Samstag, 27. März 2021

Stoffspielereien: Pop Art

Herzlich willkommen bei der Stoffspielerei im März zum Thema "Pop Art"!
Die Stoffspielereien sind eine Aktion für textile Experimente. Sie sind offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links gesammelt und vorgestellt.
Ob kleine oder große Beiträge, fertige Werke, Zwischenstände oder misslungene Versuche - alles wird gern gesehen.

Ich freue mich, heute die Beiträge zum Märzthema präsentieren zu dürfen. Was ist Euch dazu eingefallen? Schreib mir einen Kommentar oder eine E-Mail an mond[at]berlin[punkt]com mit dem Link zu deinem Beitrag, und ich füge ihn hier ein. Weil mein Tag in New York aufgrund der Zeitverschiebung später anfängt, kann es etwas dauern, bis der Post aktualisiert ist. 
 
Bevor ich zeige, was ich gemacht habe, kommen hier aber erst einmal die Stoffspielereien der Anderen:
- Ute [Textile Werke] bedruckt Stoffe im Siebdruckverfahren, inspiriert von Jasper Johns
- Ines [Nähzimmerplaudereien] zeigt uns die Interleave-Technik an einem Quilt im Entstehen
- Martina [Machwerk] druckt ihre Nähmaschine mit Gummistempeln - leider mit etwas Ärger verbunden, aber dennoch inspirierend
-Tyche [Tyche's touch] näht eine han haba obi mit Elementen aus der wirklichen Welt, inspiriert von Robert Rauschenberg
- Christiane [Schnitt für Schnitt] zeigt uns ein T-Shirt mit einem Seriendruck aus bunter Plotterfolie
- Auf dem Blog Handarbeitstagebuch wird ein berühmtes Pop Art Logo mit einem zeitgenössischem Motiv kombiniert
- Bei Siebensachen zum Selbermachen gibt es eine textile Version von Robert Indianas LOVE-Schriftzug
- Sabine [Petersilie & Co] präsentiert Pop Art Schafe im Siebdruckverfahren
- Bei Karen [Feuerwerk be KAZE] gibts gleich drei Experimente: von Keith Haring inspirierte Zeichnungen mit Bleiche bzw. Textilstift und einen Schablonendruck
- Jeanette [kurz_genäht] appliziert leuchtend farbige Messer, Gabeln und Löffel auf ein Tischset
- Gabi [made with Blümchen] zeigt ein von Keith Haring inspiriertes Sitzkissen in Mola-Technik
- Mirella [Mirellchen] appliziert einen knalligen Pump auf ein T-Shirt
- Auf dem Blog Stoffnotizen gibt es ein T-Shirt mit Pop Art Speech Bubble zu sehen
- Ute [123-Nadelei] hat eine Speech Bubble auf ein Patchwork-Nadelbüchlein appliziert 

Mein Beitrag zum Thema Pop Art ist ein Quilt. An einem unerfreulichen Tag im letzten Dezember habe ich frustriert und melancholisch meinen Stoffrestebeutel ausgekippt und ohne großen Plan angefangen, farbige Schnipsel nebeneinander zu legen und aneinander zu nähen. Es dauerte nicht lange, und meine Stimmung wurde milder. Solche leuchtenden Farben berühren etwas tief in mir. Sie würden auch, dachte ich, gut zum Stoffspielerei-Thema Pop Art passen. So begann dieses Projekt.
 
Während ich überlegte, ob ich einen bunt improvisierten Kreis wie bei meinem Super Blue Blood Moon Quilt
machen wollte, fiel mir das amerikanische Sprichwort ein: "When life gives you lemons make lemonade". Oder, in meinem Fall: "When life gives you lemons make a Lemon Quilt". Ich schnitt mein Patchwork in Zitronenform und setzte es in einen schwarzen Hintergrund ein. In der Pop Art werden ja gern gewöhnliche, banale Motive verwendet. Andy Warhol druckte eine Banane - ich nähe mir eine Zitrone.
 
Gequiltet habe ich von Hand, als meine Nähmaschine wochenlang zur Reparatur war. Der schwarze Hintergrund wurde wie bei meinem Leaving Marks Quilt mit einem 2x2 cm Raster aus Kreuzen überzogen, die Zitrone mit einem 1x1 cm Raster aus kurzen Vorstichen. Das
soll an die Punkte-Drucke alter Comics oder Plakate erinnern. Für beides habe ich schwarzes Stickgarn, zweifädig, verwendet. Nach dem Waschen bekam der Quilt eine wunderbare Textur, die nicht nur gut aussieht, sondern sich auch wunderbar anfühlt.
 
