Findet Ihr die "Gänse"?

Donnerstag, 6. Februar 2020

Hübsch von hinten

Hinten war mein bestickter Kettenanhänger, falls Ihr Euch erinnert, nicht sonderlich ansehnlich. Ich habe ihn deshalb überarbeitet, indem ich grauen Filz passend zugeschnitten, rundum versäubert (unnötig, weswegen ich es beim nächsten Mal nicht wieder machen würde) und auf der Rückseite aufgeklebt habe. Mit einem einzelnen Faden silbernen Metallicgarns habe ich dann den Leinenstoff und den Filz mit Handstichen verbunden. Jetzt ist er auch von hinten hübsch.

Montag, 3. Februar 2020

Ankündigung: Stoffspielereien XXL

Von den Stoffspielereien habt Ihr sicher schon gehört, stimmt's? Die Stoffspielereien sind eine monatliche Gemeinschaftsaktion, offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Mitmachen kann jeder, ohne vorherige Anmeldung. Jeden Monat wird ein Thema vorgegeben, das von den Teilnehmerinnen interpretiert wird. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. 

Ich freue mich, dass ich diesen Monat die Gastgeberin der Stoffspielereien sein darf. Mein Thema lautet "XXL". Darunter kann man alles mögliche verstehen - Stricken mit superlangen Nadeln oder mit den Armen, raumhohe Wandbehänge, riesige gehäkelte Sitzkissen, übergroße Pullover, gigantische Taschen, Mega-Prints, Oversize-Mäntel und mehr. Ich hoffe, das Thema gefällt dir und du machst mit! Ideen und Inspirationen findest du auf meinem Pinterest-Board XXL.

Am Sonntag, den 23. Februar werden hier auf bimbambuki die Beiträge gesammelt. Schreib mir einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag, und ich füge ihn im Laufe des Tages ein.

Ich versuche mich übrigens an einem XXL-Muster. Mehr wird noch nicht verraten...