Montag, 16. November 2020

Flatterhaft

Es gibt Stoffe, die ich gar nicht wirklich vernähen mag. Stoffe, die hauchdünn sind, Stoffe, die kaum mehr wiegen als Luft, die schon beim genauen Hingucken verrutschen, in denen die Stecknadeln nicht halten, deren Säume von Hand geheftet werden müssen und die beim geringsten Nähfehler beleidigt mit Löchern reagieren. (Bei gekaufter Kleidung sind das gerne die Stücke, bei denen die Seitennaht eines Ärmels vorne mittig auf dem Unterarm endet.)

Das Ergebnis trägt sich allerdings sehr angenehm: wie ein Hauch von Nichts. Das hier sind ein Fledermaus-Shirt nach dem Schnitt Fly Away in Größe 170 aus der Ottobre 2014 aus grau und gelb gestreiftem Jersey und ein T-Shirt nach dem Schnitt Fog in Größe 36 aus der Ottobre 2/2016 aus hellgrauem Jersey mit schwarzen Sprenkeln. Das erste ist für mein bald 12-jähriges Mädchen, das zweite für mich. Groß, wie sie ist, können wir mittlerweile aber auch tauschen...

Donnerstag, 12. November 2020

12 von 12 im November

Es ist Donnerstag, der 12. November, und deswegen gibt es hier (wie an fast jedem 12. des Monats, und das schon seit vielen Jahren) 12 Bilder des Tages. Nr. 1 zeigt ein Biologie-Experiment des Mädchens und im Hintergrund das regennasse Deck. Feinstes Novemberwetter.


In unserem Umkreis gibt es gerade leider mehrere Covid-Verdachtsfälle. Deswegen nehmen die Kinder am Online-Unterricht teil. Auch der Mann arbeitet heute von zu Hause aus. Nach dem Frühstück verzieht sich jeder in einen anderen Raum. In meinem Fall ist das das Arbeitszimmer.

Ich arbeite ein paar Stunden an einem Parka für das Mädchen nach einem neulich schon genähten Schnitt. Dann muss ich mich anderen Pflichten widmen. Wenn alle zu Hause sind, gibt es mittags warmes Essen, und bevor ich kochen kann, muss die Spülmaschine ausgeräumt werden.


Beim gestrigen virtuellen Nähkränzchen habe ich nach Vorschlägen gefragt, aber heute gibt es doch keine Gemüsepfannkuchen, sondern - ganz amerikanisch - Burger. Mit selbstgemachten Frikadellen, Tomaten, Salat, Käse, Sweet Relish, Ketchup und Senf schmecken sie der ganzen Familie.


Nach dem Essen gibt es einen Cappuccino und ein bisschen "Spelling Bee" der New York Times. Welche Wörter kann man aus den Buchstaben TWCAID+L bilden? Heute komme ich nicht sehr weit. Call, calla, clad, dial, dill, laid, lilac, tail, tall, till, wall, wild, will. Mehr fällt mir nicht ein.


Während der letzten Schulstunde der Kinder nähe ich den Parka fertig. Bei den letzten Arbeitsschritten geht alles mögliche schief. Ich schaffe es, erst durch die Gummikordel auf der Innenseite der Jacke und dann durch (!) eine metallene Öse zu nähen. Dabei bricht natürlich die Nadel ab.

Der Parka wird trotzdem fertig und gleich angezogen. Die Kinder und ich gehen draußen eine Runde drehen. Es ist kühl und grau. In den letzten Tagen haben viele Bäume ihre Blätter verloren. Viele waren leuchtend gelb, orange oder feuerrot. Ich werde sie vermissen, diese schönen Herbstfarben.


Wie anders es hier aussieht als an unserem vorherigen Wohnort. Wenn ich die Bilder von vor einem Jahr betrachte, kommt mir Sankt Petersburg immer noch viel vertrauter vor als unser jetziges Zuhause. Ankommen braucht Zeit, und in diesem verrückten Jahr ist das noch schwieriger als sonst.