Die Rückseite besteht aus dunkelgrauem Fleece. Als Zwischenschicht habe ich ein dünnes Baumwollquiltvlies verwendet. Einfasst ist der Quilt mit selbstgemachtem schmalen schwarzen Schrägband mit zwei winzigen farbigen Hinguckern. Er misst ca. 110 x 177 cm und hat damit die perfekten Maße, um es sich auf dem Sofa darunter gemütlich zu machen. Der Quilt ist schlicht und gleichzeitig knallig. Leuchten die Farben auf dem Schwarz nicht schön? Mir gefällt sie, meine "Limonade"...
 
Dies sind die Stoffspielereien 2021:
31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Donnerstag, 25. März 2021

Immer noch Jedi

Star Wars ist nach wie vor ein großes Thema für meinen 10-jährigen. Das Jedi-Zeichen auf diesem T-Shirt (Schnitt C'mon aus der Ottobre 1/2014, Größe 158) ist mit Hilfe einer Schablone aus Freezer Papier und silberner Stoffmalfarbe entstanden. Selbstgemachtes zu diesem Thema gab es schon hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu sehen.
 


Montag, 22. März 2021

Schlicht

Diese Jacke für das 12-jährige Mädchen ist so schlicht, dass es sich kaum lohnt, sie zu zeigen. Dafür lässt sie sich, zurückhaltend wie sie ist, mit allem möglichen kombinieren. Und warm und kuschelig ist sie auch. City Cardi aus der Ottobre 5/2012 in Größe 34 aus hellgrauem Fleece mit Belegen aus weiß-schwarz gemustertem Jersey und weißem Reißverschluss.

Mittwoch, 17. März 2021

Ein Quilt entsteht

Die Ideen sprudeln gerade nur so, und ich könnte einen Quilt nach dem anderen nähen. (Was ich auch tue.) Falls Ihr Lust habt, zuzusehen, wie so ein Projekt bei mir abläuft: Angefangen hat es dieses Mal mit einer Skizze. Die vor fünf Jahren genähte Tagesdecke für unser Bett mag ich sehr, aber sie war schon immer etwas zu klein. Ich wollte eine neue nähen, mit großzügigeren Abmessungen.
 
Die Farben dafür habe ich Anfang des Jahres zusammengestellt. Von dem leuchtenden Gelb abgesehen ist das eine eher ungewöhnliche Palette für mich, aber ich wollte etwas Neues probieren, und dafür fand ich diese sanften, einander ähnelnden Töne gerade richtig. Die entsprechenden Stoffe von Kona Cotton habe ich mir von einem zu Weihnachten bekommenen Gutschein gekauft.

So professionell sehen meine Schablonen aus! Die linke habe ich zum Zuschneiden der gebogenen Außenteile eines Blocks und der Linsen gebraucht. Von den Markierungen waren letztlich nur die jeweiligen End- und Mittelpunkte nötig, und nur diese Stellen habe ich vor dem Nähen mit Stecknadeln aufeinander geheftet. Da der Block recht groß ist, nähten sich die gebogenen Kanten ziemlich einfach.
 
Mit Hilfe der mittleren Schablone habe ich die Ober- und Unterkanten des halbfertigen Blocks (bestehend aus zwei Außenteilen und einer andersfarbigen Linse) markiert und entsprechend zugeschnitten. An jedem Block wurde dann oben und unten noch ein Streifen aus dem Stoff der Außenteile angenäht. Die rechte Schablone brauchte ich, um den fertigen Block auf das richtige Maß - inklusive Nahtzugaben - zu trimmen.

Beim Zuschneiden und Nähen stellte ich fest, dass die Stoffe leider nicht reichten. Deshalb habe ich zusätzlich noch einige weiße, dezent gemusterte Fat Quarters verwendet. Als die 32 Blöcke fertig waren, wurden sie auf dem Küchenfußboden ausgebreitet und arrangiert. Mein Arbeitszimmer war schlichtweg zu klein dafür. Mehr dazu demnächst...

Freitag, 12. März 2021

12 von 12 im März

Es ist Freitag, der 12. März, und das bedeutet: 12 von 12. Heute nimmt mich eine Freundin im Auto mit nach Brooklyn. Der Blick über den East River auf Manhattan ist jedes Mal aufs Neue atemberaubend.