Wir laufen zu einem nicht weit entfernten Park. Neulich haben wir hier ein Stinktier gesehen, das seelenruhig die Wiese überquerte und dann in einem angrenzenden Garten verschwand, während alle Leute auf seinem Weg quiekend zur Seite sprangen. Heute ist der Park menschenleer.  
 
Auf dem Rückweg beginnt es zu nieseln, und als wir zu Hause sind, wird es schon wieder dunkel. Ich mache mich daran, die ersten Bilder zu bearbeiten, und höre nebenbei Musik. Aber irgendwie kommen mir all meine Playlists gerade langweilig vor - habt Ihr einen Lieblingslied-Tipp für mich?



Der Mann und die Kinder kümmern sich gemeinsam ums Abendessen. Danach steht noch ein Zoom-Meeting mit anderen Eltern und der Schulleitung auf dem Programm. Mehr Bilder des Tages gibt es wieder bei Caro. Danke fürs Vorbeischauen! 
 
Edit: Das waren ja nur 11! Hier kommt noch ein 12. hinterher. Vom abendlichen Rotwein.

12 von 12 im November 2019
12 von 12 im November 2018
12 von 12 im November 2017
12 von 12 im November 2016
12 von 12 im November 2015
12 von 12 im November 2014
12 von 12 im November 2013
12 von 12 im November 2012

Montag, 9. November 2020

Abends vor der Tür


Mein in den letzten Tagen entstandener improvisierter Miniquilt ist fertig. Er misst 49x112 cm und hat damit genau die Abmessungen, um, wenn es dunkel ist, den Glaseinsatz in unserer Haustür zu bedecken. Den bunten Kreis habe ich, wie damals beim Super Blue Blood Moon Quilt, vorab gequiltet und dann eingesetzt. Der Hintergrund besteht aus zwei Grautönen. Eingefasst ist der Quilt mit dunkelgrauem bzw. bunt gepatchtem Baumwollschrägband.

Die verwendeten Materialien sind keine klassische Quiltmaterialien. Als Rückseite habe ich ein Stück festen Outdoorstoff genommen, und die Hintergründe bestehen aus Jersey und Hanf-Baumwoll-Chambray. Beim Quilten haben sich die beiden letzteren ziemlich verzogen, aber das stört mich nicht. Die letzten Tage waren auch nicht gradlinig - Hauptsache, das Ergebnis passt. Tagsüber hängt der Quilt jetzt neben der Tür und abends wird er davor gehängt.




Freitag, 6. November 2020

Musik an, Kopf frei

Improvisiertes Nähen ist wunderbar. Man muss nur schöne Musik an- und den Kopf freimachen und drauflos nähen und schauen, was passiert. Besonders in Zeiten wie diesen beruhigt es die Nerven und erfüllt einen mit Zuversicht. Mögt Ihr es auch?

Dienstag, 3. November 2020

Von 5 auf 18

Neben langsamem Nähen gibt es hier gerade auch zügig umgesetzte Projekte. Dies ist so eins: eine Übergangsjacke nach dem Schnitt Multiplication aus der Ottobre 4/2013 in Größe 164 für meinen 10-jährigen Sohn. Das Wetter hier in New York ist wechselhaft - ein paar Tage ist es knapp über 5 Grad, die nächsten soll es wieder bis zu 18 Grad werden. Also werden die Winterjacken wieder weggehängt.


Bei dem Schnitt handelt es sich eigentlich um einen längeren Fischschwanz-Parka. Ich habe ihn gekürzt und weniger ausgestellt und außerdem komplett gefüttert. Statt der im Schnitt vorgesehenen aufgesetzten Taschen und Paspeltaschen habe ich seitliche Nahttaschen aus einem Rest Softshell hergestellt. Nach dem Originalschnitt möchte ich demnächst einen Parka für meine Tochter nähen.

Innen besteht der Parka aus einem karierten Stoff, der als Fleece ausgeschrieben war, von der Qualität aber eher Kunstfaser-Flanell entspricht. Auf diesem Bild sieht man die praktische Reißverschluss-Schutzleiste. Ein Aufhängeband und das bimbambuki-Logo darf bei mir auch nie fehlen. Die Kapuze lässt sich mit einer eingezogenen Kordel und Kordelstoppern zusammenraffen.

Der Außenstoff ist ein winddichter, wassserabweisender hellgrauer Nylon. Weil er unheimlich leicht flutschig und dadurch schwer zu handhaben war, habe ich alle Schnittteile mit Baumwollstoff verstärkt. Ohne aufgesetzte Taschen oder andere Zierden war mir die Jacke zu langweilig. Deshalb habe ich auf dem Rückenteil, auf den Vorderteilen und den Ärmeln ein paar Ziernähte hinzugefügt.


In den Ärmeln sind unten Gummibänder eingezogen. Die Windschutzleiste wird mit drei Klettverschlüssen geschlossen. Der Metallreißverschluss ist extra stabil - mein Junge schafft es immer mal wieder, einfachere Reißverschlüsse so zu misshandeln, dass sie nicht mehr funktionieren. Das soll dieses Mal nicht passieren. 

Am heutigen Election Day wird die Jacke jetzt zum ersten Mal ausgeführt...

Freitag, 30. Oktober 2020

Es eilt nicht


"Slow stitching" ist etwas, das mir Freude bereitet. Nachdem ich in letzter Zeit mehrere schnelle neue Kleidungsstücke für mich genäht habe, ist das hier ein langsames Projekt, das einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Der Schnitt ist derselbe wie bei meiner gequilteten Kimonojacke, Scarab aus der Ottobre 5/2018 mit vielen Änderungen (Vorder- und Rückenteile verlängert, Brustabnäher hinzugefügt, Schulterlinie geändert, Ärmel verschmälert und verlängert). Außen besteht die Jacke aus einem Double Gauze von Nani Iro. Aus einem ähnlichen Stoff habe ich mir vor Jahren ein T-Shirt genäht, das ich immer noch sehr gerne trage. Dieses Material hier ist allerdings noch feiner und dünner. Die Innenseite besteht aus dem gleichen Stoff wie der gerade gezeigte French Terry Knit Mantel. Beide Schichten möchte ich wieder mit Handquilting verbinden. Wie, weiß ich noch nicht, aber es eilt ja nicht...

Dienstag, 27. Oktober 2020

Eine Zwiebelschicht


Gemütlich muss es sein, das ist gerade mein Motto beim Kleidungnähen. Das hier ist ein verschlussloser Mantel nach dem Schnitt Gorgeous Grey aus der Ottobre 5/2015. Genäht habe ich ihn aus einem dunkelgrauen Frotteejersey aus Baumwolle und Kunstfaser, der hier French Terry Knit heißt. Die im Schnitt vorgesehene Rollkante konnte ich mir bei diesem Material nicht so gut vorstellen, deshalb habe ich den Schalkragen mit Beleg genäht. Der Mantel an sich wärmt nicht sehr, funktioniert aber gut als Schicht im Zwiebellook. Zu Hause trage ich ihn zum Beispiel so, über einem T-Shirt und Shorts mit Strumpfhose. Und das ist wirklich gemütlich.


Sonntag, 25. Oktober 2020

Stoffspielereien: Textile Behältnisse

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt - auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch. Das Thema der Stoffspielereien im Oktober lautet "Textile Behältnisse", und Sabine und Silvia vom Blog PeterSilie & Co sammeln alle Beiträge.

Mein Beitrag heute ist schnell und simpel. Nach zwei unzufriedenstellenden Makramee-Versuchen mit Kordel und Faden habe ich etwas mit einem kleinen Kunststoffring (Teil eines Mini-Stickrahmens), Jerseyresten und Stickgarn probiert. Der Ring, von denen ich schon einen bei der Stoffspielerei im Januar verwendet habe, wurde zwischen die beiden Jerseykreise gelegt und mit gelbem Stickgarn eingenäht. Erst während des Stickens ist mir die Idee gekommen, die Knoten immer zwischen den beiden Schichten zu verstecken.