Das Empire State Building sieht man auch hier. Ansonsten ist diese Ecke von Brooklyn, Bushwick, bodenständiger, unaufgeräumter, bunter und - zumindest um diese Uhrzeit - leerer als Midtown.

Wir laufen durch das Bushwick Collective, ein Viertel, das berühmt für die Graffitikunst und Street Art im öffentlichen Straßenraum ist. Ungefähr 12 Monate bleibt so ein Mural wohl bestehen, dann wird es übermalt.


Sogar die Hebebühnen sehen nach Kunst aus.

Es ist sonnig und warm. Wir setzen uns mit einem Kaffee vor ein Café.

Yes...

Als wir wieder beim Parkplatz ankommen, sind wir über 7 km gelaufen.


Auf dem Rückweg fahren wir wieder über die Whitestone Bridge. Während der Autofahrt tragen wir KN95-Masken. Vor einem Jahr, als wir noch in St. Petersburg lebten, begann Corona auch in Russland zum Thema zu werden, und kurz später habe ich unsere ersten Stoffmasken genäht. Mit etwas Glück werden wir Erwachsenen im Mai geimpft. In den USA geht es mit den Impfungen gut voran.


Zu Hause angekommen, gibt es einen schnellen Mittagsimbiss: Käsebrot und Sellerie. Weil es so schön ist, können sich beide Kinder nachmittags draußen mit Schulkameraden treffen. Drinnen waren sie seit Ewigkeiten mit niemanden verabredet. Ich laufe mit dem Mädchen zum Eisladen unseres Städtchens, wohin auch zwei Freundinnen kommen. Der Junge spielt mit seinem Kumpel in dessen Garten.
 
Ich laufe alleine wieder nach Hause. In unserem Vorgarten sprießt es! Den Rest des Nachmittags lasse ich es ganz ruhig angehen. Die Fotos des Tages werden ausgesucht, bearbeitet und in diesen Post eingefügt. Der Mann, der heute im Homeoffice gearbeitet hat, holt nach Feierarbend unsere Kinder ab. Nach dem Abendessen werden wir uns einen gemütlichen Heimkinoabend machen. Und wie war Euer Tag?
 

Donnerstag, 11. März 2021

Ein bisschen Frühling


Als sich heute Morgen der Frühnebel verzogen hatte, kam die Sonne heraus, und auf einmal fühlt sich alles nach Frühling an. Ich nutze die Gelegenheit, um mein neues Hemdkleid zu tragen. Der Schnitt, Paintbrush Imprint, ist das Titelmodell der Ottobre 2/2019. Ich wollte ihn schon lange nähen und werde das sicher auch noch einmal tun. Das Kleid trägt sich sehr schön und ist bequem. Als Stoff habe ich die Rückseite eines dünnen dunkelblauen Tencels mit Denim-Optik genommen. Er knittert leicht, aber das stört mich nicht. Statt einer Brusttasche habe ich zwei aufgenäht, und wie immer habe ich die seitlichen Eingrifftaschen vergrößert. Das Aufwendigste am ganzen Kleid waren die Knöpfe. Weil ich mich nicht an Knopflöcher getraut habe, musste ich von Hand Druckknöpfe annähen. 13 auf der Knopfleiste plus 4 auf den Manschetten - mal zwei.
 
Aus der genannten Ottobre-Zeitschrift habe ich übrigens schon einige Schnitte genäht: ein Blusenshirt (Batik Look), drei kurzärmelige Oberteile (Earth & Stone I, II, III) und ein Kleid (Sounds of Nature). Irgendwann möchte ich mal alle Schnitte einer Ausgabe nähen, das wäre doch eine Herausforderung. Es ist nie so, dass alle Schnitte für mich auf den ersten Blick anziehend wirken, aber mit ein paar Anpassungen und dem richtigen Stoff kann man aus allem etwas Schönes machen. Oder?

Donnerstag, 4. März 2021

Pop-Art im MoMA

Am letzten Sonntag im März darf ich, was mich sehr freut, die Gastgeberien der Stoffspielereien sein. Die Stoffspielereien sind eine monatliche Gemeinschaftsaktion für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Jeden Monat wird ein Thema vorgegeben, das von den TeilnehmerInnen interpretiert wird. Mitmachen kann jeder, ohne vorherige Anmeldung. Das März-Thema, das ich in diesem Post schon einmal vorgestellt habe, heißt "Pop Art".