Im zweiten Schritt habe ich mit Vorstichen ein paar Reihen rundum genäht und den Stoff dabei zusammengerafft. Je nach Durchmesser des verwendeten Materials und Raffung könnte man so alles mögliche von hohen schmalen Zylindern bis hin zu flachen, weit geöffneten Formen schaffen. Die Form meines Behältnisses erinnert mich an (salatfarbene) Wan-Tans oder, entfernt, an Alvar Aaltos Vase. Man könnte so auch wiederverwertbare Geschenkverpackungen herstellen, die man oben zunäht oder -bindet.
 
Nach einem holprigen Start hat mir das Thema wieder einmal Spaß gemacht und mich auf Ideen gebracht. Das ist das Wunderbare an den Stoffspielereien - vielen Dank für die Idee, Karen, und für das Sammeln aller Beiträge, Sabine und Silvia. Das letzte Thema der Stoffspielereien 2020 gibt es am 29.11.2020 bei Nähzimmerplaudereien. Es lautet "Skandinavien". Im nächsten Jahr geht es mit alten und neuen Gastgeberinnen weiter - unten findet Ihr den Ausblick auf die neuen Themen.
 
31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk  
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Kaffeetrinken auf den Stufen


Ein netter Moment des Tages ist, wenn ich mich mit einem Kaffee auf die Stufen vor dem Haus setze und darauf warte, dass der riesige gelbe Schulbus oben an der Straße hält und meine Kinder ausspuckt. Als Quilterin kommt man dabei irgendwann - vermutlich unvermeidlich - auf die Idee, sich eine Sitzunterlage für diesen Zweck zu nähen. Oder gleich drei, falls die Kinder sich dazusetzen und vom Tag erzählen wollen. Die Unterlagen sind 30x30 cm groß. Die Oberseite besteht aus lilafarbener Baumwolle mit erbsengrüner Jersey-Applikation, das Batting aus einer alten Wolldecke und die Unterseite aus einem Rest Outdoorstoff. Jetzt sitzt es sich gleich nochmal schöner.


Heute trinke ich den Kaffee auf die Gesundheit von O. Herzlichen Glückwunsch und viele liebe Grüße!

Dienstag, 20. Oktober 2020

Blaudruck und Bananen


Masken werden wir ja wohl noch eine ganze Weile lang tragen. Mein Mädchen hatte um neue gebeten, nicht mit Bändern aus Jerseystreifen, sondern mit Gummibändern. Hier sind sie - einmal graue Punkte, einmal Kritzeleien, einmal Zitronenkleid-Reste, einmal Blaudruck und einmal Bananen.

Samstag, 17. Oktober 2020

Mit Heißhunger


Den Stapel Stoffe konnte ich unmöglich lange unangetastet lassen - als mein Nähzimmer fertig war, wurden die Maschinen an den Transformator gehängt (120V/60H zu 230V/50H) und ich habe mich - mit Heißhunger - ans Nähen gemacht. Das erste neue Stück ist ein schlichtes Kleid nach dem Schnitt Rosy Dreams aus der Ottobre 5/2018. Das Material ist ein schwerer dunkelblauer French Terry Knit aus Baumwolle, der wunderbar wärmt. Statt der etwas seltsamen Ballonärmel habe ich normale Raglanärmel genäht, etwas verschmälert und ein paar Zentimeter verlängert, damit sie auch richtig gemütlich sind. Eigentlich verlangt der Schnitt nach Bünden aus Bündchenware am Halsausschnitt, am Saum und an den Ärmeln. Weil ich nur noch wenig davon in einer passenden Farbe hatte, habe ich nur den Halsausschnitt daraus genäht, die Ärmelbündchen aus dem Hauptstoff zugeschnitten und den Saumstreifen weggelassen. In diesem Kleid wird man mich diesen Herbst sehr häufig sehen - es trägt sich einfach schrecklich gemütlich...