Kurz zusammengefasst ist Pop Art die Bezeichnung einer Kunstrichtung, die Mitte des letzten Jahrhunderts in Nordamerika und Europa groß war. Die Abkürzung Pop kommt vom Wort popular (beliebt), kann aber auch knallen oder hervorstehen bedeuten. Diese Bilder des Berliner Pop Art Künstlers Thomas Bayrle heißen "VW Red", "Orson Welles", "Chairs Up" und "Paper Tiger" und stammen aus den Jahren 1969 bis 1971. Auch die lustige Tassen-Tapete im Hintergrund wurde von ihm entworfen.
 
Merkmale der Pop Art sind alltägliche, teils triviale Alltagsgegenstände oder Konsumprodukte, aber auch berühmte Persönlichkeiten, Typographie und Comicelemente. Dargestellt wurden die Motive gerne flächig, plakativ und leuchtend farbig. Berühmt sind die "Campbell's Soup Cans" von Andy Warhol aus dem Jahr 1962. Wie die anderen hier gezeigten Beispiele hängen sie im New Yorker MoMA, wo ich sie - ein großes Glück - ganz einfach besuchen und fotografieren kann.

Die Werke von Roy Lichtenstein gehören ebenfalls dazu, wie das Ölgemälde "Girl with Ball" aus dem Jahr 1961. Vorlage dafür war eine Zeitungsanzeige mit dem Foto einer jungen Frau, das Lichtenstein stark vereinfacht und verfremdet hat. Mit seiner Zweidimensionalität, den leuchtenden Farben und den betonten Konturen erinnert es an ein Comicbild. Von Nahem betrachtet lösen sich die Flächen in Punkte (sogenannte Ben Day Dots) auf, wie man es von alten Drucktechniken kennt.

Keith Haring ist ein weiterer bekannter Pop Art Künstler. Dieses Werk ohne Namen ("Untitled") aus dem Jahr 1982 ist ca. 1,8 m hoch und fast 8 Meter lang und besteht aus Tinte auf großformatigen Papierpaneelen. Es ist teils mit abstrakten Mustern, teils mit erkennbaren Figuren und Symbolen gefüllt, die einen dichten rhythmischen Teppich aus Bildern schaffen. 
 
Weitere berühmte Pop Art Werke, Ideen und Inspirationen findest du auf meinem Pinterest-Board Pop Art. Ich hoffe, das Thema interessiert dich und du machst mit! Es ist weit gefasst und ermöglicht eine freie Herangehensweise. Du kannst nähen, weben, flechten, drucken, sticken, stricken, oder sonstige Techniken ausprobieren. Ob kleine oder große Beiträge, fertige Werke, Zwischenstände oder misslungene Versuche - wir freuen uns über jeden, der teilnimmt. 
 
Am Sonntag, den 28. März, werde ich den Post Stoffspielereien: Pop Art veröffentlichen. Schreib mir einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag, und ich füge ihn im Laufe des Tages ein. Bitte bedenke, dass mein Tag hier in New York aufgrund der Zeitverschiebung später anfängt - es kann also etwas dauern, bis der Post aktualisiert ist. Bis dann, ich freue mich schon!

Mittwoch, 3. März 2021

Me Made Mittwoch [Blusenshirt mit Biesen]

Es mag freundlich aussehen, aber es war windig und bitter kalt, als ich die Fotos gemacht habe (-1 Grad, gefühlt -8). Aber immerhin trage ich nicht mehr ausschließlich Fleecepullover. Dieses Blusenshirt habe ich schon vor ein paar Wochen genäht. Der Schnitt, Batik Look, stammt aus der Ottobre 2/2019. Bisher habe ich ihn nicht beachtet, dabei ist er einfach zu nähen und vielseitig zu tragen.

Den Stoff, eine weiße, leicht transparente Baumwolle mit schmalen Biesen, habe ich in einem Stoffgeschäft in Manhattan gekauft. Er fühlt sich sehr natürlich und angenehm an. Momentan trage ich die Bluse mit einem weißem T-Shirt darunter zu einer Hose und einer Jacke, aber im Sommer ist sie sicher schön luftig auf nackter Haut zu Shorts oder einem kurzen Rock.
 

In die Ärmelabschlüsse und in einen Tunnel am Halsausschnitt sind Gummibänder eingezogen. Das war das Aufwendigste an diesem ansonsten simplen Kleidungsstück. Die graue Denimhose, Pencil Shape aus der Ottobre 5/2015, habe ich vor ziemlich genau einem Jahr genäht. Die schwarze Fleecejacke, Scarab aus der Ottobre 5/2018, ist noch nicht so alt.