Montag, 12. Oktober 2020

12 von 12 im Oktober

Es ist Montag, der 12. Oktober. Die Kinder haben Herbstferien, deshalb schlafen wir aus. Nach dem Aufstehen entdecken wir, dass wir morgendlichen Besuch bekommen haben.

Amerikanisches Frühstück: Bagels, laut Packung "with everything" (womit die paar Mohn- und Sesamkörner gemeint sind), mit Turkey und dazu Kaffee, Orangensaft und Trauben.

Letzten Dienstag sind - nach fast drei Monaten - endlich unsere Möbel angekommen. Die letzten Tage haben wir wie wild ausgepackt und eingeräumt, aber seit gestern sind wir fertig. Ein tolles Gefühl!

Mein Nähzimmer gefällt mir sehr. Es hat Platz für zwei Stoff- und Materialschränke, einen Arbeitstisch, eine Designwand, ein Bügelbrett, eine große und eine kleine Kommode und einen Sessel.

Auf der Fensterbank neben dem Sessel tummeln sich ein paar geliebte Filztiere: Schwein, Maus und Pinguin sind von Swig, der Biber stammt von Kleine Viecher. Viele liebe Grüße!

Die Kommode unter dem Piter Map Quilt dient als Ablageplatz für die Schulsachen der Kinder. Wegen Corona dürfen sie nichts in der Schule lassen, sondern müssen alles hin- und herschleppen.

Heute regnet es den ganzen Tag leise vor sich hin. Mich stört es nicht. Hier in New York hatten wir bisher einen schönen Spätsommer und Frühherbst mit vielen Sonnentagen.

Zum Mittagessen gibt es Linsen und Schwarzbrot. Der Mann hat in New York City einen Bäcker gefunden, der vernünftiges Brot verkauft. Bagels, Toast, Buns und so weiter mag ich nur ab und zu.

Zum ersten Mal seit Monaten kann ich wieder richtig arbeiten! Ich sitze im Arbeitszimmer, pause einen Schnitt ab, schneide den Stoff zu und versäubere die einzelnen Teile. Es fühlt sich großartig an.

Nachmittags bekommen wir nochmal tierischen Besuch. Ein Eichhörnchen untersucht unser Deck. Von denen gibt es hier Unmengen - neben Streifenhörnchen und ab und zu einem Murmeltier.

Später geht der Mann einkaufen. Die Kinder und ich machen das Haus sauber. Der letzte Staub und Schmutz vom Umzug soll verschwinden. Als das geschafft ist, ist auch schon Abend.

Es gibt Abendbrot, und gleich schauen wir einen James Bond Film. Das war ein unaufgeregter, aber netter Tag. Und wie war Euer? Mehr 12 von 12 gibt es wieder bei Caro.
 

Montag, 5. Oktober 2020

Noch ein Flickwerk

Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich Visible Mending mag (Beispiele dafür findet man unter anderem hier). Dieses Mal wurde eine viele Jahre alte Jeans des Mannes geflickt - ohne Plan oder Design, schnell und wild. Fürs Zu-Hause-Tragen reicht's. Und der Anblick gefällt mir trotzdem.


Sonntag, 4. Oktober 2020

Pläne für den Herbst

Schon eine ganze Weile habe ich mir keine Kleidungsstoffe gekauft. Für die letzten Stücke, die entstanden sind, habe ich eine alte zerschnittene Hose und Stoffschnipsel aus der Restetüte (Blumentop) bzw. zwei alte zerschnittene Hosen und einen Stapel Patchwork-Precuts verwendet (Quiltjacke). Die letzten Kleidungsstücke, die ich aus neuem Material genäht habe, waren für meine Kinder bestimmt (T-Shirts für Kinder).

Nach 12 Wochen ohne Nähmaschine juckt es mir mittlerweile sehr in den Fingern, und ich kann es gar nicht erwarten, wieder loszulegen. Ich möchte mir Herbstsachen nähen, Blusen, Kleider und gemütliche Hosen. Deshalb habe ich mir gleich einen ganzen Stapel neuer Stoffe geleistet. Das sind, von oben nach unten (wie immer selbst bezahlt, Name und Material nur für mich zur Erinnerung):

Nani Iro: Jardin II Double Gauze (cotton) | Robert Kaufman: Tencel Denim Fabric (tencel) | Lady McElroy: Shantini Yoga (viscose) | Navy And White Stripe Open Weave Knit Fabric (cotton polyester spandex) | Navy French Terry Knit (cotton polyester blend) | Atelier Brunette: Granito Night (viscose) | Periwinkle Blue Knit Jersey (rayon spandex) | Black Splatter On Heather Knit Jersey Fabric (viscose spandex) | Dark Blue Heavy Weight French Terry Knit (cotton) | Black And White Tye Dye Knit Jersey Fabric (rayon spandex) | Heather Dark Grey Baby French Terry Knit (cotton polyester spandex)



Am Dienstag soll unser Umzugsgut geliefert werden. Drückt mir die Daumen, dass das wirklich passiert - und dass meine Nähmaschinen noch funktionieren...

Dienstag, 29. September 2020

Der Playlist 2020 Quilt, fertig


Hier ist er, mein fertiger Playlist 2020 Quilt. Angefangen habe ich ihn Mitte März, als wegen der Coronakrise die Schule geschlossen wurde und wir in unserer Petersburger Wohnung begannen, in Selbstisolation zu leben. Als Material habe ich einen Stapel Kona Charms in schönen Blau-, Grün-, Türkis- und Lilatönen und ein paar Stoffe aus dem Fundus verwendet. Der Quilt ist ca. 108x178 cm groß, hat ein Baumwollvlies-Batting und eine Rückseite aus dunkelgrauem Baumwollfleece.


Jeder Block stellt einen meiner Lieblingssongs dieses verrückten Jahres dar. Welche das sind, kann man zum Beispiel hier, hier, hier, hier, hier oder hier nachlesen. Die Mischung mag seltsam sein, aber jeder Song bedeutet mir etwas. Die Blöcke sind alle mehr oder weniger improvisiert entstanden. Manche wurden mit der Maschine, manche von Hand genäht. Manche enstanden als Handapplikation oder Reverse Appliqué, andere mit Hilfe von English Paper Piecing.


Die fertigen Lieder habe ich mit einem 2 cm breiten Sashing aus einem meiner absoluten Lieblingsstoffe aneinander gefügt und mit einem 9 cm breiten Rand umgeben. Gequiltet habe ich - ähnlich wie bei meinem Leaving Marks Quilt - von Hand, ein 2x2 cm Raster aus kleinen Kreuzchen aus zwei Fäden weißem Stickgarn. Das Binding aus einem weißgemusterten Baumwollstoff habe ich vorderseitig mit der Maschine und auf der Rückseite von Hand angenäht.

Dieser Quilt hat schon in unfertigem Zustand gute Dienste geleistet. Er dient je nach Bedarf als Sitzkissen für den Boden, als Quilt zum Einkuscheln und - bis unser Umzugsgut endlich ankommt - als meine Schlafdecke. Noch sind die Nächte warm genug, dass er ausreicht. Dieser Quilt ist wie ein Freund, der mich während unserer verrückten Umzugs-Odyssee begleitet hat, erst als fragiles Projekt und dann mehr und mehr als vielseitiges und ziemlich robustes Nutz-Werk. Ich finde, er hat etwas Positives, Fröhliches. Seine Farben machen mir einfach gute Laune. Die kann man gut gebrauchen in diesem seltsamen Jahr, oder...?

Eine Übersicht aller genähten Songs findet Ihr hier.