Alle, die gerne Kleidung nähen, treffen sich heute wieder auf dem Me Made Mittwoch Blog, schaut mal vorbei!

Samstag, 27. Februar 2021

Stoffspielereien: Stoffschichten


Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt - auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch. Das Thema der Stoffspielereien im Februar lautet "Stoffschichten", und K vom Blog Stoffnotizen sammelt alle Beiträge.


Während ich überlegte, wie mein Beitrag aussehen könnte, ging ich meine Materialien durch und blieb an diesen Stoffreste mit typographischen und handschriftlichen Prints hängen. Ich legte sie neben- und übereinander und fand, das sei ein passendes Bild für das letzte Jahr. All die Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, all die Zeitungsartikel, Statistiken, Kurven, all die Sorgen, Schreckungsmeldungen, Hoffnungen und Wünsche überlagern einander und sorgen für ein auf Dauer zermürbendes Hintergrundrauschen.



In einem NY Times Artikel vom 5. Februar 2021 (The Primal Scream) kamen Frauen anonym mit ihren alltäglichen Sorgen und Problemen zu Wort, und eine von ihnen sagte, weinend: "I cannot remember the last time I did not worry, I did not spend my day worrying about so much stuff. Every day ist something different. I just want to wake up and go through my day and not worry, and not wonder, and not know what the future holds. Because this right here sucks. And I'm sick of it. I'm so sick of this."



Dieses Zitat hat mich sehr berührt. Es wird wohl noch dauern, bis unsere Sorgen kleiner werden. Aber der Schnee schmilzt, die Tage werden länger, und irgendwann kommt er, so oder so - der Frühling, das uralte Sinnbild für Hoffnung und Neubeginn. Die Text-Schnipsel habe ich über- und nebeneinander gelegt, mit einer Lage Tüll bedeckt, in einen Stickrahmen gespannt und mit weißem Garn bestickt. "Und irgendwann Frühling". Auf dass die negativen Gedanken immer wieder von optimistischen überlagert werden.

Dies sind die Stoffspielereien 2021:
31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Freitag, 26. Februar 2021

Silberne Ananas

Bis meine Nähmaschine aus der Reparatur kommt, arbeite ich an lauter maschinenlosen Projekten: Ich sticke, ich quilte von Hand und ich drucke mit Schablonen. Das hier ist eine silbern glänzende Ananas auf dunkelblauem Jersey. Das Mädchen hatte sich so ein T-Shirt gewünscht. Jetzt muss ich es nur noch fertig nähen können.

Sonntag, 21. Februar 2021

Malen mit Stoff


Schon vor einer Weile ist dieser improvisierte Quilt fertig geworden. Hier habe ich beschrieben, wie ich ihn angefangen habe. Der Quilt misst ca. 89x114 cm und passt damit gut auf das Wandstück zwischen dem Stoffschrank und dem einem Fenster meines Arbeitszimmers. Das Schwarz und die tanzenden Vierecke bilden einen schönen Kontrast zu all dem Weiß, finde ich.
 
Mit einem warmelöslichen Stift habe ich vertikale und leicht gekippte Linien mit unregelmäßigem Abstand aufgezeichnet und diese mit dunkelgrauem Stickgarn von Hand nachgestichelt. Einzelne farbige Flächen wurden kontrastfarben betont. Bei diesem Projekt hatte ich zum ersten Mal fast das Gefühl, mit Stoff zu "malen" - das möchte ich bald wiederholen.

Dienstag, 16. Februar 2021

Französische Knoten zum Zweiten


Die Farben der French Knots, mit denen ich diesen Pullover verziert habe, erinnern mich ein bisschen an die kunterbunt bestickten Handschuhe aus dem Jahr 2016. Und Französische Knoten auf Grau gab es schon mal auf diesem T-Shirt. So richtig gleichmäßig werden sie bei mir immer noch nicht, aber den Effekt mag ich trotzdem gern.

Als Schnitt habe ich Fly Away aus der Ottobre 2014 in Größe 170 verwendet, ursprünglich für ein T-Shirt für meine Tochter abgepaust. Der dunkelgraue Fleece war ein Rest. Für die kompletten angeschnittenen Ärmel hat er nicht mehr gereicht, weswegen ich den unteren Teil aus farblich passendem Jersey ergänzt habe. Ein Tragebild gibt es irgendwann auch noch.